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Und plötzlich singen die FCL-Fans Schürpfs Lied wieder

Pascal Schürpf ist in Topform. Innerhalb von vier Tagen trifft der Angreifer des FC Luzern dreimal und bereitet ein Tor vor. Sein Höhenflug hängt eng mit dem Trainerwechsel zusammen. Nun feiern die Fans den Publikumsliebling endlich wieder.
Raphael Gutzwiller
Lässt sich feiern: Pascal Schürpf, der strahlende 1:0-Torschütze gegen St. Gallen. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 10. März 2019))

Lässt sich feiern: Pascal Schürpf, der strahlende 1:0-Torschütze gegen St. Gallen. (Bild: Alexandra Wey/Keystone (Luzern, 10. März 2019))

Es ist ein Ohrwurm, den die FCL-Fans jeweils für ihren Publikumsliebling singen. «Pasci Schürpf, Pasci, Pasci Schürpf» lautet der einfache Text zur Melodie des Discohits «Give it up». Lange hatte man das Lied in der Swisspor-Arena nicht mehr gehört. «Es gab innerhalb der Mannschaft schon Witze, dass die Fans das Lied nicht mehr kennen», sagt Pascal Schürpf (29).

Doch dann setzte er in der letzten Woche wieder zum Höhenflug an. Innerhalb von vier Tagen erzielte er gegen YB (4:0) und St. Gallen (3:0) drei Tore und bereitete ein weiteres einschussbereit vor. Zuvor war Schürpf 101 Tage lang ohne Tor geblieben.

Echter Bebbi und dennoch beliebt

Nach seiner starken Vorstellung gegen St. Gallen ging es für Schürpf am Montag nach Basel an die Fasnacht, die mit dem Morgenstraich startete. Sein Besuch in Basel verwundert nicht. Er machte nie einen Hehl daraus, dass er ein echter Bebbi ist. Die ganze Familie ist Fan des FCB, sein Dialekt ist unverkennbar.

Trotzdem ist Schürpf beim FCL Publikumsliebling, auch wenn Basler in Luzern traditionell wenig beliebt sind. Da gibt es eine Debatte wegen der besten Fasnacht oder eine jahrzehntelange Rivalität im Fussball, die in den letzten Jahren auch von Neid wegen Basels Erfolg geprägt war. Schürpf ist sich dessen bewusst: «Dass die Luzerner Fans mir zujubeln, obwohl ich Basler bin, bedeutet mir sehr viel.»

Natürlich sind es in erster Linie die vielen Toren, die ihn zum Publikumsliebling machen. Aber nicht nur. Schürpf steht für jenen Fussball, den man in der Innerschweiz sehen will. Zwar nicht immer mit der feinsten Klinge, dafür mit Kampf, Leidenschaft und Entschlossenheit. Dazu kommt seine sympathische und bodenständige Art in den Interviews. Innerhalb des Teams gilt er als Spassvogel. Er ist einer, der für gute Stimmung sorgt.

Schürpf wie zu Seoanes Zeiten

Schürpf steht derzeit sinnbildlich für den Luzerner Höhenflug – wie schon vor einem Jahr. Schon damals hatte sich der FCL von seinem Trainer getrennt, schon damals übernahm mit Gerardo Seoane ein junger Luzerner das Traineramt – und schon damals brillierte Schürpf. Er mauserte sich zum wichtigsten Offensivspieler: in 11 Partien in der Rückrunde erzielte er 10 Tore. Er war Topskorer jenes Teams, das sich vom neunten auf den dritten Rang verbessern konnte.

Zwar spielte Pascal Schürpf in dieser Saison auch unter René Weiler regelmässig, war sogar zweitbester Torschütze. Doch erst jetzt, ein Jahr später, kann er an jene Leistungen anknüpfen. Und wie damals hängt das Formhoch mit einem Trainerwechsel zusammen. Häberli ist wieder ein Trainer, der zum harmonie­bedürftigen Schürpf passt.

«Ich brauche einen Trainer, der mitlebt, bei dem man sieht, dass er gewinnen will. Und bei Häberli spüre ich diese Emotionen sehr.»

Das war bei Weiler anders, so Schürpf. «Er war bestimmt ein anderer Typ, hat weniger grosse Emotionen gezeigt.»

Dennoch will der linke Flügelspieler, der während des Spiels überall anzutreffen ist, seinen Höhenflug nicht nur auf den Trainerwechsel schieben. «In den vorherigen Spielen fehlte mir häufig auch das Matchglück. Gegen Lugano habe ich zum Beispiel die Lattenunterkante getroffen», erinnert sich Schürpf. «Dar­um habe ich einfach weitergearbeitet. Ich wusste, dass die Bälle irgendwann wieder reingehen.» Schürpf, der einst sagte, in Luzern erwachsen geworden zu sein, stellt dennoch Parallelen zwischen den Trainertypen Häberli und Seoane fest. «Ja, sie sind ähnlich. Beide sind jung und voller Emotionen, man spürt sie an der Linie. Und wahrscheinlich tut mir das gut.» So gut, dass die FCL-Fans wieder ein Lied singen, das einen Basler hochleben lässt.

Unnötige Sperre für Blessing Eleke

Beim 3:0-Sieg gegen St. Gallen zählte der Nigerianer Blessing Eleke zu den Besten. Am Sonntag in Thun fehlt er jedoch wegen einer Dummheit. Nach seinem Tor zum 3:0 zog er sein Trikot aus. Dafür gab es für Eleke die vierte gelbe Karte in dieser Saison, somit wurde er für ein Spiel gesperrt. Für ihn ist es die zweite Sperre, nach dem er am 16. Februar gegen Lugano (0:3) wegen zwei Ellenbogenschlägen Gelb-Rot gesehen hatte. FCL-Trainer Thomas Häberli sagt: «Er macht mit seinen Leistungen viel Freude. Aber er hat noch Verbesserungspotenzial. Natürlich war die Karte wenig clever.»

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