UNIHOCKEY: Nächster Anlauf auf den Aufstieg

Verteidiger und Urgestein Markus Grüter glaubt an den zweiten NLA-Aufstieg von Zug United. Trotz der etwas seltsamen Trennung von Trainer Arto Riihimäki.

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Markus Grüter und seine Teamkollegen haben ein klares Ziel vor Augen, 
das sie in den kommenden Wochen verfolgen werden. (Bild Maria Schmid)

Markus Grüter und seine Teamkollegen haben ein klares Ziel vor Augen, das sie in den kommenden Wochen verfolgen werden. (Bild Maria Schmid)

Martin Mühlebach

In der Saison 2010/11 schaffte Zug United den Aufstieg in die Nationalliga A. Die Freude war von kurzer Dauer: Nach nur einem Jahr stieg die Mannschaft wieder ab. 2013 engagierte der Verein mit dem finnischen Trainer Arto Riihimäki einen ausgewiesenen Fachmann, unter dem sich die United auf Anhieb für die Aufstiegsrunde qualifizierte. «Unsere Aufstiegsträume platzten jedoch, weil wir gegen den UHC Uster in der Best-of-Seven-Serie nach nur vier Partien sang- und klanglos ausschieden», erzählt der 26-jährige Zuger Verteidiger Markus Grüter, der seit fast zehn Jahren dem Team angehört.

Vom Aufstieg überzeugt

In der laufenden Saison hat sich Zug United nun schon vorzeitig als Gruppensieger wieder für die Playoffs qualifiziert (siehe nebenstehenden Text). Unabhängig vom Ausgang dieser Partien haben sich der Verein und Trainer Arto Riihimäki darauf, sich trotz eines noch bis Ende der Saison 2016/17 gültigen Vertrages am Ende der laufenden Saison zu trennen. Die vorzeitige Bekanntgabe dessen beunruhigt Grüter nicht. Er sagt: «Der Verein hat nun die Möglichkeit, rechtzeitig einen neuen Trainer zu finden, und Riihimäki wird seine Arbeit bei uns bis zu seinem Abschied in gewohnt professioneller Manier weiterführen. Wir streben gemeinsam den Aufstieg an, und ich bin überzeugt, dass wir diesmal unser Ziel erreichen werden.»

Dass sich das Team im Kampf um den Aufstieg nach den NLB-Playoffs auch gegen ein NLA-Team behaupten müsse, habe zwei Seiten. «Es könnte sein, dass das NLA-Team in den ersten Spielen aufgrund des gewohnt höheren Spielrhythmus einen leichten Vorteil hat. Für uns spricht, dass wir aus einer Positivspirale kommen und viel Selbstvertrauen getankt haben.»

Grosse Erfahrung

Grüter gilt als ein Spieler, der kühlen Kopf bewahren kann, wie er bestätigt: «Ich lasse mich kaum jemals provozieren, bleibe ruhig und beherrsche mich selbst in kritischen Situationen.» In den noch zwei emotional herausfordernden Playoffrunden, die bis zu den Aufstiegsspielen noch zu überstehen seien, werde es wichtig sein, keine Hektik aufkommen zu lassen. Grüter, der im Alter von 7 Jahren dem UHC Einhorn Hünenberg beitrat und seither einige Erfolge feiern konnte, hat genügend Erfahrung, um die Lage richtig einschätzen zu können. Als er gefragt wird, weshalb ihn Unihockey fasziniere, sagt er ohne zu zögern: «Unihockey ist ein schneller, dynamischer Teamsport. Er funktioniert nur, wenn die Linien ineinandergreifen und das Teamgefüge stimmt. Dass Führungen oder Rückstände innerhalb von wenigen Minuten kippen können, sorgt für Spannung bis zum Schluss.»

Auf seine Rolle als Verteidiger angesprochen, sagt Grüter: «Mir macht es Freude und Spass, meine Physis in den Zweikämpfen auszuspielen und das Spiel von hinten heraus anzukurbeln. Ich denke, dass meine Stärken viel mehr im genauen Passspiel und in einer gewissen Spielintelligenz als im Abschluss liegen.» Die nötige Technik habe er sich schon als Knirps angeeignet, als er sich mit seinem älteren Bruder Raphael und mit seinem Zwillingsbruder Thomas – er spielt mit den Grasshoppers Zürich in der NLA – auf Asphaltplätzen und sogar auf Strassen ausgetobt habe. «Das hat uns oftmals Rügen von Nachbarn eingetragen», schiebt Grüter mit einem verschmitzten Lächeln nach.

Kinderaugen faszinieren ihn

Wenn er nicht Unihockey spiele, widme er sich seinem Germanistik- und Geschichtsstudium an der Universität Zürich. In seiner Freizeit lese er gerne ein gutes Buch oder er geniesse das Zusammensein mit Freunden und Kollegen, verrät Grüter. «Besonderen Spass macht es mir, etwas mit den drei Kindern meiner Schwester Andrea zu unternehmen. Die strahlenden Kinderaugen sind mit nichts auf dieser Welt zu vergleichen», sagt er glaubhaft, zumal dabei auch über sein Gesicht ein zufriedenes Lächeln gleitet.