VOLLEYBALL: Diese Legenden haben Lust am Spiel

Am Samstag startet der VBC Steinhausen in die neue Saison. Den harten Kern der Equipe bilden fünf Frauen, die auch ausserhalb der Turnhalle eine verschworene Einheit sind.

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Claudia Hofstetter (von links), Sarah Rohrer, Laura Breuss, Fabienne Jost und Angela Teucher bilden den Kern der NLB-Mannschaft des VBC Steinhausen und werden deshalb vereinsintern auch «The Legends» genannt. (Bild Maria Schmid)

Claudia Hofstetter (von links), Sarah Rohrer, Laura Breuss, Fabienne Jost und Angela Teucher bilden den Kern der NLB-Mannschaft des VBC Steinhausen und werden deshalb vereinsintern auch «The Legends» genannt. (Bild Maria Schmid)

Marco Morosoli

Sie wohnen in Sursee, Rüschlikon, Zürich, Eschenbach und Cham und treffen sich zweimal wöchentlich zum Volleyball-Training in der Turnhalle Sunnegrund in Steinhausen. Die Rede ist von Claudia Hof­stetter (30), Sarah Rohrer (34), Laura Breuss (27), Fabienne Jost (31) und Angela Teucher (28), welche innerhalb des Klubs schon fast ehrfurchtsvoll als «The Legends» bezeichnet werden. Der langjährige Steinhauser Coach Andreas Grasreiner hat die fünf Spielerinnen zuerst als die «Routinierten», später als die «Älteren» bezeichnet. So wollten die fünf Volleyball-Frauen, die sich auch privat sehr oft treffen, aber wohl nicht unbedingt tituliert werden. «Dann haben wir uns kurzerhand auf die Bezeichnung ‹The Legends› geeinigt», erinnert sich Claudia Hofstetter.

Ein Trip für die «Teambildung»

Bevor die fünf Spielerinnen des VBC Steinhausen die Vorbereitungen für die am nächsten Samstag beginnende Saison in Angriff genommen haben, sind sie noch für eine Woche nach Ibiza geflogen. «Wir haben dort nochmals richtig auf den Putz gehauen», sagt Sarah Rohrer – ohne weiter in die Details zu gehen. Ab Meisterschaftsbeginn opfern die fünf den grössten Teil ihrer Freizeit aber wieder dem Volleyball-Sport. «Wir verpflichten uns, von Oktober bis April für den VBC Steinhausen um Punkte zu spielen», führt Sarah Rohrer aus. Zeit für einen Kaffee im «Fünferklub» bleibe dann aber schon noch.

Volleyball fasziniert Rohrer, weil es eine Kombination aus «Schnelligkeit und Taktik ist». Da drei der fünf im Steinhauser Kernteam unter 1,70 Meter gross sind, will Rohrer (1,68 Meter) auch noch betont haben: «Wir kompensieren die fehlende Grösse durch unseren Spielwitz.» Und auch der Kampfgeist der Steinhauserinnen ist sprichwörtlich.

Die hohen Ziele des VBC

In der nun beginnenden NLB-Meisterschaft haben die Steinhauserinnen ein grosses Ziel. «Wir wollen in die Playoffs kommen», sagt Claudia Hof­stetter, welche seit mehr als zwanzig Jahren die Vereinsfarben trägt. In der vergangenen Spielzeit verpasste der einzige Zuger NLB-Klub den Sprung unter die besten vier Teams der Gruppe knapp. Das war aber schon eine Verbesserung gegenüber der Saison 2013/14, als die Steinhauserinnen den NLB-Ligaerhalt erst nach einer denkwürdigen Aufholjagd in der Abstiegsrunde in extremis sichern konnten. Das Gesicht der Steinhauser Equipe hat sich gegenüber der letzten Spielzeit kaum verändert. Mit Dijana Radulovic und Olivia Wassner sind zwei Steinhauserinnen zu Volley Top Luzern (NLA) gewechselt. Die Lücken werden durch talentierte junge Spielerinnen aufgefüllt. Fabienne Jost jedenfalls sieht der nächsten Saison zuversichtlich entgegen: «Alles kommt gut. Bei uns stimmt der Mix. Erfahrene Spielerinnen werden durch Nachwuchskräfte ergänzt, die schon länger in unserem Trainingsbetrieb integriert sind.» Dabei ist festzuhalten, dass sich die Nachwuchsarbeit des VBC Steinhausen sehen lassen kann. Es sei hier nur an das erfolgreiche Steinhauser Beachvolleyball-Duo Nina Betschart und Nicole Eiholzer erinnert, welche noch bis vor kurzem mit den Steinhauserinnen auf Punktejagd gingen. «Die gute Nachwuchsarbeit im Verein kommt uns immer wieder zugute», sagt denn auch Angela Teucher. Auch sie hält dem VBC Steinhausen seit 1995 die Treue.

Wie immer sei es aber schwierig, so sagt Claudia Hofstetter, einen Favoriten für die NLB-Ostgruppe auszumachen. Sie erwartet Lugano oder auch Aadorf an der Spitze. Dies, weil beide Teams sich jeweils mit Ausländerinnen verstärken. Etwas, das in Steinhausen unbekannt ist.

Prognosen sind schwierig

Bei der Prognose vorsichtig ist auch der Steinhauser Coach Andreas Grasreiner. Der Deutsche kennt die Volleyballszene sehr gut, steht er doch schon in der siebten Saison im Dienste des VBC Steinhausen. Er ist froh, dass er über ein genügend grosses Kader verfügt, das zwölf Spielerinnen umfasst. Da das Gros der Spielerinnen geblieben sei, «sind wir eingespielt». Deshalb sei der Einzug in die Aufstiegsrunde möglich. Wichtig sind dabei auch die «The Legends». Und diese habe noch grosse Lust zum Spielen. «Ich will noch lange Volleyball spielen», sagt Laura Breuss, die in der Stadt Zürich wohnt. Sie könnte sich auch dort, wie sie sagt, einem Team anschliessen: «Das will ich aber nicht. Ich will ja meine Freundinnen nicht missen.» Vom Volleyballsport lassen kann auch Fabienne Jost nicht, obwohl sie kürzlich Mutter geworden ist. Sie habe Wege gefunden, ihrem Hobby weiter frönen zu können: «Ich geniesse in dieser Hinsicht grosse Unterstützung von meinem Mann und den beiden Elternteilen.» Für Fabienne Jost ist klar: «Ich will spielen, solange es noch Spass macht.» Und die Lust am Volleyballspielen haben auch ihre Freundinnen noch längst nicht verloren. Da passt der Name «The Legends» für die fünf von Jahr zu Jahr besser.

Hinweis

NLB-Meisterschaft, 1. Runde: Samstag, 17. Oktober: VBC Steinhausen - Volley Luzern Nachwuchs (18 Uhr, Sunnegrund, Steinhausen). Neben dem VBC Steinhausen spielen noch der FC Luzern II, Volleya Obwalden, Aadorf, Galina, Glaronia, Volley Lugano und Volley Luzern Nachwuchs in der NLB Gruppe Ost. Alle Teams bestreiten eine Doppelrunde (Hin- und Rückspiele). Die ersten vier Teams kommen in die Aufstiegsrunde. Die restlichen Equipen müssen um den Ligaerhalt kämpfen. Dabei werden die vier schlechtesten Teams der Ost- respektive der Westgruppe zusammengefasst.