Valon Behrami geht zum FC Sion – Der «Krieger» kehrt in die Schweiz zurück

Der ehemalige Nationalspieler Valon Behrami wechselt zum FC Sion. Für den 34-Jährigen ist es eine Rückkehr nach 16 ereignisreichen Jahren im Ausland.

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Fussballer mit Strahlkraft:  83-mal lief Valon Behrami für die Nationalmannschaft auf. (Bild: Adam Pretty/Getty)

Fussballer mit Strahlkraft: 83-mal lief Valon Behrami für die Nationalmannschaft auf. (Bild: Adam Pretty/Getty)

(sda/dlw)

Der Wechsel von Valon ­Behrami von Udinese zum FC Sion ist perfekt. Der frühere Schweizer Internationale unterschrieb im Wallis einen Vertrag über zwei Jahre. Am Dienstagnachmittag liess Sion-Präsident Christian Constantin stolz ein Foto in die Welt der sozialen Medien schicken. Darauf zu sehen: Er und der 34-jährige Valon Behrami, der beim Walliser Traditionsverein unterschreibt. Constantin weiss, dass sein Club dank dem früheren Schweizer Internationalen wieder eine Attraktion in der Super League sein wird.

Der Name Behrami hat grössere Strahlkraft als alle anderen Spielernamen der Liga. 83-mal lief er für die Schweizer Nationalmannschaft auf, dazu gehören vier WM-Teilnahmen. Behrami kommt auf über 200 Einsätze in der italienischen Serie A und auf mehr als 100 Spiele in der englischen Premier League. Hinzu verfügt der Mittelfeld-Puncher über Erfahrung in der Champions League und in der deutschen Bundesliga: Ähnliche Werte hatte zuletzt nur Alex Frei bei seiner Rückkehr aus Deutschland zum FC Basel aufweisen können. Das war vor zehn Jahren.

Behrami soll in Sitten allerdings nicht bloss den Glamour-Faktor ausspielen. Constantin verspricht sich von ihm auch eine entscheidende Führungsrolle – auf und vor allem neben dem Platz. Behrami soll ein einflussreicher und charismatischer verlängerter Arm von Trainer Stéphane Henchoz sein, etwas, das im Wallis in den letzten Jahren stets gefehlt hat, weshalb das talentierte Sittener Team Saison für Saison unter den Erwartungen geblieben war.

Fragezeichen hinter physischer Verfassung

Der konsequente und führungsstarke Behrami wird diese Rolle bestimmt einnehmen können. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter seiner physischen Verfassung. Bei Udinese kam Behrami in der vergangenen Saison in den letzten Spielen nicht mehr zum Einsatz, nachdem er sich Anfang April bei einem Einsatz gegen die AC Milan das Wadenbein gebrochen hatte. Schon zuvor hatte er sich immer wieder Pausen nehmen müssen. Im Club hat Behrami vor fast drei Jahren letztmals drei Spiele in Folge über die volle Distanz bestritten. Damals spielte er noch in England für den FC Watford. Dabei ist es gerade die starke Physis, die Behramis Spiel prägt. Unvergessen ist sein Sololauf an der WM 2014 in Brasilien im Gruppenspiel gegen Ecuador, als er sich im eigenen Strafraum in einen Schuss warf, dann zum Spurt über das ganze Feld ansetzte, im Mittelkreis gefällt wurde, wieder Aufstand, und schliesslich die Vorlage zum 2:1-Siegtreffer durch Haris Seferovic gab.

Es bleibt die Frage, wie der durchaus meinungsstarke Behrami mit dem Walliser Oberzampano Constantin zurechtkommen wird. Vom Temperament her liegt in dieser Kombination einiges an Konfliktpotenzial. In Sitten ist es auch schon zum offenen Streit zwischen einem Spieler und dem Präsidenten gekommen. 2013 stürmte der ehemalige Nationalstürmer Xavier Margairaz nach dem Schlusspfiff im Tourbillon auf die Tribüne und wollte Constantin an die Gurgel.

So weit muss es nicht kommen. Hat der FC Sion mit Behrami Erfolg, dann wird auch der allmächtige Präsident zufrieden sein mit seinem Starspieler. Vielleicht ist die Rückkehr von Valon Behrami in die Schweiz der Beginn einer grossen Freundschaft im Wallis.