UNIHOCKEY: Riesige Delegation vertritt Zug

Die Erfolgsgeschichte von Zug United geht mit der 13. Teilnahme an den Prague Games weiter. Der Cheforganisator blickt zurück auf die Anfänge und schildert unvergessliche Momente.

Ruedi Burkart
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Rund 350 Nachwuchsspieler und 70 Betreuer und Trainer reisen nach Prag. (Bild: Ruedi Burkart (Rotkreuz, 21. Mai 2017))

Rund 350 Nachwuchsspieler und 70 Betreuer und Trainer reisen nach Prag. (Bild: Ruedi Burkart (Rotkreuz, 21. Mai 2017))

Ruedi Burkart

sport@zugerzeitung.ch

Rotkreuz wurde am vergangenen Sonntag zur temporären «Uni­hockey Town». Rund 350 Nachwuchsspielerinnen und -spieler trafen sich bei der Dorfmatthalle zum offiziellen Start der diesjährigen Prague-Games-Mission. Neben Trainings, Testspielen und einem ausgiebigen Brunch wurden die Akteure in Workshops auf fairen und erfolgreichen Sport eingeschworen.

Bemerkenswert: Was 2005 mit der erstmaligen Teilnahme eines Juniorinnenteams der Zuger Highlands begann, entwickelte sich mit den Jahren zu einer festen Grösse im Zentralschweizer Sportkalender. Unter dem Namen Zug United nehmen diesen Sommer bereits zum 13. Mal Akteure im Alter zwischen 12 und 18 Jahren aus Zug und den angrenzenden Kantonen am grössten Unihockey-Nachwuchsturnier der Welt in Prag teil.

Köbi Eugster, die Triebfeder

Ein Name ist mit dem Prager Abenteuer der Zuger Kids seit jeher eng verknüpft. Köbi Eugster aus Honau ist das Gesicht der Prague Games in der Schweiz. Er ist seit der zweiten Auflage im Jahr 2006 dabei, als man erstmals unter dem Namen Zug United mit fünf Teams nach Tschechien reiste. «Es fehlte damals noch ein Teammanager. Da habe ich kurzerhand zugesagt», sagt Eugster über seinen Einstieg. Offenbar hatte er Spass an der Sache, denn er ist immer noch dabei. «Noch dabei» ist eine ziemliche Untertreibung. Eugster leitet die gesamte Delegation, bei ihm laufen alle Fäden zusammen.

So orchestrierte er am vergangenen Sonntag lautstark die Teams bei den Fotoshootings. Und schliesslich musste Eugster sich auch noch um seine Mannschaft kümmern. Seit Jahren coacht er ein Team, immer die Jüngsten. Und meistens mit Erfolg. Nicht nur einmal gewannen «Köbis Jungs» in den letzten Jahren das traditionelle Vorbereitungsturnier, die Coppa Grande, in Tenero.

Glück und Pech liegen nah beieinander

Eugsters Erfahrungsschatz ist riesig. Wollte man alle seine Eindrücke, sein Wissen, seine Passion, seine Begeisterung in Worte fassen, man könnte ein Buch darüber schreiben. Eugster erzählt von unvergesslichen Momenten, von Siegen gegen höher eingestufte Gegner aus Finnland oder Schweden. Aber auch von bitteren Niederlagen. So wie jene vor zwei Jahren, als die Mannschaft B14 kurz vor dem ersten Turniersieg einer Zuger Mannschaft überhaupt in Prag stand. 20 Sekunden vor dem Abpfiff musste das Team um Trainer Patrick Berwert vor einer imposanten Zuschauerkulisse den Ausgleich hinnehmen, um in der anschliessenden Penalty-Lotterie mit viel Pech doch noch zu verlieren.

«Solche Momente sind hart, aber auch unvergesslich. Dafür arbeiten wir im ganzen Team hinter den Kulissen gern», sagt Eugster. Und ergänzt nicht ohne Stolz, dass die Zentralschweizer seit 2011 stets zumindest ein Team in den Medaillenrängen platzieren konnten. Im OK wird Eugster von zahlreichen guten Seelen unterstützt, die monatelang für die eine Woche im Juli arbeiten. Das Team besteht seit acht Jahren aus den selben Personen.

«Wir machen das gern für die sportlichen Jungen», erzählt Hans Bachmann. Der ehemalige Präsident von Zug United ist einer der ganz grossen Unihockey-Förderer der Region und amtet während der Prag-Woche als «strenger, aber fairer Quartiermeister», wie es Köbi Eugster schmunzelnd ausdrückt. Bemerkenswertes Detail: Sämtliche Zuger Mannschaften und der gesamte Staff sind im selben Hotel untergebracht.

Nach dem gelungenen Kick-off-Tag in Rotkreuz darf das Organisationskomitee durchatmen. Die ganze Delegation scheint auf Kurs, das Abenteuer kann demnächst beginnen. Doch bevor in der tschechischen Hauptstadt das Teamhotel in Beschlag genommen wird, steht den Spielerinnen, Spielern und Betreuern am 8. Juli eine rund zehnstündige Carfahrt gen Osten bevor.