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UNIHOCKEY: Arbeit ist seine Leidenschaft

Der Trainer-Transfercoup hält, was man sich von ihm versprochen hatte: Der Tscheche Radim Cepek (42) macht den Spielern von Zug United Beine. Eine Aufgabe bei den Zuger Highlands beendete er indes vorzeitig.
Ruedi Burkart
Radim Cepek – hier in der Zuger GIBZ-Halle – hat als Trainer schon eine WM-Medaille gewonnen. (Bild: Stefan Kaiser (11. Januar 2018))

Radim Cepek – hier in der Zuger GIBZ-Halle – hat als Trainer schon eine WM-Medaille gewonnen. (Bild: Stefan Kaiser (11. Januar 2018))

Ruedi Burkart

sport@zugerzeitung.ch

Er ist Rekordnationalspieler, führte die tschechische Nationalmannschaft als Trainer zu WM-Bronze und wurde 2010 in der Schweiz zum «Coach des Jahres» gekürt: Seit Beginn der laufenden Saison wirkt Radim Cepek bei Zug United. Er coacht die Talente der U21-Mannschaft und amtet seit geraumer Zeit auch als Assistent von Chefcoach Sascha Rhyner in der NLA-Truppe. Für Cepek «stimmt es» in Zug. Er sagt: «Ich bin glücklich und stolz, dass ich hier arbeiten kann.» Dass der Tscheche im vergangenen Frühling nach sieben Jahren wieder in die Schweiz zurückkehrte, war Zufall. Aber nicht nur.

Vor einem Jahr rumpelte es im tschechischen Unihockey ganz gehörig. Obwohl er einen laufenden Vertrag als Nationaltrainer besass, trat Radim Cepek für Aussenstehende völlig überraschend von seinem Posten zurück. Er, der 2014 als gerade mal 39-jähriger Coach mit Tschechien WM-Bronze holte – nach einem ­4:3-Sieg im Spiel um Rang 3 gegen die ­Schweiz –, wollte nicht mehr. Die tägliche Arbeit mit einem Team habe ihm gefehlt, so Cepek damals. «Ich bin ein junger Trainer, der aktiv an der Arbeit sein will.» In der Folge wurde sein Berater aktiv und sondierte den Markt.

Angebote aus Schweden ausgeschlagen

«Eines Tages wurde uns Radim Cepek angeboten», erinnert sich Zug-United-Präsident Patrick Trachsel. Die Zentralschweizer wurden hellhörig. Schliesslich geniesst Cepek nach seiner ersten, acht Jahre dauernden Karriere in der Schweiz einen hervorragenden Ruf. Unter anderem stieg er 2008 als Spielertrainer mit Waldkirch St. Gallen in die NLA auf, führte Rychenberg Winterthur zwei Jahre später in den Playoff-Final und wurde zum «Schweizer Coach des Jahres» gewählt. Trachsel: «Cepek war von Beginn weg eine interessante Option für uns.» Nach zwei persönlichen Gesprächen mit Zugs Vorstandsvorsitzendem und weiteren Verhandlungen via Handy kam der Deal schliesslich zu Stande: Radim Cepek unterschrieb als Headcoach bei Zugs U21-Juniorenteam sowie als Trainer des Erstligisten Zuger Highlands für die Saison 2017/18. «Ich hatte auch noch interessante Angebote aus Schweden und Tschechien», so Cepek, «aber ich wollte nach meinen ersten positiven Erfahrungen zurück in die Schweiz.» Weil auch für internationale Stars im Unihockey noch wenig Geld zur Verfügung steht, sind spektakuläre Transfers vor allem möglich, wenn vom neuen Klub eine Arbeitsstelle angeboten werden kann. Das war im Frühling 2016 beim Wechsel von Spektakelstürmer Billy Nilsson aus Schweden zu Zug so, das war ein Jahr später bei Radim Cepek nicht anders: Cepek arbeitet in der Firma von Zug-Präsident Trachsel. Neben dem Sport einer geregelten Arbeit nachzugehen, ist für den hoch dekorierten Tschechen kein Problem – im Gegenteil. «Nein, nein, das ist okay. Schliesslich sind meine Spieler alle Junioren oder Amateure. Die Trainings finden am Abend statt. Was soll ich sonst den lieben langen Tag tun?», sagt er schmunzelnd.

Apropos Amateure: Das Kapitel Zuger Highlands ist für Cepek seit Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen. Das 1.-Liga-Team fand von Beginn weg den Tritt nicht, Cepek monierte immer wieder die seiner Meinung nach mässige Leistungsbereitschaft seines Personals («Ich war als Coach motivierter als meine Spieler»), die Resultate fielen entsprechend aus. Folgerichtig quittierte er den Dienst. Aktuell stehen die Highlands in der Tabelle drei Runden vor Ende der Qualifikation auf dem zehnten und damit drittletzten Rang.

Dass Cepek von seinen Spielern viel fordert, haben auch die U21-Junioren verschiedentlich feststellen müssen. «Wir wollen die Jungen weiterbringen. Jeder muss in jedem Training an seine Grenzen gehen. Dann profitiert man auch.» Die harte Gangart gibt Cepek recht. Die Zuger, letzte Saison zur Überraschung aller in die A-Gruppe aufgestiegen, waren lange Zeit auf gutem Weg. Nach zuletzt drei knappen Niederlagen in Folge haben sie indes zwei Runden vor Qualifikationsschluss nur noch eine rechnerische Chance auf einen Playoff-Platz.

Wo liegt die Zukunft von Cepek?

Als Anfang Dezember 2017 Zugs NLA-Headcoach Sascha Rhyner die tschechische Frauen-Nationalmannschaft an der WM betreute, übernahm Cepek für zwei Partien das Zuger Fanionteam. Unter anderem führte er die United zum denkwürdigen 7:2-Heimsieg vor knapp 700 Zuschauern gegen Alligator Malans. Seit Rhyners Rückkehr ist Cepek die rechte Hand des Chefcoachs. «Wir beide haben eine ähnlich Spielphilosophie und ergänzen uns sehr gut», lobt Rhyner. Die Zuger gehören in der obersten Liga zu den spektakulärsten Teams und haben ihre kurze Baisse mit dem jüngsten 8:4-Heimsieg gegen Thun vergessen gemacht (siehe unten). Drei Runden vor Ende der Qualifikation stehen die Chancen für den Aufsteiger sehr gut, erstmals in der Vereinsgeschichte die Playoffs zu erreichen.

Bleibt noch die Frage nach der Zukunft. Aus der Zuger Teppichetage ist zu vernehmen, dass man mit der Arbeit von Cepek sehr zufrieden sei. Der Tscheche selbst ist glücklich in der Zentralschweiz. Bleibt Cepek den Zugern also über die Saison 2017/18 hinaus erhalten? Die Antwort des Tschechen überrascht nicht: «Zuerst einmal wollen wir unsere Ziele erreichen: mit der U21 oben bleiben und mit der ersten Mannschaft in die Playoffs kommen und damit den vorzeitigen Ligaerhalt schaffen. Dann schauen wir weiter.»

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