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Urschweizer Frauen gründen Schwingclub

Roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Arth Bis sich eine Schwingerkönigin ihren Titel vor über 50 000 Zuschauern holt, dauert es noch eine Weile. Das Frauenschwingen ist noch eine Randsportart, wird aber zusehends populärer. Oder wie Sandra Zingg, Teko-Präsidentin Eidgenössischer Frauenschwingverband (EFSV), sagt: «Mer chöme i d Gäng.» Der Verband wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, den Frauenschwingsport zu fördern. 1980 fand in Aeschi bei Spiez das erste Frauenschwingfest mit über 10 000 Besuchern und mehr als 80 Schwingerinnen statt.

Aktuell sind 130 Schwingerinnen aktiv. Die Zentralschweizer Frauen sind stark vertreten. Am 2. April, zum Auftakt der Schwingsaison 2017, gründete in Arth SZ eine Gruppe Frauen und Mädchen aus fünf Zentralschweizer Kantonen den Frauenschwingclub der Urschweiz. Erste Präsidentin ist Beatrice Frei-Inderbitzin (45) aus Oberarth: «Die Idee der Vereinsgründung stand schon seit Jahren, aber es fehlten die Leute, die den Verein leiten wollten. Nun ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Sie selber habe nie geschwungen, stamme aber aus einer Schwingerfamilie. Der Vater war ein «Böser», und auch andere Männer in der Familie sind aktiv. So auch die Kinder Angela (10) und Matthias (7), die bei unserem Besuch stolz Medaillen und Zweige, die sie bei Schwingfesten ge­wonnen haben, präsentieren. «Schwingen ist ein toller Sport. Vielleicht sollte ich es als Präsidentin auch versuchen. Aber es reicht ja, wenn die Familie aktiv ist», sagt die Mutter.

Ihre Kinder sind extrem begeistert von dem Sport. Unentwegt berichten sie von den Trainings, die sie in Schwingkellern in Goldau und Einsiedeln besuchen, und von den Wettkämpfen. Angela siegte im letzten Jahr beim Schwingfest in Kaltbrunn in der Kategorie «Zwergli» (6 bis 9 Jahre) und holte einen Zweig. «Die Grossen bekommen einen Kranz, wir Jungen ein Zweiglein.» Am Samstag gewann sie in der Kategorie «Meitli 2» als Sechste erneut einen Zweig.

Der Frauenschwingclub der Urschweiz stellt auch die Schwingerkönigin: Sonja Kälin aus Egg bei Einsiedeln. Mit ihrem Sieg hat sie in Hergiswil zum Saisonauftakt sogleich eine Ansage gemacht.

«Meine Trainingstüre ist immer für alle offen»

Stark ist sie auch in der Nachwuchsarbeit – und für die Jungschwingerinnen ein Vorbild. Seit zwei Jahren trainiert sie Mädchen in Einsiedeln. «Begonnen habe ich mit zwei Mädchen, jetzt sind es 15.» Die jungen Frauen würden durch diesen Sport sehen, dass mit Fleiss, Durchhaltevermögen und Motivation alles erreicht werden könne, sagt Kälin und betont: «Meine Trainings­türe ist immer für alle offen.»

Das jüngste Vorstandsmitglied der Urschweizerinnen ist Michèle Eicher (16) aus Dierikon. Die angehende Fachfrau Gesundheit trat in Hergiswil nicht an, weil sie sich beim Snowboarden am Handgelenk verletzte. «Dass ich zuschauen muss und nicht kämpfen kann, ist speziell. Zumal ich vor zwei Jahren hier meinen ersten Zweig gewann», sagte sie.

Noch gibt es wenige Frauenschwingvereine mit Statuten. Neben den Urschweizerinnen mit 27 Mitgliedern sind in der Region die Frauen aus dem Entlebuch im Frauenschwingclub Steinhuserberg in einem Verein organisiert. Andere Vereine gibt es in der Ostschweiz und in Zürich. Daneben treffen sich in der Nordwestschweiz, im Kanton Bern und in der Romandie Schwingerinnen in Trainingsgemeinschaften. Die Urschweizerinnen trainieren seit rund 20 Jahren im Schwingkeller in Goldau und seit einigen Jahren in Einsiedeln.

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

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