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VfB Stuttgart muss nach dem 2:2 gegen Union Berlin um den Klassenerhalt bangen

Dem ambitionierten VfB Stuttgart droht nach 1975 und 2016 der dritte Abstieg aus der Bundesliga. Er kam im Relegations-Hinspiel gegen das von Urs Fischer gecoachte Union Berlin nicht über ein 2:2 hinaus.
Thomas Niklaus (SID), Stuttgart
VfB-Profi Christian Gentner (r.) gegen Unions Grischa Proemel.

VfB-Profi Christian Gentner (r.) gegen Unions Grischa Proemel.

Der VfB Stuttgart steht nach dem 2:2 zu Hause nun im Rückspiel am nächsten Montag (20.30 Uhr/Eurosport-Player) im Stadion an der Alten Försterei gegen den heimstarken Kultklub noch mehr unter Druck.

Stuttgart gelang in einer umkämpften Partie vor 58619 Zuschauern durch Captain Christian Gentner in der 42. Minute das umjubelte 1:0. Die Freude währte jedoch nur 87 Sekunden, denn Suleiman Abdullahi glich mit der ersten Aktion nach dem Anstoss aus. Die VfB-Defensive hatte sich noch nicht sortiert. Joker Mario Gomez (51.) brachte den VfB wieder in Führung, ehe Marvin Friedrich (68.) erneut ausglich.

Die Statistik spricht immerhin für den VfB, der bei einem Absturz rund 15 Millionen Euro alleine an Fernsehgeldern verlieren würde. In bislang 20 Relegations-Duellen seit 1981 hat sich der Zweitligist nur fünfmal durchsetzen können, zuletzt war dies 2012 Fortuna Düsseldorf ­gelungen.

Druck lastet auf Seiten des Bundesligisten Stuttgart

Sein Team, das in der Liga zuletzt einen Aufwärtstrend zeigte, habe «Bock auf das Spiel», sagte VfB-Coach Nico Willig kurz vor der Partie. Dies wurde schnell deutlich. Allerdings war auch der Druck, den Bayern-Trainer Niko Kovac unlängst gar als «unmenschlich» bezeichnet hatte, spürbar.

Den Aktionen des VfB fehlte bei allem Bemühen die Präzision. Auch spielerische Elemente kamen zu kurz. So profitierten die Stuttgarter bei der ersten nennenswerten Möglichkeit von einem Fehler von Manuel Schmiedebach. Ex-Lugano-Profi Anastasios Donis scheiterte jedoch an Rafal Gikiewicz (7.).

Ansonsten fehlten sehenswerte Offensivaktionen. Union hielt humorlos dagegen und konnte sich so immer wieder Luft verschaffen. Gefahr ging von den «Eisernen» aber bis zur 21. Minute nicht aus: Dann zwang Sebastian Andersson VfB-Keeper Ron-Robert Zieler zu einer Glanzparade.

Urs Fischers Union gleicht zweimal aus

Union, das vom früheren Basler Meistertrainer Urs Fischer gecoacht wird, wurde nun mutiger. Der VfB hatte weitgehend Probleme, den Zweitligisten in Verlegenheit zu bringen – bis der auffällige Donis durchstartete und Gentner zur Führung bediente. Doch der Schock durch den Ausgleich von Abdullahi, der Emiliano Insua ins Leere laufen liess, folgte prompt.

Willig reagierte und brachte Gomez für den enttäuschenden Daniel Didavi. Der 33-Jährige verpasste kurz darauf erst knapp, ehe er unter Mithilfe von Friedrich die erneute Führung erzwang. Die Einwechslung des Stürmers brachte kurzzeitig etwas mehr Schwung ins Stuttgarter Spiel. Union wackelte, kämpfte sich aber wieder zurück. Und wurde belohnt: Nach einer Ecke kam Friedrich unbedrängt zum Kopfball und traf per Aufsetzer. Mit erneuten Glanztaten gegen Andersson (78./90.+3) musste Zieler Schlimmeres verhindern, da die Defensive der Gastgeber immer wieder ins Schwimmen geriet.

VfB Stuttgart – Union Berlin 2:2 (1:1)

58 619 Zuschauer. – Tore: 42. Gentner 1:0. 43. Abdullahi 1:1. 51. Gomez 2:1. 68. Friedrich 2:2. – Bemerkungen: Stuttgart ab 73. mit Zuber.

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