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US OPEN: Scharapowa in altem Glanz

Maria Scharapowa feiert ihre Rückkehr mit einem Sieg über die Weltranglistenzweite Simona Halep. Die Russin ruft dabei in Erinnerung, wie gut sie Glamour und Kampf verbinden kann.
«Hinter diesem Kleid verbirgt sich ein ‹Girl› mit Biss», sagte Scharapowa nach ihrem Startsieg. (Bild: Peter Foley/EPA (New York, 29. August 2017))

«Hinter diesem Kleid verbirgt sich ein ‹Girl› mit Biss», sagte Scharapowa nach ihrem Startsieg. (Bild: Peter Foley/EPA (New York, 29. August 2017))

Seit ihrer Rückkehr auf die Tour nach der 15-monatigen Dopingsperre war Scharapowa immer wieder durch körperliche Probleme zurückgeworfen worden und hatte in den letzten gut drei Monaten nur eine Partie bestritten. Davon war gegen Simona Halep nichts zu merken. Die 30-Jährige spielte in einer spektakulären Partie gross auf und brachte die Rumänin mit ihrer Wucht immer wieder aus dem Tritt.

Nicht alles gelang Scharapowa. Das war angesichts der fehlenden Matchpraxis auch nicht zu erwarten. Die US-Open-Siegerin von 2006 diktierte aber mit 66 Gewinnschlägen und 64 unerzwungenen Fehlern das Spielgeschehen. Im Scheinwerferlicht des grössten Tennisstadions der Welt fühlte sich die Wahlamerikanerin in ihrem schwarzen, mit Diamanten bestückten Kleid sichtlich wohl. «Hinter diesem Kleid und den Swarovski-Steinen verbirgt sich ein ‹Girl› mit viel Biss», sagte die Russin zum Ende des Platzinterviews.

Scharapowa zeigte aber nicht nur Biss, sondern auch Emotionen, die dazu beitrugen, den grössten Teil der Zuschauer an diesem Abend für sich zu gewinnen. Nach dem bislang mit Abstand bedeutendsten Sieg seit ihrer Rückkehr auf die Tour war sie den Tränen nahe. «Ich dachte, es wäre nur ein Match, eine weitere Möglichkeit, aber es war so viel mehr. Du kannst die Gefühle nicht kontrollieren», sagte die fünffache Major-Siegerin nach dem Einzug in die 2. Runde zu den über 23 000 Zuschauern im ausverkauften Arthur Ashe Stadium. Nur dank einer Wildcard fand Scharapowa, die Nummer 146 des WTA-Rankings, ­Einlass ins Hauptfeld. Die umstrittene Einladung nutzte sie nun zu ihrem ersten Sieg an einem Grand-Slam-Turnier seit den Australian Open 2016 und zum ersten Erfolg an den US Open seit 2014. «Man fragt sich manchmal, warum man das alles macht und warum man sich quält», sagte sie und gab die Antwort darauf gleich selber: «Es ist für Momente wie diesen hier.»

Angelique Kerber bereits ausgeschieden

Die enttäuschende Saison von Angelique Kerber ist derweil um ein Kapitel reicher. Die Deutsche scheiterte als Titelverteidigerin in New York schon in der 1. Runde. Sie unterlag der stark aufspielenden 19-jährigen Japanerin Naomi Osaka, im letzten Jahr die «Newcomerin des Jahres», sang- und klanglos mit 3:6, 1:6. Kerber wird am Montag in einer Woche erstmals seit fast zwei Jahren nicht mehr in den Top 10 vertreten sein.

Überraschend kam Kerbers Erstrunden-Niederlage nicht. Seit Wimbledon gewann sie nur eine Partie. Das Niveau vom letzten Jahr, als sie neben den US Open auch die Australian Open gewonnen hatte, erreichte sie in der laufenden Saison zu keinem Zeitpunkt. Als Titelverteidigerin in der 1. Runde zu verlieren hat Seltenheitswert: Letztmals widerfuhr dieses Missgeschick Swetlana Kusnezowa 2005. (sda)

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