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US SPORTS: Marsch der Favoriten in der NBA

Die NBA wird immer berechenbarer: Mit den Utah Jazz scheitert in den Playoffs auch der letzte Aussenseiter. Eigentlich kommen als Champion nur zwei Teams in Frage.
Steht mit den Houston Rockets im Halbfinal: der Schweizer Clint Capela (Nummer 15). (Bild: Nathaniel Butler/Getty (Houston, 20. Januar 2018))

Steht mit den Houston Rockets im Halbfinal: der Schweizer Clint Capela (Nummer 15). (Bild: Nathaniel Butler/Getty (Houston, 20. Januar 2018))

Nicola Berger

sport@luzernerzeitung.ch

Die Utah Jazz sind in der NBA im Jahr 2018 eine Anomalie: In einer Epoche, in der jede Franchise sich über Superstars und offensiven Zauber definiert, vertrauen die Jazz fast exklusiv auf aufopfernde Defensivarbeit und die Stärke des Kollektivs. Die Strategie ist nur bedingt freiwillig gewählt – im letzten Sommer verabschiedete sich mit Gordon Hayward das Gesicht der Franchise in Richtung Boston. Und für ein Team mit einem so überschaubaren Markt wie Utah mit dem Grossraum um die Mormonenhochburg Salt Lake City wird es immer schwieriger, grosse Namen anzuziehen, weil anderswo mehr Geld, Prestige und Aufmerksamkeit lockt.

Der Trend hin zu «Super-Teams» mit mehreren Stars, wie das beim Titelverteidiger Golden State Warriors der Fall ist, hat die NBA zu einer Zweiklassengesellschaft gemacht. Utah spürt das besonders – die Organisation wartet auch im 44. Jahr ihres Bestehens immer noch auf den ersten Meistertitel.

Sorgen bei Sefolosha

Das Rezept, den Fokus auf die Abwehr zu legen, ist darum aus der Not geboren. Aber es hat die Jazz weit gebracht, weiter als das irgendjemand diesem Team vor der Saison zugetraut hätte: In der ersten Playoff-Runde eliminierte Utah die seltsam dysfunktionalen Oklahoma City Thunder mit ihren hochpreisigen Stars Russell Westbrook, Paul George und Carmelo Anthony. Der offensiv sehr limitierte Jazz-Center Rudy Gobert, vielleicht der beste Verteidiger der Liga, trieb die Gegner an den Rand der Verzweiflung; der Coach Quin Snyder wurde für seine taktischen Kniffe weitherum gelobt.

Die Spiele in Salt Lake City glichen einem rauschenden Fest, auf der Tribüne jubelte wie in Ekstase der Multimillionär und ehemalige Präsidentschaftskandidat Mitt Romney. Keinen Anteil am Erfolg hatte Thabo Sefolosha. Der 33 Jahre alte Schweizer NBA-Pionier hat aufgrund einer Knieverletzung und anschliessender Operation seit Januar keine Partie mehr bestreiten können und wurde zudem im April für einen Verstoss gegen das Anti-Drogen-Programm der Liga für fünf Spiele gesperrt. Für einen kurzen Moment durfte Utah auch ohne Sefolosha von einem noch grösseren Coup träumen: In der zweiten Runde gelang ein sensationeller Auswärtssieg gegen die Houston Rockets, die Serie stand danach 1:1. Doch die eigentlich in jeder Hinsicht besser besetzten Rockets mit dem Genfer Clint Capela erhöhten die Kadenz und gewannen die Serie weitgehend mühelos mit 4:1.

Vorgezogener Final im Westen

Im Final der Western Conference trifft Houston nun ab Montag auf Golden State, welches die bemitleidenswerten, weil chancenlosen New Orleans Pelicans ebenfalls in fünf Spielen ausschaltete. Die Favoritenrolle liegt bei den Warriors, welche die Liga in den letzten Jahren dominiert haben. Doch die Rockets waren bisher das beste Team der Saison, sie zehren von einem enormen Erfolgshunger. Der Vergleich kündigt sich spannend an – und für viele Beobachter als der wahre Final dieser NBA-Saison. Denn von den Teams im Osten wird niemandem zugetraut, die bärenstarken Rockets oder Warriors ernsthaft herausfordern zu können. Daran ändert auch nichts, dass die Cleveland Cavaliers mit ihrem Anführer LeBron James erstarkt sind. Der Marsch der Favoriten in diesen NBA-Playoffs dürfte sich bis zum Ende fortsetzen.

NBA-Basketball

Playoffs (best of 7). Viertelfinals. 5. Runde.Eastern Conference: Boston (2. der Qualifikation) – Philadelphia (3.) 114:112; Schlussstand 4:1. – Western Conference: Houston (1. der Qualifikation/mit Capela/5 Punkte) – Utah (5./ohne Sefolosha/verletzt) 112:102; 4:1. Golden State (2.) – New Orleans (6.) 113:104; 4:1. – Halbfinals: Boston – Cleveland, Houston – Golden State.

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