UNIHOCKEY: Nilssons eindrückliche Rückkehr

Zug United beendet das Jahr 2016 mit zwei Auswärtssiegen. Die Zentralschweizer legen die Basis zum Erfolg mit einem starken Startdrittel. Und sie können sich auf ihren Star verlassen.

Sascha Rhyner
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Billy Nilssons Jubelgeste war länger nicht mehr zu sehen. (Bild: Michael Peter/Zug United (Zug, 1. Oktober 2016))

Billy Nilssons Jubelgeste war länger nicht mehr zu sehen. (Bild: Michael Peter/Zug United (Zug, 1. Oktober 2016))

Sascha Rhyner

sport@zugerzeitung.ch

Die Meisterschaftspause wegen der WM in Lettland bekam den Zugern offensichtlich nicht. Wie schon nach dem Unterbruch im November bekundeten die Zentralschweizer auch in Davos Mühe, ihr Spiel zu finden und in die Gänge zu kommen. Die Bündner nützten die Unzulänglichkeiten wiederholt aus und kamen zu gefährlichen Abschlüssen vor dem Zuger Tor. Prompt gelang schon in der 4. Minute durch Franco Laely der Führungstreffer. Der Davoser Captain stocherte so lange nach, bis der Ball über der Linie war. Die Antwort der Zuger kam in Form von Billy Nilsson. Der Schwede hatte die vorangegangenen sechs Partien wegen einer Knieverletzung verpasst. In Davos meldete er sich mit einem Hattrick zwischen der 5. und 13. Minute zurück. Das dritte Tor fiel im Powerplay. Es waren in einer ausgeglichenen Partie letztlich die Tore, die am Ende die Differenz ausmachten – zumal Sandro Poletti kurz vor der ersten Drittelpause, ebenfalls im Powerplay, das 4:1 gelang.

Ab dem zweiten Drittel gaben die Zuger das Spiel mehr und mehr aus der Hand. Oder anders formuliert: Die Davoser fanden über den Kampf immer besser in die Partie und erspielten sich zahlreiche Chancen. Diese vergaben sie indes entweder aus eigenem Unvermögen, oder sie scheiterten am stark aufspielenden Goalie Florian Bär. Die Zuger hielten sich in der Phase auch in zwei Unterzahlsituationen schadlos. Und den Anschlusstreffer von Adrian Marugg beantwortete Aki Hietanen 36 Sekunden vor der zweiten Pause mit einem direkt verwandelten Freischlag.

Das Bild änderte sich im letzten Drittel nur wenig. Die Zuger konzentrierten die angegriffenen Kräfte, da gleich mehrere Spieler angeschlagen waren. Mike Jäger brachte aus Davoser Sicht die Hoffnungen noch einmal zurück. Zu mehr reichte es den Davosern indes nicht. Joona Rantala beruhigte mit dem 6:3 nach einem Rush von Manuel Staub die Zuger Nerven, und Hietanen sorgte – abermals in der letzten Minute – mit dem 7:3 für den Schlusspunkt. «Es sind immer schwere Spiele gegen Davos, die sehr physisch geprägt sind», sagte Torhüter Bär nach dem Spiel. Hietanen überreichte dem Zuger Keeper als Dank für die starke Leistung spontan den Best-Player-Preis. «Es ist eine schöne Geste, die zeigt, wie gut unser Teamspirit ist», freute sich der Beschenkte.

Teilweise spektakuläre Tore

Am Folgetag feierten die Zuger in Langenthal einen Auftakt nach Mass: Manuel Staub verwertete nach 47 Sekunden eine Vorlage von Nilsson. Diesen Schwung nahmen die Zuger mit und verdoppelten den Vorsprung gegen Langenthal Aarwangen (ULA) nur drei Minuten später. Steven Fiechter verwertete ein hohes Zuspiel von Manuel Blöchliger spektakulär. Und den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch Reto Gygax, der alleine vor dem Tor vergessen worden war, beantwortete Hietanen in der letzten Sekunde eines Überzahlspiels. Auch die zweite Strafe gegen ULA verwerteten die Zuger: Diesmal stand Captain Poletti richtig. Als Nilsson mit einer Volleyabnahme gar auf 5:1 erhöhte und Rantala nach 35 Sekunden im zweiten Spielabschnitt das 6:1 erzielte, schienen die Zuger auf dem Weg zu einem weiteren Kantersieg. «Es war mehr Energie in der Mannschaft als noch am Vortag», hielt Nilsson fest. «Das erste Drittel war sehr gut, nur haben wir dann – wie zuletzt öfters – den Rhythmus nicht hochgehalten.» Doch so leicht gaben sich die Oberaargauer nicht geschlagen. In der 45. Minute verkürzten sie sogar auf 3:6. Ein etwas glückhafter Freischlagtreffer von Thomas Grüter sorgte für die nötige Beruhigung auf Zuger Seite. Schliesslich gewannen sie mit 8:4 und gehen als Leader mit drei Punkten Reserve auf den ersten Verfolger Thurgau in die Weihnachtspause.

