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Ein junger Thurgauer Veloprofi beschleunigt den Schweizer Bahnvierer

Stefan Bissegger erledigt die schwierigste Aufgabe im Schweizer Bahnvierer. Deshalb kann der 20-jährige Thurgauer Radprofi mit der Olympiateilnahme rechnen. Ende Monat beginnt die Qualifikation.
Daniel Good

Auf dem Velo ist er schnell wie die Windsbraut. Stefan Bissegger aus Mettlen war schon Junioren-Weltmeister und Weltrekordhalter. In der Elite gewann er diesen Sommer EM-Silber, obwohl er erst im September 20-jährig wurde.

Im starken Schweizer Bahnvierer ist Bissegger Stammfahrer. Der junge Thurgauer hat reelle Aussichten, an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio zu starten.

In Berlin wird es ernst

Ende November in Berlin gilt es zum ersten Mal Ernst in der Olympiaqualifikation. Die Schweizer treten am Bahn-Weltcup in Berlin mit ihrer besten Mannschaft an. Bissegger, der jüngste Rennfahrer im Schweizer Team, übernimmt die zweite Ablösung.

Diese Rolle zu Beginn der 4000 Meter langen Strecke ist hart. «Am Start bin ich fast gleich stark gefordert wie die Nummer eins. Und wenn wir eine hohe Geschwindigkeit erreicht haben, komme ich an die Reihe und muss dieses Tempo an der Spitze hochhalten», sagt Bissegger.

Im Idealfall hat schon die Nummer eins des Schweizer Quartetts von 0 auf 65 Stundenkilometern beschleunigt – wenn nicht, wird es für Bissegger noch härter. Dann muss er – trotz der Strapazen am Start – das Höchsttempo erreichen, ehe er vom dritten Schweizer Rennfahrer abgelöst wird.

Die Nummer zwei ist für Bisseger ein Vorteil

Weil Bissegger stark ist und sich wohl fühlt mit der Nummer zwei auf dem Rücken, ist er so gut wie sicher in Tokio, wenn der Vierer die Qualifikation schafft. Die Mannschaftsverfolgung ist die anspruchsvollste Disziplin auf der Bahn. Der Abstand zwischen den Fahrern beträgt etwa 15 Zentimeter. Stürze gibt es wie im EM-Final der U23-Kategorie. Bissegger, der unverschuldet zu Fall kam, erlitt «nur» Schürfungen.

An den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro belegten die Schweizer den siebten Platz. Mit Stefan Küng fehlte der beste Fahrer wegen einer Verletzung. Derzeit ganz stark sind die Briten, Australier, Italiener und Dänen. Dann folgen die Schweizer etwa auf einer Höhe mit Deutschland, Frankreich und Neuseeland. Für Bissegger hat bis Tokio 2020 der Bahnsport Priorität – auch wenn er in dieser Saison oft auf der Strasse unterwegs war. Später will er Strassenprofi werden.

Ein paar 1000 Dollar aus China

Der Grossteil des Trainings der Bahnfahrer findet ohnehin auf der Strasse statt. Die Umstellung auf die Bahn ist einfacher, wenn die Ausdauerwerte stimmen. In der vergangenen Woche bestritt Bissegger zum Abschluss der Strassensaison ein neuntägiges Etappenrennen auf der südchinesischen Insel Hainan.

Alles bezahlt von einem Milliardär, der Freude am Velosport hat. Die Schweizer fuhren stark und heimsten reichlich Preisgeld ein. Bissegger durfte diese Woche ein paar 1000 Dollar zur Raiffeisenbank bringen. Das ist ein ansehnlicher Betrag für einen, der gerade 20-jährig geworden ist.

Sponsoren zu finden, ist für junge Rennfahrer und deren Teams schwierig. Bissegger lebt daheim. Finanzielle Unterstützung erhält er von der Sporthilfe und der Armee. Vorderhand fährt Bissegger freilich nicht wegen des Geldes, sondern aus purer Freude am Sport. Das macht ihn wahrscheinlich noch schneller. Und leidensfähiger.

Stefan Bisseggers Palmarès in diesem Jahr

  • EM-Silber Elite Mannschaftsverfolgung 4000 m in Glasgow
  • EM-Silber U23 Mannschaftsverfolgung 4000 m in Aigle
  • EM-Bronze U23 Einzelverfolgung 4000 m (4:16,5 Minuten)
  • Schweizer Strassenmeister U23-Zeitfahren in Schneisingen
  • Schweizer Bahnmeister Elite Keirin und Ausscheidungsfahren in Zürich-Oerlikon
  • WM-Zehnter Elite Einzelverfolgung in Apeldoorn (NED)

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