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VOLLEYBALL: Die Grossen ab und zu ärgern

Mit der Verpflichtung des Aargauers Noah Eichenberger gelingt dem NLA-Männerteam von Luzern ein veritabler Coup. Dabei hatte der 28-jährige Nationalspieler einst eine andere Sportlerkarriere ins Auge gefasst.
Noah Eichenberger fühlt sich in Luzern, das Bild entstand am Seeufer beim KKL, äusserst wohl. (Bild Dominik Wunderli)

Noah Eichenberger fühlt sich in Luzern, das Bild entstand am Seeufer beim KKL, äusserst wohl. (Bild Dominik Wunderli)

Theres Bühlmann

Er hat eine offene und unbekümmerte Art, Noah Eichenberger ist eine Frohnatur. Dies erklärt auch das Attribut Publikumsliebling, welches ihm die Aargauer Presse beim Abschied aus Schönenwerd verliehen hatte. Obwohl er mit dem NLA-Verein während seines vierjährigen Engagements nicht nur sportliche Erfolge feiern konnte, «der Cupfinal im letzten Jahr gegen Lausanne, den wir allerdings mit 2:3 verloren, war eines der Highlights», sondern auch einen guten Teamspirit erlebte, suchte er eine neue Herausforderung. Er fand sie bei Volley Top Luzern, er soll beim NLA-Aufsteiger eine Leaderfunktion übernehmen, die er stets angestrebt hat. «Schönenwerd setzte zuletzt auf meiner Diagonalposition auf ausländische Spieler, wodurch ich zu wenig Einsatzzeit bekam. Ich war so etwas wie ein Joker, was mir nicht behagte, denn ich wollte spielen und nicht auf der Bank sitzen», nennt der 28-Jährige, der an der Uni Bern Sport und Geschichte studiert, einen der Gründe für den Wechsel.

Die Liebe zum ... Handball

Dabei stand seine volleyballerische Karriere einst auf der Kippe. Eichenberger, in Lenzburg geboren und aufgewachsen, frönte auch noch dem Handball und überlegte sich ernsthaft einen Wechsel zu dieser Sportart. Doch es kam anders, ganz anders. Bei der Schweizer Meisterschaft der Volleyball-Junioren belegte er mit seinem Lenzburger Team Platz 3. Und da passierte etwas ganz Besonderes. Noch auf dem Podest flüsterte ihm sein damaliger Trainer Urs Lier zu: «Du hast ein Aufgebot für die Junioren-Nationalmannschaft.» Und Eichenberger musste auf der Nachhausefahrt eine Knacknuss lösen: Volleyball oder Handball. Er entschied sich für Ersteres.

Der Einsatz bei Sursee

Und dann begann es, das volleyballerische Leben, «ich bin ein Wandervogel», mit einigen Stationen in verschiedenen Ligen: Aarau (2. Liga), Schönenwerd (1. Liga). Dann machte er bei Sursees NLA-Team für ein Jahr Station, bevor Amriswil (NLA) an der Reihe war. Zwei Kreuzbandrisse und ein bakterieller Infekt am Knie zwangen ihn zu einer längeren Pause. Er schrieb sich damals an der Uni in Freiburg ein, der Volleyballsport rückte in den Hintergrund. Doch ohne Volleyball ging es nicht, und Eichenberger verstärkte die Reihen des 2.-Liga-Vereins von Murten: «Ich wollte damals wissen, ob es noch geht.» Es ging – und wie. Jedenfalls bekam er ein Angebot von den beiden NLA-Equipen Lausanne und Schönenwerd. Der Rest ist bereits erzählt.

Die Rolle des Underdogs

Nun beginnt bei Luzern ein neues Kapitel im Volleyballbuch des Noah Eichenberger. «Ich wurde im Team sehr gut aufgenommen», sagt der Aargauer. Dass er überhaupt in der Leuchtenstadt gelandet ist, sei nicht zuletzt auch ein Verdienst von Trainerin Lauren Bertolacci. «Ich bin überzeugt von ihrer Vision und schätze ihre Art sehr, sie will etwas erreichen.» Und er fügt an: «Ein Spaziergang wird die erste NLA-Saison für uns Luzerner bestimmt nicht, aber wir nehmen die Rolle eines Underdogs ein, was durchaus auch ein Vorteil sein kann.»

Eichenberger ist der einzige Elite-Nationalspieler in den Reihen der Luzerner, die mit Michael Suter (Züri Unterland) noch einen weiteren Akteur mit NLA-Praxis engagierten. Erfahrungen sammeln heisst denn auch die Devise für die Equipe «und uns darüber freuen, wenn wir dem einen oder anderen der Grossen einen Punkt abknöpfen können».

Der passionierte Surfer

Noah Eichenberger pendelt von seiner Berner WG für die vier wöchentlichen Trainings nach Luzern, in eine Stadt, die ihm gefällt. Als passionierter Surfer, der schon in den Gewässern von Indonesien, Costa Rica, Sri Lanka und Nicaragua diesen Sport ausübte, mag er den See – und schätzt auch das Panorama, «in Schönenwerd sah ich jeweils nur den AKW-Turm». Ausgiebig geniessen kann er die Luzerner Pracht nicht, denn neben den Trainings mit seinem Verein ist er zwei- bis dreimal im Fitnessstudio anzutreffen. Und wenn dann die Meisterschaft pausiert, kommt die nächste Herausforderung, und die heisst Nationalmannschaft. Im nächsten Jahr steht die EM- und WM-Qualifikation auf dem Programm.

Erst gilt der Fokus am Samstag der NLA-Premiere gegen Jona. Wie sagt doch Noah Eichenberger: «Unser Team besteht aus einem guten Mix aus routinierten und jungen Spielern. Und alle geben richtig Gas, auch die Youngsters.»

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