UNIHOCKEY: Zug verliert das Spektakel

Tore satt sind im NLA-Match zwischen Zug United und den Grasshoppers angekündigt gewesen. Zu Recht: United unterliegt nach hartem Fight mit 6:10. Der Spielaufbau ist schludrig.

Peter Rohner
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Der GC-Topskorer Joel Rüegger umspielt Zugs Goalie Petter Nilsson und trifft per Penalty. (Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 1. Oktober 2017))

Der GC-Topskorer Joel Rüegger umspielt Zugs Goalie Petter Nilsson und trifft per Penalty. (Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 1. Oktober 2017))

Peter Rohner

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Irgendwie hatte Zug im ersten Drittel einen Weg zurück ins Spiel gefunden. Die Gäste schienen durch Tore von Luca Graf nach einer Freistossvariante und Emil Julkunen aus kurzer Distanz ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Da schlug Steven Fiechter, vom GC-Angriff leicht unter Druck gesetzt, einen langen, hohen Pass Richtung gegnerische Hälfte, und Joshua Schelbert schoss den Ball volley an Torhüter Pascal Meier vorbei ins Netz. Das Tor hauchte dem Zuger Spiel neues Leben ein. Simon Abt provozierte mit seinem Nachsetzen ein Eigentor und den Ausgleich. Und zehn Sekunden vor der ersten Sirene traf Peter Flütsch gar zur Führung der Zuger.

Zur Freude der knapp 400 Zuschauer in der Sporthalle entwickelte sich in der Folge ein ausgeglichenes Spiel. Die Grasshoppers liessen wiederholt ihre Gefährlichkeit aufblitzen, und der Schwede Julkunen glich die Partie mit einem Direktschuss wieder aus. Kurz nach Spielhälfte passierte dann Kursweisendes: Die Schiedsrichter verhängten einen Penalty, den Joel Rüegger souverän verwandelte. Zwar gelang Zug im Powerplay – Rüegger sass auf der Strafbank – nochmals der Ausgleich, doch nur 25 Sekunden später reüssierte Michael Zürcher mit einem Schuss von der linken Seite. Diesem Rückstand sollte das Heimteam in der Folge vergeblich nachrennen – auch wegen des eigenen Unvermögens in der Chancenauswertung. So vergab Marcus Thunvall gleich zweimal allein vor Pascal Meier.

An Selbstkritik mangelt es nicht

Im letzten Spielabschnitt erhöhten die Grasshoppers ihren Vorsprung sukzessive und fanden auf die beiden Tore von Billy Nilsson und Thomas Grüter jeweils die passenden Antworten. So komplettierten Julkunen sowie Rüegger – dieser abermals per Penalty – ihren Hattrick. Letzterer erzielte vier Sekunden vor Schluss, nach einem gar ungestümen Forechecking der Zuger, gar noch das «Stängeli» für die Stadtzürcher. «Mit zehn Gegentoren ist es natürlich schwierig, auf diesem Niveau eine Partie zu gewinnen», wusste auch Fiechter nach dem Spiel. Den Grund für diese hatte er schnell gefunden: «Wir machten zu viele Fehler im Spielaufbau. Zu oft versuchten wir, durch die Mitte zu spielen oder zu passen, und verloren so den Ball. Das wird sofort bestraft.»

Für die Zuger geht es am nächsten Sonntag in der Meisterschaft mit dem Auswärtsspiel gegen die Unihockey Tigers weiter. «Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen und einen einfacheren Spielaufbau pflegen», fordert Fiechter.

Zug United - Grasshoppers 6:10 (3:2, 1:3, 2:5)

Sporthalle. – 385 Zuschauer. – SR Bebie/Stäheli. – Tore: 13. Graf (Bier) 0:1. 16. (15:05) Julkunen (Zürcher) 0:2. 16. (15:57) Joshua Schelbert (Fiechter) 1:2. 18. Abt 2:2 (Eigentor GC). 20. (19:50) Flütsch (Fiechter) 3:2. 25. Julkunen (Zürcher) 3:3. 32. Rüegger 3:4 (Penalty). 38. (37:24) Koutny (Billy Nilsson/Ausschluss Rüegger) 4:4. 38. (37:49) Zürcher (Honold) 4:5. 44. Göldi (Florian Wenk) 4:6. 48. Reusser (Rüegger) 4:7. 51. Billy Nilsson (Koutny) 5:7. 54. Julkunen (Moritz Wenk) 5:8. 55. Rüegger 5:9 (Penalty). 60. (59:19) Thomas Grüter (Koutny) 6:9. 60. (59:56) Rüegger (Zolliker) 6:10. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Zug United; 3-mal 2 Minuten gegen die Grasshoppers. – Zug: Petter Nilsson; Staub, Hietanen; Menon, Yannick Schelbert; Uhr, Fiechter; Koutny, Thomas Grüter, Billy Nilsson; Thunvall, Abt, Suter; Joshua Schelbert, Flütsch, Marco Laely. – GC: Pascal Meier; Graf, Bier; Vizzini, Honold; Kaiser, Müller; Rüegger, Reusser, Zolliker; Julkunen, Zürcher, Berlinger; Florian Wenk, Göldi, Steiger; Moritz Wenk.

Frauen haben das Nachsehen

NLA Zug United und Giffers kämpften am Sonntag im Direktduell um die ersten Punkte dieser Saison. Der Start der Partie gelang den Gästen um Längen besser, sie gingen bereits nach wenigen Minuten in Führung. Die Gastgeberinnen in Oberägeri versuchten sich reinzuhängen und ebenfalls Zug aufs gegnerische Tor zu entwickeln. Doch es waren die Gäste, die vor der ersten Pause nochmals trafen. In der Mitte des zweiten Drittels gelang Olivia Herzog in einem schön gespielten Konter der Anschlusstreffer zum 1:2. Die Antwort von Giffers kam drei Minuten später – 1:3.

Nach kurzer Zeit im letzten Drittel verkürzte Michelle Krähenbühl auf Pass von Sandra Kuster zum 2:3. In den nächsten fünf Minuten ging es Schlag auf Schlag: Giffers traf erneut, und Olivia Herzog verkürzte erneut für die United. Die Zugerinnen versuchten mit aller Kraft, den Ball Richtung Tor zu bewegen. Doch es sollte nicht sein: Durch einen sauberen Konter erzwangen die Gäste die Entscheidung.

Tags zuvor gestaltete sich die Partie ähnlich. Die Zugerinnen lagen gegen Berner Oberland mit 0:2 im Rückstand, ehe Tara Meyer der Anschlusstreffer gelang. In diesem Stil ging es weiter. Die Zugerinnen blieben – vor allem dank der überragenden Tschechin Suzana Hubakova – aber dran. Schliesslich unterlagen sie jedoch ebenfalls 3:5. (red)