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VEREINSTURNEN: Die heissen Duelle in der Eishalle

Der BTV Luzern holt sich einen Titel und eine Silbermedaille. Auch Rickenbach steht zweimal auf dem Podest – nach einem Wechselbad der Gefühle.
Rickenbach läuft es am Barren im Final nicht wie gewünscht: Die Michelsämter holen sich am Schluss die Bronzemedaille. (Bild Marianne Baschung)

Rickenbach läuft es am Barren im Final nicht wie gewünscht: Die Michelsämter holen sich am Schluss die Bronzemedaille. (Bild Marianne Baschung)

Theres Bühlmann

Die Goldmedaille lag in Yverdon-les-Bains auf dem Serviertablett. Rickenbach hatte die grosse Chance, nach 2010 den Titel an ihrem Paradegerät, dem Barren, wieder in das Michelsamt zu holen. Mit einer äusserst souveränen Leistung, die mit der hohen Note von 9,80 belohnt wurde, liessen sie in der Vorrunde die Konkurrenz hinter sich. Doch im Final kam es anders. Ein Sturz liess die Hoffnungen schwinden, und im allerletzten Durchgang erwischte es auch noch den sonst so souveränen und erfolgreichen K-7-Turner und Leiter der Sektion, Daniel Schacher. Den Rickenbachern schwammen endgültig die Felle davon, am Ende resultierte Platz 3, grosse Enttäuschung machte sich breit, und Schacher wurde emotional durchgeschüttelt. «Zwei Stürze am Barren, das ist uns so noch nie passiert», sagte dieser, als er sich wieder gefangen hatte. «Aber so ist halt der Sport.»

Doch die Freude und das Lachen kehrten bei Rickenbach im Kollektiv wieder zurück. Bei den Sprüngen schaffte es das Team auf das Podest. Diese Bronzemedaille ist eine grosse Überraschung, mit der weder die Turner selber noch die Fachleute gerechnet hatten. «Es war unser Bestreben, auch an diesem Gerät in den Final einzuziehen», sagte Schacher, «wir haben hart dafür gearbeitet. Schon das Mitmachen in der Endrunde ist für uns ein grosser Erfolg, zumal in dieser Disziplin die Konkurrenz sehr stark ist.» Überschwänglich wurde diese Bronzemedaille dann auch gefeiert, die Welt war für die Rickenbacher (fast) wieder in Ordnung – denn zwei Medaillen an einer Schweizer Meisterschaft im Vereinsturnen bedeuten für diesen Verein eine Premiere.

BTV begeistert das Publikum

Der BTV Luzern ging an den Sprüngen als Titelverteidiger und an den Schaukelringen an den Start – und unterstrich mit den Bestnoten in der Vorrunde sogleich seine Ambitionen. Für die technisch hochstehende Vorführung an den Schaukelringen, die alles beinhaltet, was dieses Gerät attraktiv macht, gab es Szenenapplaus, doch ein Übungsfehler liess Patrick Hepp, der zusammen mit Selina Rinert verantwortlich zeichnet, etwas skeptisch werden. Tatsächlich wurden die Luzerner vom ewigen Konkurrenten Wettingen mit acht Hundertstelpunkten übertroffen.

Zwei Hundertstel Vorsprung

Mit grosser Spannung wurde die Sprungkonkurrenz beobachtet. Der BTV Luzern und Wettingen lieferten sich ein Duell auf sehr hohem Niveau, ein Feuerwerk, welches die Zuschauer begeisterte. Beide Teams kamen nicht ganz ungeschoren davon, beide bekundeten Probleme bei der Landung. Doch am Ende ging es für die Luzerner auf, sie setzten sich hauchdünn mit zwei Hundertsteln vor Wettingen durch. Präsident Beni Boos atmete tief durch. «Wir sind glücklich, dass es mit der Titelverteidigung an den Sprüngen geklappt hat.» Auf diesem hohen technischen Niveau sei es schlussendlich ausschlaggebend, wer weniger Fehler mache, monierte Boos. Und so ging das ewige Duell zwischen dem BTV Luzern und Wettingen für einmal unentschieden aus. Zufrieden dürften damit beide Teams sein.

Am Barren hatte Schattdorf eine Bronzemedaille zu verteidigen. Technisch nicht sehr hochstehend, dafür sehr synchron, sauber und bis zum letzten Musiktakt ausgeturnt, vermochte das Team unter der Leitung von Christoph Walker und Daniel Bissig zu gefallen. Kleinere Unsicherheiten und ein Sturz warfen den Verein jedoch aus den Medaillenrängen. Trotzdem zeigte sich Walker zufrieden, «denn wir hatten drei Turner im Einsatz, die neu zu uns gestossen sind, und diese haben das super gemacht.»

