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Ungewöhnliches, Absurdes, Witziges: Diese 14 Kuriositäten aus dem Sportjahr 2018 bleiben in Erinnerung

Auch 2018 hat der Sport neben grossen Titelgewinnen, siegreichen Meistern und überragenden Rekorden wieder viel Ungewöhnliches, Absurdes und Witziges geboten. Wir haben für unseren speziellen Rückblick 14 Kuriositäten ausgewählt.
Turi Bucher

Eine ganz neue Dopingmethode im japanischen Kanusport

Japans Yasuhiro Suzuki wird wohl keine Wettkämpfe mehr bestreiten – er ist für acht Jahre gesperrt. (Bild: Kyodo News / AP)

Japans Yasuhiro Suzuki wird wohl keine Wettkämpfe mehr bestreiten – er ist für acht Jahre gesperrt. (Bild: Kyodo News / AP)

Darauf muss man auch zuerst kommen: Der japanische Kajakfahrer Yasuhiro Suzuki wird wegen eines ganz perfiden Dopingvergehens für acht Jahre gesperrt. Suzuki dopt nämlich nicht sich selber, sondern seinen Teamkollegen Seiji Komatsu. Suzuki mischt Komatsu die verbotene, muskelaufbauende Substanz Methandienon ins Getränk, damit dieser für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio disqualifiziert wird. Denn Suzuki wäre dort im Kajak-Vierer gerne mit im Boot gewesen, ist aber in Japan nur Fünftbester. Ob Suzuki es nach seiner Sperre vielleicht als Motorradsportler versucht?

Was sich Roger Federer mit dem ersten Preisgeld kaufte

Nachdem Roger Federer Ende Januar das Australien Open gewonnen hatte, erzählt der Tennis-Superstar folgende kleine, schöne, witzige Anekdote: Als junges Tennis-Talent von einem Journalisten gefragt, was er sich denn mit dem allerersten Preisgeld kaufen wolle, staunt Federers Mutter Lynette hinterher nicht schlecht, als sie lesen muss, dass ihr Sohn «Mercedes» geantwortet hat. Mutter Federer will es nicht glauben, der Journalist kann die Antwort aber auf Tonband vorweisen. Beim genaueren Hinhören wird dann der amüsante Irrtum aufgedeckt: Federer hat nicht «Mercedes» gesagt, sondern «mehr CDs»! Heute könnte sich Federer auch mehr Mercedes kaufen.

Nach dem «Fuss Gottes» auch noch filmreife Streitereien

Sie halten an den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang das Schweizer TV-Publikum im Bann: Das Curling-Mixed-Duo Jenny Perret (26) und Martin Rios (36), bis kurz vor Olympia ein Liebespaar, streitet sich auf olympischem Eis mit Stein und Besen filmreif bis aufs Podest. Die Silbermedaille gibt’s am 13. Februar ... klar, rechtzeitig vor dem Valentinstag. «Zu viel Harmonie tut uns nicht gut», sagt Rios hinterher. Im Silber-Taumel geht dabei unter, dass der Olympia-Qualifikation des Duos ein regelrechter Skandal vorausgegangen war. Ein Video von der Schweizer Quali für Seoul zeigt, dass Rios beim Wischen einen misslungenen Stein seiner Partnerin womöglich mit dem Fuss korrigiert und in die richtige, sieg- und Olympia bringende Bahn lenkt. Definitiv kann der «Bschiss» nicht bewiesen werden, aber Perret/Rios inszenierten sich auf diese Weise schon vor den Winterspielen filmreif.

Leider falsch abgebogen, verdammte Hütte noch einmal

Wir bleiben bei den Olympischen Spielen. Es ist wirklich dramatisch, was da im 30-km-Langlauf-Wettkampf der Frauen abgeht. Die 25-jährige Österreicherin Theresa Stadlober läuft an zweiter Stelle durch den eisig kalten südkoreanischen Winter und ist somit auf Kurs in Richtung Silbermedaille. Dann biegt sie plötzlich in die falsche Richtung ab. Das allein ist schon Drama genug ... aber haben Sie das Rennen im österreichischen Fernsehen (ORF) verfolgt? Dort kommentiert nämlich Stadlobers Vater Alois live als Experte mit und verliert komplett die Fassung: «Sie ist falsch gelaufen, scheisse! Verdammte Hütte noch einmal. Wo ist sie denn hingelaufen jetzt? Alles aus – mein Gott na!» Und Tochter Theresa Stadlober, am Schluss auf Rang 9 statt auf dem Podest, zeigt sich irgendwie einsichtig: «Es war schon ein bisschen dumm von mir. Man kann es nicht ändern.»

