VOLLEYBALL: Ein Newcomer auf dem Weg nach oben

Die Zugerin Dijana Radulovic will in Zukunft beim NLA-Verein Volley Top Luzern mehr Verantwortung übernehmen. Und die 18-Jährige sagt, was es mit der Farbe Rosa auf sich hat.

Theres Bühlmann
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Blickt in eine rosarote Zukunft: die 18-jährige Dijana Radulovic, hier in einer Nische beim KKL. (Bild: Corinne Glanzmann /  Neue LZ)

Blickt in eine rosarote Zukunft: die 18-jährige Dijana Radulovic, hier in einer Nische beim KKL. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Theres Bühlmann

Gross, schlank, mit langen, offenen Haaren, geschmackvollen Ohrsteckern, einem gewinnenden Lächeln und einem rosaroten Rucksack, so lernt man Di­jana Radulovic privat kennen. Sportlich verstärkt sie die Reihen des NLA-Vereins Volley Top Luzern und feierte im letzten Jahr, vom NLB-Team Steinhausen kommend, ihr Debüt auf höchster nationaler Ebene. «Ich hatte unerwartet viel Spielzeit erhalten, habe so persönlich Fortschritte erzielt – vor allem in technischer Hinsicht und auch was die Kraft anbelangt», blickt die 179 Zentimeter grosse Akteurin auf die letztjährige Saison zurück. Die Luzernerinnen unter Trainer Dario Bettello marschierten in den Playouts durch, entschieden die Abstiegspoule für sich und belegten im Gesamtklassement Rang 7, was durchaus als Erfolg gewertet werden kann. «Es war einfach cool», sagt die 18-jährige Radulovic. «Wir waren wohl das jüngste Team, so gesehen, haben wir dieses Masters gut gemeistert.» Sie musste sich erst an die höhere Gangart, an das schnellere Spiel in der NLA gewöhnen, «in dieser Liga wird professioneller gearbeitet.»

Grosse Schwester als Vorbild

Dijana Radulovic begann im Alter von elf Jahren mit dem Volleyball, durchlief beim Verein in ihrem Wohnort Steinhausen mehrere Abteilungen. Allerdings, zuvor war Tennis Trumpf, dies, weil ihre heute 21-jährige Schwester Magdalena dem «Sport mit dem Filzball» frönte. Und weil jüngere Geschwister bekanntlich gerne den Älteren nacheifern, griff auch Dijana zum Racket. Dann entdeckte Magdalena den Volleyball, und «das wollte ich dann halt auch machen», sagt die Zugerin. Dieser Wechsel bedeutete den ersten Schritt in ihrer noch jungen Volleyball-Laufbahn. Sie gehörte dereinst der Junioren-Nationalmannschaft an und hat nun den Sprung ins Schweizerische Elitekader geschafft, das kürzlich beim Masters in Montreux engagiert war. Viele Akzente setzen konnten die Schweizerinnen in der Westschweiz aber nicht, sie belegten den letzten Platz. «Wir waren das jüngste Team», weiss Dijana Radulovic. Einen Aspekt nahm sie trotzdem mit nach Hause: «Solche Turniere sind optimal, um Erfahrungen zu sammeln.»

Unterstützung durch die Familie

Die Aussenspielerin besucht die fünfte Klasse des Sportgymnasiums Alpenquai in Luzern, trainiert kurz vor und während der Saison an jedem Tag, dazu kommen die Spiele am Wochenende. Viel Zeit für Hobbys bleibt nicht. Wenn sich eine Lücke im Terminkalender findet, dann geht sie mit ihrem Hund Kiki spazieren, «ich bin schon froh, wenn ich einmal mit meiner Familie und meinem Freund Zeit verbringen kann».

Apropos Familie: Mutter Mileva, Vater Danko, er trainiert die 3.-Liga-Fussballer des SC Cham, Schwester Magdalena und ihr Zwillingsbruder David, auch er ein Fussballer, sind treue Besucher, wenn Tochter und Schwester Dijana die Bälle über das Netz schmettert. «Die Unterstützung meiner Familie ist wichtig für mich. Ohne sie wäre ich nicht dort, wo ich heute bin.» Mehr noch: Auch Onkel, Tanten und Cousinen lassen sich die Spiele ihrer Dijana nur selten entgehen.

