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UNIHOCKEY: Plötzlich stand er in der Halle

Marcus Thunvall (26) von Zug United ist bereit für die Playoff-Serie gegen Köniz, die am Sonntag beginnen wird. Er bewohnt eine WG mit Billy Nilsson. Jener ist der Grund, warum der Schwede in Zug spielt.
Ruedi Burkart
Die Skorerpunkte von Marcus Thunvall sind einer der Gründe für die erstmalige NLA-Playoff-Qualifikation der Zuger. (Bild: Maria Schmid (Zug, 21. Februar 2018))

Die Skorerpunkte von Marcus Thunvall sind einer der Gründe für die erstmalige NLA-Playoff-Qualifikation der Zuger. (Bild: Maria Schmid (Zug, 21. Februar 2018))

Ruedi Burkart

sport@zugerzeitung.ch

Auf einmal ist alles ganz schnell gegangen. Am 2. Januar 2017 meldet das Onlineportal der schwedischen Zeitung «Gefle Dagblad», dass Marcus Thunvall seinen Stammverein Gävle in Richtung Schweiz verlassen habe, um dort «als Profi zu spielen». Wenige Tage zuvor war Thunvall in der Zuger Stadthalle gestanden, um sein erstes Training mit den Zugern zu absolvieren. «Er fragte uns, ob er mittrainieren dürfe», erinnert sich der Teamcaptain Sandro Poletti an jene Tage vor gut einem Jahr. Thunvall durfte – und hinterliess beim damaligen Zuger Trainer Jarkko Rantala und dessen Staff offenbar einen bleibenden Eindruck. «Wir verpflichteten Marcus im Hinblick auf die Aufstiegsspiele als eine Art Fallschirm, als möglichen Ersatz, falls wir Ausfälle wegen Verletzungen haben sollten», sagt Sascha Rhyner, damals Rantalas Assistent und seit dieser Saison Chefcoach der Zuger.

Thunvalls Transfer vom 2.-Divisions-Klub Gävle war gewiss eine weise Entscheidung. Denn nach der Festtagspause 2016/17 gehörte der Schwede fix zum Aufgebot von Zug United, das damals in der Nationalliga B an der Spitze der Tabelle einsam seine Kreise zog. Nach einer Phase der Angewöhnung mauserte sich der ruhige Schwede zu einem echten Teamleader. Gegen Ende der abgelaufenen NLA-Qualifikation blühte Thunvall so richtig auf, und seit er in der ersten Sturmformation an der Seite von Landsmann Billy Nilsson spielen kann, zeichnet er sich durch eine fast schon unheimliche Effizienz aus. In den 22 Partien kam Thunvall auf insgesamt 33 Skorerpunkte, davon 23 Tore.

Das Wiedersehen der Schulfreunde

Stichwort Billy Nilsson: Der Zuger Topskorer ist der Hauptgrund dafür, dass Thunvall in der Zentralschweiz gelandet ist. «Wir beide kennen uns seit der Schulzeit», sagt Thunvall schmunzelnd. Die beiden sind in der 75000-Einwohner-Stadt Gävle, rund 170 Kilometer nördlich von Stockholm, in derselben Strasse aufgewachsen. Thunvall: «Unsere Wohnungen lagen keine 20 Meter voneinander entfernt.» Kein Wunder, dass die beiden jetzt in Zug eine Unihockey-WG bilden. Erstaunlich hingegen: Als Aktive mussten sich die beiden erst in Zug treffen, um gemeinsam auf Torejagd gehen zu können. «Billy ist zwei Jahre älter als ich, darum verpassten wir uns immer wieder. Und dann machte er ja eine grossartige Karriere.» Nilsson wechselte im Sommer vor zwei Jahren als Topskorer der höchsten schwedischen Liga in die Zentralschweiz.

Wo sieht Thunvall die hauptsächlichen Unterschiede im Unihockey zwischen dem Land des Weltmeisters und der Schweiz? «Nun, hier wird offensiver gespielt als in Schweden. Das gefällt mir besser als das taktische Defensivspiel bei uns zu Hause, und das kommt auch meiner Spielanlage entgegen.» Bleibt noch die Frage nach der beruflichen und sportlichen Zukunft. Die Antwort erstaunt nicht: Es gefalle ihm sehr gut in Zug. «Wir haben ein tolles Team. Und der See ist wunderschön.» Definitiv sei mit dem Verein hinsichtlich der kommenden Saison 2018/19 jedoch noch nichts fixiert. Vereinspräsident Patrick Trachsel gibt derweil unverbindlich zu Protokoll: «Marcus ist ein sehr wichtiger Spieler für uns.» Wetten, dass Thunvall auch im kommenden Herbst das Zuger Dress trägt?

Der «Profi» als Sanitär

Auch wenn Thunvall laut schwedischen Medienberichten als Berufssportler in die Schweiz wechselte – allein mit Unihockey spielen verdient auch der gelernte Zimmermann sein Geld nicht. In der Firma von Zug-United-Vizepräsident Hans Bachmann arbeitet Thunvall in einem Teilzeitpensum als Helfer bei Sanitär- und Heizungsinstallationen. Wenn er eines Tages wieder nach Schweden zurückkehrt, werde er voraussichtlich wieder als Zimmermann arbeiten.

Doch so weit ist es noch nicht. «Wir wollen jetzt erst einmal die Saison erfolgreich zu Ende spielen. Alle freuen sich auf die Partien gegen Köniz», sagt der Schwede. Alles andere könne warten. Kein Zweifel: Marcus Thunvall ist allem Anschein nach bereit für den heissen Tanz mit dem grossen Favoriten. Die Fans erinnern sich gerne an den 11:8-Sieg gegen Chur am vergangenen Sonntag. In jener Partie erzielte der Schwede vier Treffer und wurde zu Recht als bester Akteur ausgezeichnet.

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