Bizarre Tätlichkeit des Schiedsrichters - mit Videobeweis

Unerhörtes beziehungsweise noch nie Dagewesenes spielte sich auch in der französischen Fussballpartie der obersten Liga zwischen Nantes und Paris Saint-Germain ab. In der Nachspielzeit kollidieren der Nantes-Verteidiger Diego Silva und Schiedsrichter Tony Chapron im Laufduell kurz, worauf der Spielleiter zu Boden stürzt. Richtig reaktionsschnell streckt der Schiri sein Bein aus und foult Silva. Und dann? Der Referee steht auf und zeigt dem brasilianischen Verteidiger die rote Karte. Später entschuldigt sich der Schiedsrichter dafür, bestreitet aber eine Tätlichkeit. Der französische Fussballverband sperrt den Referee für sechs Monate. Der Skandal im Skandal: Die Vereinigten Schiedsrichter der 1. und 2. französischen Liga wählen Chapron daraufhin zum Schiedsrichter des Jahres. Aus Solidarität.

Als John Wayne in Griechenland das Spielfeld stürmte

Gerade im Fussball-Business gab es auch 2018 zahlreiche skurrile Vorfälle, Eklats und Kuriositäten. Zum Beispiel die Hoffenheimer Bundesliga-Fussballer, die im Februar mit 8 Siegen, 8 Unentschieden und 8 Niederlagen zu Buche standen. Der Tabellenrang? Klar, Sie erraten ihn ... Oder der Besitzer des griechischen Klubs Paok Saloniki. Iwan Savvidis stürmt im Spiel gegen AEK Athen in der 89. Minute aufs Spielfeld, weil der Schiedsrichter beim Stand von 0:0 ein Saloniki-Tor wegen Abseits aberkannt hat. Savvidis trägt dabei in John-Wayne-Manier ... nein, keinen Cowboyhut, sondern die Pistole am Gürtel zur Schau. Oder die unvergesslichen Torhüterfehler von Loris Karius. Der Ex-Liverpool-Goalie patzt im Champions-League-Final gegen Real Madrid bei den Gegentreffern zum 0:1 und 1:2 massiv und matchentscheidend. Hinterher reist er nach Boston, um sich eine vor den Blackouts erlittene Gehirnerschütterung zu attestieren. Liverpool will ihn trotzdem nicht mehr im Tor, Karius hechtet jetzt für Besiktas Istanbul.

Auch ein Rennen im Wasser dauert zweimal die Hälfte

Die dänische Schwimmerin Pernille Blume ist an der Europameisterschaft in Glasgow auf der 100-m-Freistil-Strecke richtig schnell unterwegs, ist auf halber Strecke mit Abstand die beste Zeit aller 16 Halbfinalteilnehmerinnen geschwommen. Doch dann unterläuft der 24-Jährigen ein unglaubliches Blackout: Blume stoppt plötzlich am Beckenrand, statt die Wende für die zweiten 50 Meter zu vollziehen. Dieses Fehlmanöver kostet die Olympiasiegerin von 2016 einige Sekunden und die Finalteilnahme. Bis heute weiss man nicht genau, wieso sie zu schwimmen aufgehört hatte. Oder durch die Blume gesagt: «Ich kann nicht sagen, was da passiert ist.»