Mit sieben Skorerpunkten (4 Tore und 3 Assists) meldete sich Billy Nilsson eindrücklich zurück: «Die Punkte sind natürlich schön, aber noch wichtiger waren die beiden Siege. Und für mich persönlich war es wichtig, dass ich keine Probleme mit dem Knie hatte und es voll belasten konnte», sagte der Schwede mit der Irokesenfrisur.

Davos-Klosters - Zug United 3:7 (1:4, 1:1, 1:2)

Arkaden, Davos Platz. – 152 Zuschauer. – SR Britschgi/Gasser. – Tore: 4. Franco Laely 1:0. 5. Billy Nilsson (Rantala) 1:1. 7. Billy Nilsson (Staub) 1:2. 13. Billy Nilsson (Hietanen/Ausschluss Hartmann) 1:3. 20. Poletti (Hietanen/Ausschluss Dürr) 1:4. 37. Marugg (Jäger) 2:4. 40. Hietanen 2:5. 46. Jäger (Marugg) 3:5. 54. Rantala (Staub) 3:6. 60. Hietanen (Blöchliger/Ausschluss Franco Laely) 3:7. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen I. M. Davos-Klosters. 2-mal 2 Minuten gegen Zug United.

Davos: Horn; Guidon, Hartmann; Hänggi, Hoffmann; Joos, Thöny; Vladar; Franco Laely, Baumgartner, Rizzi; Wiedmer, Buchli, Dürr; Jäger, Galey, Marugg.

Zug: Bär; Staub, Yannick Schelbert; Uhr, Hietanen; Menon, Furger; Markus Grüter; Meier, Rantala, Billy Nilsson; Poletti, Thomas Grüter, Suter; Marco Laely, Blöchliger, Fiechter; Bachmann.

Bemerkungen: Zug ohne Petter Nilsson (krank), Müller, Joshua Schelbert und Stutzer (alle verletzt). 40. Fiechter verletzt ausgeschieden. 13. Horn hält Penalty von Rantala. 56. Horn hält Penalty von Billy Nilsson.

Langenthal - Zug United 4:8 (1:5, 1:1, 2:2)

Kreuzfeld, Langenthal. – 61 Zuschauer. – SR Hohler/Koch. – Tore: 1. Staub (Billy Nilsson) 0:1. 4. Fiechter (Blöchliger) 0:2. 5. Gygax (Lüthi) 1:2. 10. Hietanen (Billy Nilsson/Ausschluss Gygax) 1:3. 15. Poletti (Hietanen/Ausschluss Jonsson) 1:4. 17. Billy Nilsson (Uhr) 1:5. 21. Rantala (Billy Nilsson) 1:6. 32. Schneeberger (Simon Meier/Ausschluss Staub) 2:6. 45. Ingold (Lang) 3:6. 48. Thomas Grüter (Menon) 3:7. 57. Lüthi (Althaus) 4:7. 60. Hietanen (Poletti) 4:8. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Unihockey Langenthal Aarwangen. 1-mal 2 Minuten gegen Zug United.

Langenthal Aarwangen: Schönbucher; Jonsson, Simon Meier; Lüthi, Schneeberger; Jérome Grütter, Althaus; Ingold, Wolf, Eggerschwiler; Gygax, Roth, Lang; Nyffenegger, Jordi, Cédric Grütter.

Zug: Bär; Staub, Yannick Schelbert; Menon, Hietanen; Markus Grüter, Furger; Uhr, Rantala, Billy Nilsson; Poletti, Thomas Grüter, Suter; Laely, Blöchliger, Fiechter.

Bemerkungen: Langenthal ohne Mühlethaler (verletzt), Zug ohne Petter Nilsson, Daniel Meier (beide krank), Müller, Joshua Schelbert und Stutzer (alle verletzt). 58. Time-out Langenthal, anschliessend meistens mit sechs Feldspielern und ohne Goalie.

NLB. Rangliste (alle 15 Spiele): 1. Zug 42 Punkte. 2. Thurgau 39. 3. Basel 33. 4. Sarnen 26. 5. Sarganserland 23. 6. Langenthal Aarwangen 21. 7. Ticino 18. 8. Gordola 17. 9. Schüpbach 16. 10. March-Höfe 14. 11. Davos-Klosters 13. 12. Olten Zofingen 8.