UNIHOCKEY: Erknorzter Auswärtssieg gegen Floorball Thurgau

Ad Astra Sarnen gewann am Samstag ein ereignisreiches Auswärtsspiel gegen Floorball Thurgau mit 6:5 nach Verlängerung. Gestern Abend liessen die Obwaldner gegen Davos-Klosters einen 8:7-Heimsieg folgen.

Drucken
Teilen
Robin Markström (am Ball) holt für Ad Astra Sarnen dank seinem Treffer in der Verlängerung den Zusatzpunkt. (Bild: Simon Abächerli (Sarnen, 23. September 2017))

Robin Markström (am Ball) holt für Ad Astra Sarnen dank seinem Treffer in der Verlängerung den Zusatzpunkt. (Bild: Simon Abächerli (Sarnen, 23. September 2017))

65 Minuten waren gespielt, als Markström in der Verlängerung dank einer Überzahlsituation viel Platz vorfand. Diesen nutzte er für einen seiner von den gegnerischen Torhütern gefürchteten Abschlüsse, der den Weg ins Netz fand. Jubelnd drehte er ab, Sarnen gewann den Extrapunkt im Auswärtsspiel gegen Floorball Thurgau. «Unser Sieg war sicher nicht gestohlen, aber wenn wir ehrlich sind, hat auch Thurgau einen Punkt aus dieser Partie verdient», gab der Siegtorschütze nach Spielschluss zu.

Ein Sieg nach 60 Minuten wäre für beide Teams durchaus möglich gewesen. Aber weder auf der einen noch auf der anderen Seite wurden die dicken Chancen in den letzten vier Minuten der regulären Spielzeit genutzt. Von den Sarnern scheiterten Abegg und Liikanen am Torgehäuse und Cornel von Wyl am stark reagierenden Yannick Altwegg im Thurgauer Tor, auf der Gegenseite bedurfte es ebenfalls starker Interventionen von Torhüter Mario Britschgi, damit das Spiel in die Verlängerung ging.

Sarner Specialteams überzeugen

Ganz allgemein war bei diesem Auswärtsspiel in Weinfelden einiges los. Sarnens Schwede Robin Markström nutzte die erste Überzahlsituation des Spiels in der fünften Spielminute zur 0:1-Führung für die Obwaldner. Der Ausgleich für das Heimteam fiel nach einem schön vorgetragenen Spielzug per Direktschuss aus dem Slot. Dass die Sarner mit einem Tor Vorsprung in die erste Pause gehen konnten, hatten sie ihrem Captain Roman Schöni zu verdanken. Vor dem gegnerischen Tor behielt er eine Minute vor der Sirene die Coolness und schob unter dem Torhüter den Ball zum 1:2 ins Netz. Die Führung hatte allerdings nicht lange Bestand. Ad Astra startete unkonzentriert in den Mittelabschnitt und musste bereits nach 29 Sekunden den Ausgleichstreffer hinnehmen. Erneut drückte Wattinger auf Pass von Rubi den Ball über die Linie.

Kurz vor Spielmitte überschlugen sich dann die Ereignisse: Zunächst ging Thurgau nach einem Konterangriff erstmals in der Partie in Führung. Wenig später liess sich Amstutz nach einer kleinen Rangelei zu einer unnötigen Tätlichkeit hinreissen und wurde dafür vom Feld gestellt. Die folgende 5-minütige Unterzahlsituation überstanden die Gäste jedoch schadlos. Mehr noch, sie erzielten durch Marco Schöni gar den Ausgleich. Die Thurgauer hatten darauf jedoch nochmals eine Antwort bereit, Lienert traf in der 37. Minute zur 4:3-Führung.

Im Schlussdrittel mussten die Gäste somit nochmals aufdrehen, um die Rückreise ins Obwaldnerland nicht ohne Punkte anzutreten. Der erneute Ausgleich zum 4:4 gelang Sarnens finnischem Flügelstürmer Lauri Liikanen nach einem Gegenstoss allein vor dem gegnerischen Goalie. Der stärkste Spieler des Heimteams an diesem Abend, Yannick Rubi, nutzte wenige Minuten später einen Freistoss mit einem cleveren Schuss zur 5:4-Führung. Sarnens Coach Moilanen reagierte, nahm ein Time-out und schickte fortan nur noch zwei Blöcke aufs Feld. Diese Massnahmen fruchteten: Nach einem Abschluss von Marco Schöni klärte ein Thurgauer irregulär im Schutzraum stehend. Den fälligen Penalty verwandelte erneut Liikanen sicher zum 5:5.

«Die schadlos überstandene lange Unterzahlsituation im Mitteldrittel war sicher eine Schlüsselphase. Allgemein waren unsere Specialteams der Schlüssel zum Erfolg», analysierte Markström. Diese Aussage belegen die Zahlen: Ad Astra konnte zwei von drei Powerplay-Situationen ausnützen und überstand selbst ganze 11 Minuten in Unterzahl ohne Gegentreffer bei einem erzielten Unterzahltor. Trotzdem war Verteidiger Markström nicht ganz zufrieden: «Im Spiel mit Ball waren wir ungewohnt ungenau. Dies müssen wir in den nächsten Spielen wieder verbessern, dann reicht es auch wieder zu Siegen nach 60 Minuten.»

Zittern bis zum Schluss auch gegen Davos-Klosters

Gestern Abend liessen die Sarner im Heimspiel einen 8:7-Sieg über Davos folgen. Nach gutem Start verlor Ad Astra im Mitteldrittel etwas die Konzentration, konnte aber am Ende drei Punkte ins Trockene bringen und ist derzeit auf dem dritten Rang zu finden. (jh)

Thurgau – Sarnen 5:6 (1:2, 3:1, 1:2, 0:1) n. V.

Paul-Reinhart-Halle, Weinfelden. – 208 Zuschauer. – SR Bühler/Bühler. – Tore: 5. Markström (Abegg/Ausschluss Bischofberger) 0:1. 13. Wattinger (Rubi) 1:1. 19. R. Schöni (Berchtold) 1:2. 20:28 Wattinger (Rubi) 2:2. 29. Rajeckis (Rubi) 3:2. 32. M. Schöni (Liikanen/Ausschluss Amstutz!) 3:3. 37. Lienert (Pfister) 4:3. 43. Liikanen 4:4. 47. Rubi 5:4. 56. Liikanen 5:5 (Penalty). 65. Markström (Ausschluss Huber) 6:5. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 2-mal 2 Minuten plus 1-mal 5 Minuten und Matchstrafe (Amstutz) gegen Sarnen.

Sarnen – Davos 8:7 (3:0, 3:5, 2:2)

Dreifachhalle. – 240 Zuschauer. -SR Gasser/Streit. – Tore: 9. Liikanen (Boschung) 1:0. 9. Ming (Höltschi) 2:0. 15. Liikanen (Boschung) 3:0. 22. 3:1. 23. Schöni (Zurmühle) 4:1. 24. 4:2. 25. Eronen 5:2. 25. Ming (Schöni) 6:2. 27. 6:3. 35. 6:4. 40. 6:5. 41. Liikanen (Abegg) 7:5. 51. Eronen (Liikanen) 8:5. 53. 8:6. 57. 8:7. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Ad Astra Sarnen, 3-mal 2 Minuten gegen Davos-Klosters.