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VOLLEYBALL: Der routinierte Spätzünder

Der 29-jährige Marcel Häfliger versieht mit viel Akribie seinen Job beim NLA-Team Luzern. Und er erklärt, was es mit seinem Halsschmuck auf sich hat.
Theres Bühlmann
Marcel Häfliger im gestrigen Spiel gegen Näfels. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 5. November 2017))

Marcel Häfliger im gestrigen Spiel gegen Näfels. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 5. November 2017))

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

Auf ihn kann sich das Männer-NLA-Team von Volley Luzern verlassen. Der 29-jährige in Sursee wohnhafte Marcel Häfliger gehört zum Stammsechser und ist ein sicherer Wert. Dabei gehört er zu den Spätzündern, fand erst im Alter von 18 Jahren zum Volleyball. Leichtathlet war er in den Reihen des Turnvereins Triengen. «Ich trainierte häufig im Freien, schaute den Volleyballern in der Halle zu und dachte mir, das wäre auch etwas für mich», blickte der in Sursee wohnhafte Mittespieler zurück.

Ein Kollege überredete ihn zu einem Probetraining – und das war sie dann, seine Sportart. Erst spielte er bei Triengen (5. Liga), wechselte dann zu Sursee (2. Liga), zu Volley Emmen-Nord (NLB), zum VBC Luzern (1. Liga) und stieg 2015 mit diesem Team in die NLA auf, welches unter dem Namen Volley Top Luzern die höchste Liga aufmischte und nun Volley Luzern heisst.

Der Beruf geniesst bei ihm Priorität

Zu Beginn seiner volleyballerischen Laufbahn war auch die ­Talent School ein Thema, «aber ich wollte meine Ausbildung ­fertigmachen», sagte Häfliger, der in einem 100-Prozent-Pensum als Gebäudetechnik-Planer in Littau arbeitet. Eine Karriere als Nationalmannschaftsspieler war somit kaum mehr möglich, ein Engagement im Ausland suchte er nie. «Ich habe immer auf meinen Beruf gesetzt und ­betrachte das Volleyballspielen als Hobby.»

Eines, dem er fast die ganze Freizeit unterordnet. 13 Stunden Training in der Woche, dazu die Spiele am Wochenende, die Besprechungen und immer wieder Videoanalysen. Ab und zu ist er auch über Mittag im Fitnesscenter anzutreffen. «Ich betreibe den Volleyballsport mit Herzblut», sagte er. Dies spürt man im Gespräch und bei seinen Aktionen auf dem Spielfeld. Kein Wunder, betrachtet Luzerns Trainerin Lauren Bertolacci den Vize-Captain als einen der besten Blocker. Und kein Wunder, werden auch andere Vereine auf den 199 Zentimeter grossen Marcel Häfliger aufmerksam. «Es gab immer wieder mündliche Anfragen, aber ich müsste wegziehen, und dies ist für mich keine Option.»

Volley Luzern startete eher durchzogen in die Saison, «wir waren noch nicht so richtig im Flow», sagte Marcel Häfliger vor den beiden Wochenendbegegnungen. «Im Training sind die richtigen Ansätze klar ersichtlich und müssen nur noch in den Spielen umgesetzt werden.» Was der Mannschaft mit dem klaren 3:1-Auswärtssieg am Samstag gegen Chênois bestens gelang. «Ein Platz unter den Top 5 sollte auch diese Saison möglich sein», blickt Häfliger in die Zukunft. Dass es auch dieses Jahr keinen Absteiger gibt, betrachtet er nicht als Vorteil: «Man muss auch in dieser Situation alles geben, denn keine Mannschaft spielt in der NLA, um den letzten Platz zu belegen.»

Das Andenken an seine verstorbene Schwester

Die vier Neuzuzüger hätten sich gut in das Team integriert, erklärte er. «Wir verfügen aber über keinen Topspieler, der eine Partie allein reissen kann, deshalb läuft bei uns extrem viel über die Emotionen.» Wer schon ein Spiel der Luzerner gesehen hat, weiss, wovon er spricht.

Die Spieler treffen sich auch ausserhalb der Halle, «wir gehen ab und zu zusammen essen und trinken, das fördert den Zusammenhalt». Auch Freundschaften mit ehemaligen Spielern sind nicht selten. So trifft sich Marcel Häfliger oft mit Noah Eichenberger, der nun bei Volleyball Papiermühle in Ittigen auf Punktejagd geht und in dem Marcel Häfliger einen kompetenten Stadtführer hat, der ihm schon mal die Stadt Bern zeigt. Wenn Marcel Häfliger freie Zeit findet, hält er sich gerne in der Natur auf, geht wandern oder biken und hält Landschaften fotografisch fest. Grillieren gehört auch zu seinem Hobby, bevorzugt mit einem Smoker.

Ein Ritual vor dem Spiel kennt er nicht, er trägt aber immer eine Halskette mit einem kleinen Meteorit-Anhänger. Dies als Erinnerung an seine Schwester Lea, die vor fast zwanzig Jahren im Alter von eineinhalb Jahren tödlich verunglückte. «So ist sie mir immer nahe», sagte er.

Seine ganz persönliche Art, an Lea zu denken.

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