Mit Putzlappen und Handtüchern

Die Veranstalter in Yverdon-les-Bains entschlossen sich Mitte der Woche, die Wettkämpfe wegen des schlechten Wetters in die Halle zu verlegen. So mussten die Geräteturner in die Eishalle dislozieren. Trotz der abgedeckten Eisfläche konnte die Feuchtigkeit auf dem Boden nicht verhindert werden.

Die Turnerinnen und Turner wussten sich aber zu helfen, platzierten Handtücher und Bodenlappen an strategisch wichtigen Stellen, befreiten Mattenoberflächen von der Feuchtigkeit und versuchten, Füsse und Hände trocken zu halten. «Wir waren diesbezüglich auch etwas skeptisch», sagte BTV-Luzern-Leiter Patrick Hepp, «aber so etwas muss man einfach ausblenden können.»

Vereinsturnen

Yverdon-les-Bains. Schweizer Meisterschaften. Barren: 1. Mels 9,75. 2. Wetzikon 9,72. 3. Rickenbach 9,67. 4. Schattdorf 9,54. 5. Weite 9,26. Ferner (nicht im Final): 6. Roggliswil 9,53. 15. Wangen 9,18. 17. Altbüron 9,13. 23. Triengen 8,74. – Schaukelringe: 1. Wettingen 9,93. 2. BTV Luzern 9,85. 3. Vevey-Ancienne 9,44. 4. Orpund 9,42. 5. Glarus alte Sektion 9,38. Ferner (nicht im Final): 12. Neuenkirch 9,12. 13. Siebnen 9,10. 14. Schattdorf 9,10. 26. Reichenburg 8,36. – Sprünge: 1. BTV Luzern 9,69. 2. Wettingen 9,67. 3. Rickenbach 9,44. 4. Neuenhof 9,34. – Boden: 1. Mels 9,87. 2. Wettingen 9,85. 3. Yverdon Amis Gymnastes 9,72. 4. Morges 9,67. 5. Lenzburg 9,53. Ferner (nicht im Final): 15. Ettiswil 9,10.

Gerätekombination: 1. Pomy 9,53. 2. Neuenhof 9,51. 3. Schaffhausen Buchthalen 9,31. 4. Bauma und Sulz je 9,22. Ferner (nicht im Final): 8. Hünenberg 9,17. 17. Grosswangen 8,67. – Reck: 1. Rohrdorf 9,69. 2. Rüti 9,65. 3. Sulz 9,64. 4. Schaffhausen Buchthalen 9,62. Ferner (nicht im Final): 9. Ettiswil 9,17. – Rhönrad: 1. Waldstatt 9,63. 2. Thun-Strättligen 9,48. 3. Untersiggenthal 9,34. Ferner (nicht im Final): 5. Buochs 8,98. 6. Baar Satus 8,32.

Schulstufenbarren: 1. Vordemwald 9,68. 2. Vilters 9,63. 3. Kiessern 9,60. Ferner (nicht im Final): 8. Eschenbach ESV 9,30. – Trampolin (kein Final, nur vier Teams am Start). Vorrunde: 1. Möriken-Wildegg 9,56. – Gymnastik Bühne: 1. Teufen 10,00. 2. Röthis 9,93. 3. Oberrüti 9,77. 4. Reichenburg 9,71. – Gymnastik mit Handgerät: 1. Röthis (Ö) 9,91. 2. Vilters II 9,82. 3. Teufen 9,78. – Gymnastik Grossfeld: (Kein Final, nur vier Teams am Start). Vorrunde: 1. Marbach 9,55. 2. Gelterkinden 9,47. 3. Roggliswil 9,42. 4. Sulz 9,26. – Gymnastik Kleinfeld: 1. Langendorf 10,00. 2. Buchs 9,89. 3. Stein 9,89. Ferner (nicht im Final): 10. Reichenburg 9,44. 13. Altbüron 9,32. – Gymnastik 35+: 1. Brütten 9,68. 2. Kreuzlingen 9,60. 3. Gelterkinden 9,58.

Das Feuerwerk der Extraklasse bringt dem BTV Luzern am Sprung die verdiente Goldmedaille. (Bild Marianne Baschung)

Das Feuerwerk der Extraklasse bringt dem BTV Luzern am Sprung die verdiente Goldmedaille. (Bild Marianne Baschung)

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