Schwieriger Start in die neue Fussballsaison: Viele Verletzte beim FC Luzern

Die NLA-Fussballerinnen des FC Luzern starten am Samstag zu Hause gegen den FC Basel (16 Uhr, Leichtathletikanlage Hubelmatt) in die neue Saison.

Stephan Santschi
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Glenn Meier, Trainer der FCL-Frauen, blickt der Premiere mit gemischten Gefühlen entgegen: «Klar freuen wir uns, wieder auf dem Platz zu stehen. Doch wir hatten eine unglaublich schwierige Vorbereitung.»

Im ersten Test gegen das NLB-Team des FCL erlitt Svenja Fölmli einen Aussenbandriss im Knie und Sabina Jackson einen Bänderriss im Fuss. Im Training fielen zudem Neuzuzug Laura Keel (Kreuzbandriss), Melanie Müller (Wadenbeinbruch) und Lynn Häring (Muskelfaserriss im Oberschenkel) aus. «Alles geschah durch Fremdeinwirkung. Es ist einfach blöd gelaufen.»

Svenja Fölmli (links).

Svenja Fölmli (links).

Bild: Dominik Wunderli (7. Dezember 2019)

Basel, Servette und Zürich wohl unerreichbar

Zusammen mit der rekonvaleszenten Torhüterin Lea van Weezenbeek fehlen zum Auftakt sechs Stammkräfte. «Um diese adäquat zu ersetzen, fehlt uns die nötige Breite», erklärt Meier. «Wir verfügen nicht über die finanziellen Mittel eines FC Basel, der in Deutschland und Frankreich Spielerinnen einkaufen kann.»

Wenn seine Equipe vollzählig sei, dann traue er ihr aber gegen jeden Liga-Kontrahenten etwas zu. «Servette, Basel und Zürich dürften sich wohl vom Rest abheben. Wir schauen von Spiel zu Spiel, möchten uns möglichst weit vorne platzieren.» Beim Abbruch der letzten Saison war der FCL Vierter.

Meier beurteilt Schweizer Frauenfussball kritisch

Das Eröffnungsspiel zwischen St. Gallen-Staad und GC ist am Donnerstag live auf SRF 2 übertragen worden. Die SRG-Sender fungieren neu als «National Broadcaster» und zeigen bis zu neun Partien im Online-Livestream oder im TV. Zudem konnte die AXA-Versicherung als erste Presenting Partnerin in der Geschichte der NLA gewonnen werden, weshalb sie nun «AXA Women’s Super League» heisst. Über den Wert dieser Neupositionierung ist Meier geteilter Meinung: «Das ist eine super Sache. Doch ich hoffe, dass unser Produkt gut genug ist, um es vermarkten zu können.»

Bisher habe der Schweizer Frauenfussball stets versagt, wenn er die Chance erhalten habe, sich einer grösseren Öffentlichkeit zu präsentieren. Meier, der auch Assistenztrainer der deutschen U15-Juniorinnen ist, betont, dass in erster Linie die Ausbildungsqualität verbessert werden müsste. «Wenn wir nicht aufwachen, gehören wir im Frauenfussball in fünf Jahren zur Dritten Welt.»

Women’s Super League

1. Runde. Samstag. 16.00: Luzern – Basel. – 20.00: Servette Chênois – Lugano. – Sonntag. 14.00: Young Boys – Zürich.

Nationalliga B

1. Runde. Samstag. 18.00: Zürich U21 – Schlieren, Rapperswil-Jona – Derendingen Solothurn. – 18.15: Aarau – Kickers Worb. – 19.30: Thun Berner Oberland – Walperswil. – 20.00: Yverdon – Luzern.

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