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URI-TRIATHLON: Jolanda Annen landet einen überlegenen Heimsieg

Beim Uri-Triathlon in Seedorf liess Lokalmatadorin Jolanda Annen nichts anbrennen. Die 24-jährige Urnerin dominierte das Geschehen beinahe nach Belieben.
Urs Hanhart
Die einheimische Tagessiegerin Jolanda Annen feiert auf der Zielgeraden mit der Urner Flagge. Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 2. Juli 2017)

Die einheimische Tagessiegerin Jolanda Annen feiert auf der Zielgeraden mit der Urner Flagge. Bild: Urs Hanhart (Seedorf, 2. Juli 2017)

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Kürzlich hatte sich Jolanda Annen in Düsseldorf den Vize-Europameistertitel über die Sprintdistanz (750 Meter Schwimmen/ 20 Kilometer Radfahren/5 Kilometer Laufen) geholt. Zuvor war sie in Kitzbühel als Sechste nur knapp an Edelmetall über die olympische Distanz vorbeigeschrammt. Aufgrund dieser Erfolge und ihrer beneidenswerten Form ging die Schattdorferin gestern beim Uri-Triathlon, der bei regnerischem Wetter in Seedorf ausgetragen wurde und ebenfalls über die Sprintdistanz führte, als haushohe Favoritin an den Start.

Annen machte bei diesem Wettkampf, der heuer erstmals zur elf Stationen umfassenden nationalen Tricircuit-Serie gehörte und damit sportlich eine enorme Aufwertung erhielt, gleich von Beginn an Nägel mit Köpfen. Sie crawlte der illustren Konkurrenz mit der nahezu lückenlos vertretenen Schweizer Elite auf und davon. Dem Urnersee entstieg die völlig entfesselte Urnerin mit rund 20 Sekunden Vorsprung auf die erste Verfol­gerinnengruppe. Zu ihrer Taktik sagte die Animatorin: «Ursprünglich wollte ich die erste Gruppe wieder aufschliessen lassen, um dann beim Radfahren dank Windschatten etwas Kraft sparen zu können. Aber aufgrund des unerwartet grossen Abstands und der Anfeuerungsrufe der vielen Fans an der Strecke habe ich mich kurzfristig entschlossen, voll durchzuziehen. Allerdings sind die Verfolgerinnen immer näher gekommen. Deshalb habe ich in der letzten von drei Runden etwas Speed rausgenommen, um nicht völlig ausgepowert auf die Laufstrecke gehen zu müssen.»

Urner Duo sorgt für Furore

Kurz vor dem zweiten Wechsel bekam Annen Gesellschaft, und zwar ausgerechnet von ihrer Mannschaftskollegin Sara Baumann, die ebenfalls dem Triteam Schattdorf angehört und in Seedorf einen sensationellen Radpart auf den Asphalt zauberte. Zur Freude der trotz garstiger Witterung erstaunlich zahlreich aufmarschierten Zuschauer nahmen also zwei einheimische Athletinnen den 5 Kilometer messenden Laufkurs durchs idyllische Urner Reussdelta als erste unter die Füsse. Allerdings sass diesem Duo die erste grössere Gruppe ganz dicht im Nacken, was «Radrakete» Baumann schliesslich zum Verhängnis wurde. Die 24-jährige Schattdorferin büsste ein wenig für ihren Parforceritt auf dem Drahtesel und wurde bis auf den zehnten Schlussrang nach hinten durchgereicht.

Ganz anders Annen: Die Profi-Triathletin, die wöchentlich im Schnitt 25 Stunden ins Training investiert, liess nicht den Hauch einer Schwäche erkennen und lief ihre Gegnerinnen in Grund und Boden. Zum Schluss hatte der Publikumsliebling weit über eine Minute Vorsprung auf Alissa König (TG Hütten) und konnte sich sogar erlauben, auf der Zielgeraden Hände abzuklatschen und sich eine Urner Fahne für die letzten Meter zu schnappen. «Das Laufen ist momentan meine grosse Stärke. Deshalb war ich sehr zuversichtlich, die Spitzenposition verteidigen zu können», so Annen nach ihrem Husarenritt.

Nicht der schönste Heimsieg

Zur Bedeutung dieses Heimerfolgs sagte die Tagessiegerin: «Es ist ein ganz tolles Gefühl, vor heimischer Kulisse triumphieren zu dürfen. Die Ambiance war absolut genial. Sportlich schätze ich den Erfolg hier beim Uri-Triathlon sehr hoch ein, da dieses Rennen nun zu den wichtigsten in der Schweiz gehört.» Annen konnte sich bei ihrem Heimrennen schon mehrfach durchsetzen. Als ihren bisher schönsten Sieg vor heimischer Kulisse erachtet sie jenen von 2014, als ihr nach einer langen Zwangspause wegen pfeifferschem Drüsenfieber ein Comeback nach Mass gelang.

In den nächsten Wochen steht Annen hauptsächlich wieder auf internationalem Parkett im Einsatz. Sie startet am Triathlon in Hamburg, der zur WM-Serie zählt. Daraufhin folgen zwei Wettkämpfe in Kanada, die ebenfalls zur höchsten Kategorie gehören. «Bei diesen drei Rennen habe ich mir Top-15-Platzierungen zum Ziel gesetzt. Insgeheim hoffe ich, dass mir ein Ausreisser nach oben gelingt in Form eines Top-Ten-Ergebnisses», verrät die Urner Vorzeigesportlerin, die erst im Alter von 17 Jahren, was vergleichsweise sehr spät ist, ihren ersten Triathlon bestritten hat. Mittlerweile gehört sie jedoch zur Weltelite. Im Vorjahr belegte sie beim Olympia-Triathlon in Rio den hervorragenden 14. Platz. Annens grosses Fernziel sind die Olympischen Spiele in Tokio, wo sie einen Diplomrang anstrebt.

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