Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VOLLEYBALL: «Brutal» – Luzern scheitert im Cup

Viele Zuschauer, tolle Ambiance und eine reizvolle Affiche als Aussenseiter – so präsentierte sich Volley Luzern gestern der Viertelfinal des Schweizer Cups. Am Ende blieb nach einer eindeutigen 0:3-Niederlage gegen Amriswil nur der Frust.
Stephan Santschi
Der Luzerner Block mit Peer Harksen, Nick Amstutz und Luca Müller (von links) stellt sich in den Weg. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 28. Januar 2018))

Der Luzerner Block mit Peer Harksen, Nick Amstutz und Luca Müller (von links) stellt sich in den Weg. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 28. Januar 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Jörg Gautschi sass nach Spielschluss auf einem Stuhl neben der Trainerbank, den Blick zu Boden gerichtet. Der Luzerner Libero versuchte gerade die Enttäuschung über die 0:3-Niederlage im Cup-Viertelfinal gegen Amriswil in Worte zu fassen. «Klar gehen einem nun viele Szenen und jeder Fehler durch den Kopf. Was gewesen wäre, wenn man es anders gemacht hätte», sinnierte er und hielt fest: «Wir hatten unsere Chancen. Es ist sehr schade, dass wir ausgeschieden sind.» Ein paar Meter weiter entfernt stand Trainerin Lauren Bertolacci. Sie versuchte zu lächeln, doch der Frust war ihr anzumerken. «Kämpferisch war das ein starker Auftritt», sagte sie. «Doch leider haben sich nicht alle Spieler auf ihrem besten Level bewegt.»

Reaktionen, die zeigten: Da hat sich ein Aussenseiter mehr ausgerechnet als eine ehrenvolle Niederlage gegen den Doublegewinner der letzten Saison. Mut machte der 3:1-Sieg in Amriswil in der Meisterschaft, und Hoffnung gab der Ausfall des Thurgauer Diagonalangreifers Sébastien Steigmeier. Die Bahnhof­halle war überdies mit 400 Zuschauern respektabel bestückt, die Atmosphäre entsprechend gut. «Ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung. Normalerweise sorge ich auf dem Platz für die Emotionen, diesmal hat uns das Publikum viel Energie gegeben», fand Gautschi. Bertolacci meinte: «So viele Leute waren noch nie hier, seit ich diese Mannschaft trainiere.» Und das tut sie mittlerweile immerhin schon in der fünften Saison.

Die ersten beiden Durchgänge waren denn auch lange ausgeglichen, die Einheimischen wehrten sich nach Kräften. Symbolcharakter hat eine Szene aus dem ersten Satz, als der Luzerner Luca Ulrich einen Aufschlag des Kanadiers Joshua Howatson an die Brust gedonnert bekam und den Punkt verlor. Im nächsten Angriff drosch Ulrich den Ball mit Vehemenz an die Brust von Howatson und realisierte den Punktgewinn im Stil von: Wie du mir, so ich dir. Doch wie bemerkte der Schweizer Nationalspieler schon vor zwei Wochen: «In der Money Time, ab 20:20 also, ist unser Spiel noch etwas zittrig.»

Am Ende des Satzes geht es plötzlich schnell

Genau in diesen entscheidenden Momenten zum Schluss verloren die Luzerner gestern die Sätze eins und zwei. 20:21 stand es im ersten, 20:20 im zweiten, ehe es plötzlich ganz schnell ging und Amriswil beide Male mit 25:20 die Nase vorne hatte. «Brutal» sei das gewesen, urteilte Jörg Gau­tschi, «vielleicht fehlte uns da etwas der Mut im Angriff, vielleicht schlugen wir nicht mehr ganz so hart auf die Bälle, um keinen Fehler zu machen. Fehler, die wir dann doch begingen.» Die Thurgauer hingegen schlugen eiskalt zu und, so formulierte es Trainerin Lauren Bertolacci, «taten das, was sie tun mussten. Im Gegensatz zu uns. Wir hätten nahe an der Perfektion spielen müssen, um sie zu schlagen.»

Die «Hopp Lozärn»- und «Blau-Wiiss»-Rufe verstummten zwar nicht, doch mit dem 0:2-Satzrückstand brauchte es nicht mehr viel, um den Widerstand der Spieler endgültig zu brechen. Der Service verlor an Druck, der Block an Stabilität und Luzern den letzten Satz mit 18:25. In der Enttäuschung blickte Gautschi nach vorne: Spiel abhaken, Fokus auf die Meisterschaft. Dort will man das schaffen, was im Cup nicht mehr möglich ist: den Einzug in die Halbfinals.

Volley Luzern – Amriswil 0:3

Bahnhofhalle. – 400 Zuschauer. – Spieldauer: 84 Minuten. – Sätze: 20:25, 20:25, 18:25. – Luzern: Häfliger, Ulrich, Amstutz, Harksen, Brzakovic, Gautschi (Libero), Stadelmann; Müller, Frame.

Schweizer Cup

Viertelfinals. Männer: Volley Luzern – Amriswil 0:3 (20:25, 20:25, 18:25). Chênois – Uni Bern 3:0 (25:13, 25:19, 25:22). Schönenwerd – Näfels 0:3 (24:26, 22:25, 14:25). Servette Star Onex (NLB) – Jona 0:3 (20:25, 20:25, 25:27). – Frauen: Volero Zürich – Aesch-Pfeffingen 3:1 (18:25, 25:18, 25:13, 25:14). Galina Schaan – Volley Lugano 1:3 (25:23, 21:25, 21:25, 11:25) Neuchâtel UC – Köniz 3:0 (25:19, 25:17, 25:23). Genève Volley (NLB) – Kanti Schaffhausen 1:3 (21:25, 15:25, 25:18, 10:25).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.