Sportministerin vermittelt Lösung fürs Lauberhorn: Viola Amherd auf Ogis Spuren

Dank dem von Bundesrätin Viola Amherd initiierten Runden Tisch einigen sich das OK und Swiss Ski über die Zukunft des Lauberhornrennens.

Rainer Sommerhalder
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Bundesrätin Viola Amherd bändigt die beiden Streithähne Urs Näpflin (Mitte), OK-Präsident des Lauberhornrennens, und Urs Lehmann (links), Präsident von Swiss Ski.

Bundesrätin Viola Amherd bändigt die beiden Streithähne Urs Näpflin (Mitte), OK-Präsident des Lauberhornrennens, und Urs Lehmann (links), Präsident von Swiss Ski.

Peter Schneider / KEYSTONE

«Wir haben eine gemeinsame Lösung», sagte Bundesrätin Viola Amherd am Donnerstagabend bedeutungsvoll nach dem Lauberhorn-Gipfeltreffen im Bundeshaus. Nie mehr seit den Zeiten von Adolf Ogi vor 30 Jahren hat eine Sportministerin oder ein Sportminister eine derart aktive Rolle eingenommen wie die Walliser VBS-Departementschefin in diesen Tagen. Vor zwei Wochen exponierte sie sich mit dem 500 Millionen schweren Rettungspaket für den Schweizer Sport, nun übernahm sie die erfolgreiche Vermittlerrolle im Streit um ein Monument im alpinen Skizirkus, dem Rennen am Lauberhorn.

Amherd begründete ihren Einsatz für den Skisport mit der weltweiten Strahlkraft des Anlasses für den Schweizer Tourismus. «Ich wollte nicht riskieren, dass das Lauberhornrennen verschwindet», sagte sie. Ein Zeichen dafür, wie ernst die Situation geworden war, wie verbissen sich die zwei Kontrahenten gegenüberstanden. Auf der einen Seite der überaus smarte, welt- und wortgewandte Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann, auf der anderen Seite Wengens OK-Präsident Urs Näpflin, in seinen Aussagen und Handlungen ab und zu bewusst oder unbewusst zum Zweihänder greifend.

Als der Verband vor einer Woche ebenfalls die Mittel der anderen Partei wählte und das Lauberhorn kurzerhand aus dem Weltcupkalender bugsierte, eskalierte der seit Monaten öffentlich ausgetragene Streit. Derart, dass selbst Urs Lehmann eingestehen musste, «dass wir ohne die von Frau Amherd geschlagene Brücke vielleicht keine Einigung erzielt hätten».

Keine Details zur Lösung, Klage wird zurückgezogen

Was genau in der Vereinbarung mit dem Titel «Vision 2023» steht, die in den nächsten Tagen unterschrieben wird, darüber vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Sie hat zur Konsequenz, dass die Rennorganisatoren ihre Eingabe beim Sportgerichtshof in Lausanne zurückziehen werden. Bundesrätin Amherd sprach davon, dass alle Parteien einen grossen Schritt aufeinander zu gemacht hätten, aber keine Bundesgelder fliessen werden. Regierungsratspräsident Christoph Ammann bestätigte ein finanziell grösseres Engagement des Kantons Bern. OK-Chef Urs Näpflin sagte, dass der oft zitierte Werbebogen am Hundschopf schon im kommenden Winter Tatsache wird. Und Urs Lehmann betonte, dass von der getroffenen Gesamtlösung auch die anderen Schweizer Weltcup-Ausrichter profitieren werden.

Die von Wengen geforderte Million mehr aus dem TV-Vertrag wird Swiss Ski aber nicht im Ansatz hinblättern. Man darf davon ausgehen, dass Lehmanns Plan, insgesamt mehr Geld für den Schweizer Skisport zu generieren, aufgegangen ist. So wollte der Aargauer in Bezug auf den lautstarken Zwist auch nichts von einem bleibenden Schaden für den Skisport wissen.