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UNIHOCKEY: Finne peppt die Luzerner auf

Perttu Kytöhonka ist ab dieser Saison neuer Trainer des Erstligisten Unihockey Luzern. Der 36-jährige Finne kommt von einem finnischen Traditionsklub und bringt viel Erfahrung mit.
Hat sich in Luzern bestens akklimatisiert: der 36-jährige Perttu Kytöhonka, der neue Übungsleiter von Unihockey Luzern. (Bild: Roger Grütter)

Hat sich in Luzern bestens akklimatisiert: der 36-jährige Perttu Kytöhonka, der neue Übungsleiter von Unihockey Luzern. (Bild: Roger Grütter)

Claudio Zanini

Perttu Kytöhonka erfüllt zwar nicht das Klischee des schweigsamen Nordländers, ist aber dennoch ein ruhiger Zeitgenosse. Es eilt ihm der Ruf voraus, ein scharfsinniger Trainer zu sein, etwa im Stile eines Pep Guardiola von Bayern München. Guardiola zählt Kytöhonka denn auch zu seinen Inspirationsquellen, Die Biografie des spanischen Startrainers liegt beim finnischen Uni­hockey-Lehrer auf dem Nachttisch. Bemerkenswertes Detail: Der Skandinavier sieht seinem katalanischen Idol nicht einmal unähnlich.

Der 36-jährige Finne war 20 Jahre beim TPS Turku tätig: als Spieler, als Trainer der ersten Mannschaft in Finnlands höchster Liga und als Juniorentrainer. Kytöhonka bringt viel Erfahrung mit, die er in einem Land sammelte, das nebst Schweden die professionellsten Strukturen im Unihockey bereitstellt. Finnland gilt gemeinhin als eine der Unihockey-Geburtsstätten. Und die finnische Nationalmannschaft holte an den letzten vier Weltmeisterschaften zweimal den Titel.

«Will mich weiterentwickeln»

Die Frage drängt sich auf, warum der Finne ausgerechnet bei den Luzerner 1.-Ligisten eine neue Herausforderung sucht. Kytöhonka lächelt, bevor er in akzentfreiem Englisch zur Antwort ausholt. «Es war eine lange Zeit, die ich beim selben Verein verbracht habe. Ein anderer Klub in Finnland wäre für mich nicht in Frage gekommen, daher schaute ich mich im Ausland um. Es geht mir vor allem darum, mich als Coach, aber auch als Person weiterzuentwickeln, und das kann ich hier.» Mit NLA-Teams habe er in der Schweiz verhandelt, eine Einigung kam aber nicht zu Stande. «Welche Teams, möchte ich nicht sagen», winkt Kytöhonka freundlich ab. Anschliessend habe ein befreundeter Finne vom offenen Trainerposten in Luzern gehört und den Kontakt hergestellt. Im April kam er zum ersten Mal in die Zentralschweiz, machte sich ein Bild des Klubs und sagte wenig später zu.

Kleines Gehalt

In der Gemeinde Lieto ist Kytöhonka aufgewachsen, im Südwesten Finnlands, unweit von der Stadt Turku – mit 175 000 Einwohnern die fünftgrösste Stadt in Finnland. «Im Frühjahr sieht man dort die Sonne während dreier Monate nicht, im Sommer steigt die Temperatur kaum über 25 Grad», sagt er mit einem Schmunzeln. Eigentlich hat er die Ausbildung zum Primarlehrer gemacht, aber aufgrund seiner Anstellung bei TPS Turku nie auf dem eigentlichen Beruf gearbeitet. In Luzern erhält er ein kleines Gehalt und arbeitet nebenher in einem Restaurant in der Altstadt. Seine Ehefrau Mariana und seine beiden Hunde sind Anfang September auch nach Luzern gezogen. Mariana arbeitet nun in der Zentralschweiz als Physiotherapeutin.

Positiv überrascht vom Team

Die Angewöhnungsphase verlief für den Finnen problemlos. «Luzern ist wahrscheinlich eine der schönsten Städte, die ich je gesehen habe.» Mit dem Bike habe er bereits mehrmals das Eigenthal erkundet in der Freizeit. Und wenn es nach Kytöhonka ginge, könnte man bei Unihockey Luzern ruhig mehr trainieren. Zwei Übungseinheiten pro Woche sind ein Pensum, das er sich aus der Vergangenheit nicht gewohnt ist. «Ich war aber sehr positiv überrascht von meinem neuen Team. Es gibt viele junge und lauffreudige Spieler.» Das Laufen im Allgemeinen werde im Schweizer Unihockey mehr gewichtet. «Wahrscheinlich ist das ein Stereotyp. Aber in Finnland haben wir das Bild im Kopf, dass in den Schweizer Ligen sehr viel gerannt wird.»

Die ausgedehnten Waldläufe werden im Training unter Kytöhonka nicht mehr zu finden sein, er will vor allem mit «Stöcken und Bällen» trainieren lassen. Denn der Ballbesitz geniesst höchste Priorität. «Es ist enorm wichtig, dass die Spieler den Zweck hinter den Laufwegen verstehen und die richtigen Entscheidungen treffen. Nur Kilometer abzuspulen, bringt nichts.» Im Umfeld der Spieler ist zu hören, dass eine neue Professionalität Einzug gehalten habe – dank Kytöhonka herrscht so etwas wie Aufbruchstimmung bei den Luzernern.

Längerfristig in die NLB aufsteigen

Am Samstag (20.15, Utenberg) beginnt für die Luzerner die Meisterschaft mit dem Heimspiel gegen Pfannenstiel Egg. Kytöhonka möchte nicht zu forsche Ziele formulieren. «Ich kenne die anderen Teams unserer Gruppe nicht wirklich. Aber wir streben in den nächsten zwei bis drei Jahren den NLB-Aufstieg an.» Wie lange der Finne in Luzern bleiben wird, ist indessen unklar. Sein Vertrag ist auf ein Jahr mit einer Option auf eine Verlängerung festgesetzt. Die Vorzeichen auf eine längerfristige Beziehung stehen schon mal gut.

Männer, 1. Liga, Grossfeld

Gruppe 2. 1. Runde. Samstag (19. September): Gordola - Bülach (15.30). Bassersdorf-Nürendorf - Herisau (17.30). Rheintal Gators Widnau - Vipers Innerschwyz (18.00). Unihockey Luzern - Pfannenstil Egg (18.00, Hofmatt, Meggen). Nesslau Sharks - Jump Dübendorf (20.00).

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