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Verdächtige Niederlage des Sizilianers in Marokko

Marco Cecchinato, der Sensationsmann der diesjährigen French Open, hat einen dunklen Fleck in seiner Karriere. Er soll ein Challenger-Spiel absichtlich verloren haben.
Marco Cecchinato. (Bild: Guillaume Horcajuelo/EPA (Paris, 7. Juni 2018))

Marco Cecchinato. (Bild: Guillaume Horcajuelo/EPA (Paris, 7. Juni 2018))

Als Marco Cecchinato in der ersten Runde der French Open gegen den Rumänen Marius Copil antrat, da hatten sich auf Platz 16 fast nur die eisernen Fans aus den beiden Heimatländern der Profis eingefunden. Cecchinato bot eine verwegene Aufholjagd, ein staunenswertes Comeback, nach 0:2-Satzrückstand drehte er die Partie noch um, gewann im fünften Satz 10:8. Seine Grand-Slam-Reise ging aber immer weiter, langsam, aber sicher nahm auch die Tenniswelt beeindruckt Notiz von ihm, erst recht, als er in der dritten Runde den spanischen Top-10-Mann Pablo Carreno-Busta bezwang.

Zwei Tage später kämpfte er den Weltranglisten-Achten David Goffin (Belgien) nieder, und noch einmal zwei Tage später, nun auf dem zweiten Hauptplatz Suzanne Lenglen beschäftigt, fabrizierte er nicht weniger als ein kleines Tenniswunder gegen Novak Djokovic – den einstigen Machthaber auch auf der Pariser Tennisanlage Roland Garros. «Ich bin nicht ganz sicher, ob ich das alles nur träume», sagte Cecchinato später.

Urteil wurde wegen Verfahrensfehlern kassiert

Doch wie wird man einmal den Vormarsch Cecchinatos beurteilen, des feurigen Sizilianers, der heute Freitag im Halbfinal gegen Österreichs Ass Dominic Thiem anzutreten hat? Die Frage ist deshalb eine Frage, weil auf Cecchinatos Vergangenheit ein dunkler Fleck liegt, eine Wettaffäre, die ihm schliesslich vor allem wegen eines Verfahrensfehlers keine Sperre eintrug. Vor gut zwei Jahren wurde der 25-Jährige zunächst zu einer 18-monatigen Zwangspause vom italienischen Tennisverband verurteilt, weil er 2015 im marokkanischen Mohammedia vermeintlich absichtlich ein Challenger-Spiel verloren haben soll. Das Urteil wurde später vor einem unabhängigen Tribunal auf zwölf Monate Sperre reduziert, weil Cecchinato, so die Begründung, vor besagtem Match einem Freund nur mitgeteilt habe, er fühle sich unwohl. Später hob das Olympische Komitee Italiens das Verdikt und auch eine 40000-Euro-Strafe ganz auf, weil unter anderem die Beweissicherung des Tennisverbandes nicht ordnungsgemäss verlaufen sei.

Der Fall wirft indes erneut ein Schlaglicht auf die Probleme, die die Tennisszene mit Mauscheleien bei den Turnieren auf kleinen und kleinsten Bühnen hat. Aber auch auf die Probleme, die ein quälend langer Ermittlungsprozess und die späte Verurteilung von Beschuldigten mit sich bringen. In der Sache Cecchinato heisst das konkret: Niemand weiss zu diesem Zeitpunkt, ob die sogenannte Tennis Integrity Unit (TIU), das Team der Korruptionsbekämpfer, gegen Cecchinato ermittelt, unabhängig von dem Verfahren, das einst in Italien gegen ihn geführt wurde. Theoretisch könnte der Italiener irgendwann noch einmal verbannt werden, es wäre dann allerdings nach diesem French-Open-Auftritt eine ganz andere Prominenz und Dramatik, die die Angelegenheit umgeben würde. Auch der Argentinier Nicolas Kicker wurde erst knappe drei Jahre nach einem Wettdelikt 2015 nun unmittelbar vor den French Open 2018 vom weiteren Wettkampfbetrieb ausgeschlossen, während einer Übungseinheit auf der Roland-Garros-Anlage erschienen Offizielle und erklärten ihm, er müsse das Gelände umgehend verlassen. Droht Cecchinato nun, mit Verzug, ein ähnliches Schicksal? Der Italiener schwieg in Roland Garros zu dem Thema, es blieb daher auch unklar, ob ihn die Ermittler womöglich in der Affäre noch einmal angehört hatten – oder auch nicht.

Paris. French Open. Grand-Slam-Turnier (39,2 Mio. Euro/Sand). Männer. Einzel. Viertelfinals: Nadal (ESP/1) s. Schwartzman (ARG/11) 4:6, 6:3, 6:2, 6:2. Del Potro (ARG/5) s. Cilic (CRO/3) 7:6 (7:5), 5:7, 6:3, 7:5. – Halbfinal-Tableau: Nadal (1) – Del Potro (5), Cecchinato – Thiem (7).

Frauen. Halbfinals: Halep (ROU/1) s. Muguruza (ESP/3) 6:1, 6:4. Stephens (USA/10) s. Keys (USA/13) 6:4, 6:4. – Final: Halep (1) –Stephens (10).

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