Nach dem Jubel über die Silbermedaille der bittere Frust

Denselben Fehler, wie er der dänischen Schwimmerin an der EM unterlief, leistet sich an der EM der Leichtathleten die israelische Läuferin Lonah Salpeter. Im Final über 5000 m setzt sie zum Endspurt an, rennt nahe an die führende Sifan Hassan (NED) heran und jubelt schliesslich über die Silbermedaille. Aber ... aaaber: Das Rennen dauerte noch eine Runde. Salpeter bemerkt ihren Irrtum nach dem Jubel, rennt weiter. Doch der Fehler kostet sie die Medaille, zwei Läuferinnen überholen sie. Später wird sie wegen eines irregulären Bahnwechsels sogar noch disqualifiziert.

Richtige Beziehungskrise wegen klebrigem Nicht-Tor

So unglaublich hat ein Team noch selten verloren: Die Konstanzer Handballer starten nach ihrem Abstieg aus der 2. in die 3. Liga in die neue Saison und liegen gegen Fürstenfeldbruck kurz vor Spielschluss 23:24 im Rückstand. Die Zeit läuft ab, aber der Schiedsrichter diktiert noch einen allerletzten Freiwurf für Konstanz. Der Ball muss nun, so will es die Regel, ohne weiteren Pass ins Tor. Schütze Tom Wolf überwindet die Mauer des Gegners tatsächlich mit einem cleveren Aufsetzerball und trifft unhaltbar für den Goalie ins Lattenkreuz. Aber ... aaaber: Der Ball bleibt leider im sogenannten Lattenkreuz zwischen Pfosten und Latte kleben. Dies halt, weil die Handballer ihre Finger gerne mit Harz klebrig machen, damit der Ball griffig in den Händen bleibt. Und weil dadurch auch der Ball selber klebrig wird, will er diesmal nicht mehr ins Tor fallen. Die Konstanzer schreiben nach ihrem unsäglichen Nicht-Tor auf Twitter: «Wir sind jetzt erst einmal in einer Beziehungskrise mit unserem zuvor so geliebten Harz.»

Reich mit Golf - dann sollte man Dustin oder Justin heissen

Die US PGA Tour, der amerikanische Golfprofi-Circuit, hat noch nie so viele Millionäre hervorgebracht wie in dieser Saison. 114 Golfer gewinnen Preisgeld in siebenstelliger Höhe. Der Amerikaner Justin Thomas, Sieger der letztjährigen US PGA Championship, verdient am meisten von allen: 8,69 Millionen Dollar. Ein Tipp an Eltern, die davon träumen, dass ihr Kind später ein Golf-Star wird: Es lohnt sich offenbar, mit dem Vornamen Justin oder Dustin zu golfen. Dies zeigt der Blick auf die PGA-Preisgeld-Rangliste:

1. Justin Thomas (USA) 8,69 Millionen Dollar

Bild: John Amis / AP

Bild: John Amis / AP

2. Dustin Johnson (USA) 8,45 Millionen Dollar

Bild: Matt Dunham / AP

Bild: Matt Dunham / AP

3. Justin Rose (ENG) 8,13 Millionen Dollar

Bild: Francois Mori / AP

Bild: Francois Mori / AP

Sportlerin des Jahres zuerst gestochen, dann bestechend

Vor etwas mehr als zwei Wochen wurde Daniela Ryf zur Schweizer Sportlerin des Jahres gewählt. Die 31-jährige Solothurnerin hat sich diese Auszeichnung verdient, dominiert sie doch seit einiger Zeit schon die Triathlon-Weltspitze. Nachdem sie 2017 zur Triathlon-Millionärin wurde, brilliert sie dieses Jahr mit dem erneuten Sieg am Ironman-Triathlon auf Hawaii. Dies, obwohl es da nicht mit rechten Dingen, sondern ziemlich giftig zu und her geht: Ryf wird nämlich vor dem Startschuss beim Einschwimmen von einer Qualle an den Armen gestochen. Eigentlich stechen oder beissen die Medusen gar nicht, sondern schiessen winzige Harpunen mit Nesselgift ab. Die Harpunen öffnen sich beim Aufprall und lassen das Gift in den Körper. Dieses Gift verursacht ziemlich üble Schmerzen, die auf der Haut wie Feuer brennen. Doch Ryf kämpft eben wie vergiftet, macht den zehnminütigen Rückstand vom Schwimmen trotz Quallen-Qualen auf dem Rad wett und läuft dann auf Big Island mit einem Vorsprung von zehn Minuten sowie einem Streckenrekord zum 4. Mal in Folge als Siegerin durchs Ziel.

