Unihockey
Zug United legt in den Playoffs vor: Noch fehlen zwei Siege für den erstmaligen Einzug in die Halbfinals

Zwei Erfolge innert 24 Stunden: Jetzt liegen die Zuger im NLA-Viertelfinal gegen Favorit Wiler-Ersigen mit 2:1 vorne.

Ruedi Burkart
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Zugs Severin Nigg (rechts) kommt gegen den Wiler Tatu Väänänen zum Torabschluss.

Zugs Severin Nigg (rechts) kommt gegen den Wiler Tatu Väänänen zum Torabschluss.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus (Winterthur, 13.März 2021)

Da bahnt sich eine ganz grosse Überraschung an. Dank eines 6:4-Erfolgs im «TV-Spiel» vom Samstag sowie einem 2:1-Auswärtssieg gestern nach Penaltyschiessen sind die Zuger gegen Rekordmeister Wiler-Ersigen auf gutem Weg, erstmals in ihrer Vereinsgeschichte eine K.-o.-Runde zu überstehen. Dank stark aufspielenden Jungen und einem routinierten Goalie Petter Nilsson in der Form seines Lebens rechnet sich Zug in der engen Serie gegen die Berner gute Chancen auf den Einzug ins Halbfinale aus.

Wenn sich die Akteure gegenseitig neutralisieren, dann müssen es halt die Jungen richten. So wie im zweiten Aufeinandertreffen von Titelverteidiger Wiler-Ersigen und dem amtierenden Cupsieger Zug United vom vergangenen Samstag. Beim 6:4-Erfolg der Zentralschweizer in der Winterthurer Axa-Arena sorgte zuerst Wilers dritte Sturmlinie für die Musik und eröffnete durch Tobias Känzig nach acht Minuten das Skore. Dann war die Reihe an den «jungen Wilden» von Zug. Innert knapp sieben Minuten drehte die begeisternd aufspielende dritte Linie mit Yannick Rubi (25), Andri Flütsch (19) und Jerome Schmidiger (21) mit total drei Treffern zum zwischenzeitlichen 3:1 die Partie. Zugs U23-Nationalspieler Severin Nigg wand seinen Teamkollegen ein Kränzchen.

«Wir wussten, dass sich die beiden ersten Linien neutralisieren werden. Und wir wussten auch, dass unsere dritte Linie besser ist als jene von Wiler.»

Zuger Penaltyschützen schlagen eiskalt zu

Nigg, auch er trotz bislang 50 Einsätzen in der Nationalliga A mit seinen erst 19 Jahren ein Jungspund, gelang 24 Sekunden nach der zweiten Pause mit dem Treffer zum 4:1 auf magistrale Vorarbeit von Captain Tim Mock die Vorentscheidung. Als der grosse Favorit Wiler-Ersigen in der Schlussphase mit Mann und Maus stürmte und eineinhalb Minuten vor Ende der regulären Spielzeit zum 4:5 verkürzen konnte, war es wiederum Nigg, der für die definitive Entscheidung besorgt war. Seinen Pass versenkte Sturmpartner Emil Julkunen 40 Sekunden vor dem Abpfiff zum entscheidenden 6:4 im verwaisten Wiler-Tor und zum 1:1-Ausgleich in der Serie nach Siegen. Dass Zugs offensives Schweden-Duo Andersson/Hallén in diesen Playoffs bisher nicht auf Touren kommt, lässt Nigg nicht gelten: «Die beiden chrampfen defensiv enorm.»

Die Tore erzielen nun eben andere. So auch gestern Abend. In einer Begegnung, die für Taktikfans zweifellos eine Augenweide gewesen sein musste, eröffnete der aufgerückte Zug-Verteidiger Tobias Flütsch mit einem platzierten Weitschuss das Skore in der 31. Minute. Weil Wiler-Captain Väänänen vier Minuten später zum 1:1 ausgleichen konnte, und in der Folge keine Tore mehr fielen, ging in die Partie in die Verlängerung. Dort hatte Zug die besseren Szenen, der entscheidende Treffer gelang indes nicht. So musste schliesslich das Penaltyschiessen entscheiden. Und dort zeigten die Zentralschweizer stahlharte Nerven. Die erfolgreichen Schützen Julkunen, Andersson und Rubi ebenso wie der einmal mehr überragend aufspielende Torhüter Petter Nilsson. So geht Zug United am kommenden Wochenende mit einer 2:1-Führung in die Fortsetzung der spannenden Serie.

In einer früheren Version war von einem Sieg die Rede, der Zug zum Weiterkommen fehlen würde. Die Serie wird aber im Best-of-7-Modus ausgetragen, weshalb es noch zwei Erfolgen bedarf. Wir bitten um Entschuldigung für diesen Fehler.

Unihockey

Männer. NLA. Playoffs, Viertelfinals (Best of 7). 1. Runde: Langnau (7.) – Köniz (3.) 5:7 (1:1, 0:3, 4:3). – 2. Runde: Waldkirch-St. Gallen (8.) – Grasshoppers (1.) 5:6 (2:2, 2:2, 1:2). Rychenberg Winterthur (6.) – Malans (2.) 1:3 (0:1, 0:2, 1:0). Zug United (5.) – Wiler-Ersigen (4.) 6:4. Köniz – Langnau 5:6 (3:1, 1:3, 1:1, 0:1) n. V.; Stand: 1:1. – 3. Runde: Grasshoppers – Waldkirch-St. Gallen 7:3 (2:0, 0:0, 5:3); Stand 2:1. Wiler Ersigen – Zug United 1:2 (0:0, 1:1, 0:0) . P.; Stand 1:2. Malans – Rychenberg 3:7 (1:2, 1:2, 1:3); Stand 2:1.

Zug United – Wiler-Ersigen 6:4 (1:1, 2:0, 3:3)
AXA Arena, Winterthur. – 0 Zuschauer. – SR Hohler/Koch.
Tore: 10. Känzig (Dudovic) 0:1. 18. Rubi (Flütsch) 1:1. 23. Rubi (Schmidiger) 2:1. 25. Flütsch (Rubi) 3:1. 41. Nigg (Mock) 4:1. 44. Laely (Hallén) 5:1. 45. Pylsy (Louis) 5:2. 49. Mendelin (Pylsy) 5:3. 59. Mendelin (Rentsch) 5:4. 60. Julkunen (Nigg) 6:4.
Strafen: Je 1-mal 2 Minuten.

Wiler-Ersigen – Zug 1:2 (0:0, 1:1, 0:0) n. P.
Grossmatt, Kirchberg BE. – 0 Zuschauer. – SR Brunner/Büschlen.
Tore: 31. Flütsch (Rubi) 0:1. 36. Väänänen (Rentsch) 1:1.
Penaltyschiessen: Mendelin –. Julkunen 0:1. Mutter –. Andersson 0:2. Louis –. Rubi 0:3.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen; 2-mal 2 Minuten gegen Zug United.