Runter vom Töff und zurück in Grossvaters Eisenwarenladen

Einen krassen Übergriff leistet sich der Motorradsportler Romano Fenati. Beim Grossen Preis von San Marino in der Moto2-Klasse greift der Italiener seinem Landsmann Stefano Manzi bei Tempo 230 km/h in den Lenker und zieht sogar noch dessen Vorderbremse. Manzi kann einen Sturz verhindern, doch Fenati wird aus dem Rennen genommen und danach gesperrt. Hinterher wird er von seinem Rennstall fristlos entlassen, und ein bereits unterzeichneter Vertrag für die nächste Saison bei einem anderen Team wird gekündigt. Fenati erklärt daraufhin selber den Rücktritt vom Motorsport und wechselt nach seiner lebensgefährlichen Aktion in die Opferrolle: «Der Motorsport ist nicht mehr meine Welt. Es gibt zu viel Ungerechtigkeit.» Der italienischen Tageszeitung «La Repubblica» erzählt er, er wolle in Zukunft in Ascoli im Eisenwarenladen seines Grossvaters arbeiten. In der Folge wird ihm aber doch noch ein Angebot für die Moto3-Klasse unterbreitet. Was tut Fenati? Nach einem Fluchtversuch beziehungsweise einer Verfolgungsjagd mit der Polizei gerät er wieder ins Zwielicht: 2019 wohl doch eher Eisenwaren statt Töffpiste.

Mathematik-Unterricht mit Nationalfussballer Akanji

Es hält sich weiterhin hartnäckig, das Gerücht, dass viele Fussballer neben dem Spielfeld gedanklich nicht die Schnellsten sind. Manuel Akanji, der Schweizer Nationalverteidiger mit nigerianischen Wurzeln, beweist im TV-Sportpanorama des Schweizer Fernsehens dafür, dass er mathematisch ziemlich rassig die Lösung findet. Der 23-Jährige siegt kopfrechnend im Duell mit Moderator Rainer Maria Salzgeber, der seinerseits einen Taschenrechner zur Hilfestellung verwendet. Die von einer Dame aus dem Publikum gestellte Multiplikation 24×75 (= 1800) löst Akanji, bevor sich Salzgebers Finger überhaupt in Richtung Taschenrechner bewegen können. Bei 33×97 (= 3201) braucht Akanji drei Sekunden, ist aber immer noch schneller als sein Gegner. Eine knifflige Mathe-Show des Borussia-Dortmund-Profis, welche hinterher auch die ARD-Sportschau ihrem Publikum präsentiert. Jetzt wissen wir, wieso Akanji auf dem Fussballfeld so viele gegnerische Angriffe abfängt und auflöst: Er kann sie blitzschnell berechnen.

Sion-Trainer wegen falscher Menü-Bestellung gefeuert

Auch dieser Jahresrückblick der Kuriositäten kommt nicht ohne Christian Constantin, den Präsidenten des FC Sion, aus. Der Charismatiker aus dem Wallis, der in seinen beiden Amtszeiten in Sitten von 1992 bis 1998 und seit 2003 insgesamt 48 Trainer «installiert» hat, belebt die Schweizer Fussballszene auch 2018 mit seiner Extravaganz. Nach der Prügelattacke gegen TV-Experte Rolf Fringer 2017 entlässt er in diesem Jahr Maurizio Jacobacci, weil der Coach im Trainingscamp von Crans-Montana zwecks Teambildung ein Fondue-Essen und einen Paintball-Anlass auf das Programm setzt. Constantin sagt: «Paintball? Da besteht doch Verletzungsgefahr. Es ist nicht der Moment, um sich gegenseitig zu beschiessen.» Und: «Fondue? Fondue isst man im November oder Januar, aber nicht im Herbst.»

Bild: Alexandra Wey / Keystone

Bild: Alexandra Wey / Keystone

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