Momentan aber verbringt die Familie Radulovic viel Zeit vor dem Fernseher. Logisch, es ist Fussball-EM. «Vor allem bei meinem Vater und meinem Bruder ist das Interesse sehr gross.» Einen Favoriten auf den Titel hat Dijana Radulovic nicht: «Ich drücke einfach den Schweizern die Daumen.»

Wünsche für die neue Saison

Das Training des NLA-Vereins beginnt erst im August, was aber nicht heisst, dass die Füsse hochgelagert werden. Im Gegenteil. Beim Team Luzerner Nachwuchs und bei der Talent School in Luzern wird an der Form gefeilt, um beim Saisonbeginn im Oktober der Konkurrenz Paroli bieten zu können. «Ich möchte dann mehr Verantwortung übernehmen und zur Stammformation gehören. Zuerst aber muss sich die Mannschaft finden und zu einer homogenen Einheit wachsen.» Dazu beitragen wird auch Trainer Dario Bettello, von dem Dijana Radulovic sagt, «dass er einer der besten Trainer in der Schweiz ist, immer die Ruhe bewahrt und seine Anweisungen gut einbringen kann.»

Die Steinhauserin liebt die Farbe Rosa. Und Ballett. «Obwohl ich nie entsprechende Stunden hatte, ich mag die Eleganz – und die Tutus.» Diese Ballettkostüme, mit Röcken aus mehreren Schichten Tüll. Und meistens in Rosa. Zum Schluss stellt sich noch die Frage nach den beruflichen Zukunftsplänen. Konkret bestehen noch keine, «aber vielleicht mache ich etwas mit Tieren.»

Mit 18 Jahren hat man noch Zeit, da steht die ganze Zukunft offen. Und auch in volleyballerischer Hinsicht. Mit einem rosaroten Rucksack als Begleiter.

Viele Wechsel – auf und neben dem Spielfeld

Personelles T.B. Die beiden NLA-Teams von Volley Top Luzern verstärken sich für die Saison 2016/17. Nationalspielerin Sarah Trösch wechselt von Köniz nach Luzern und übernimmt den Part der Zuspielerin. Neu dabei ist auch Kristyna Boulova: Die ehemalige tschechische Nationalspielerin lebt seit einiger Zeit in der Zentralschweiz und setzt nach einer Mutterschaftspause ihre Karriere nun bei Luzern fort. Verstärkung erhält das Team von Trainer Dario Bettello auch durch die Amerikanerin Taylor Milton. Nicht mehr dabei sind unter anderen das starke Trio Jasmin Bieri, Linda Kronenberg und Gabi Schottroff.
Bei den Männern konnte der tschechisch-australische Doppelbürger Gerrard Lipscombe verpflichtet werden. Er ersetzt zusammen mit Luca Müller die beiden Abgänge Luca Ulrich und Lorenz Eichhorn.
Einen Wechsel gibt es auch im Vorstand: Josef Wicki (Ebikon) übernimmt das Präsidium, das bisher Libero Jörg Gautschi innehatte. Dieser kann sich nun vermehrt auf seine Aufgabe als sportlicher Leiter konzentrieren. Leiter der Geschäftsstelle ist weiterhin Gabriel Wey.
 

Volley Top Luzern: Frauen

Kader: Vera Bachmann (SUI/1996/Diagonal), Léonie Bisang (SUI/1994/Mitte), Mirijana Blazevic/SUI/1996/Diagonal,Libera), Kristyna Boulova (CZE/1985/Mitte), Taylor Milton (USA/1994/Aussen), Leona Neumannova (CZE/1987/Aussen), Korina Perkovac (SUI/1999/Aussen, Diagonal), Dijana Radulovic (SUI/1998/Aussen), Marija Smiljkovic (SUI/1999/Mitte), Sarah Trösch (SUI/1994/ Pass), Olivia Wassner (SUI/1999/Pass), Jana Wigger (SUI/1998/Libera). – Trainer: Dario Bettello (bisher).
Zuzüge: Blazevic (Rückkehr von Volleya Obwalden). Boulova (reaktiviert), Milton (Hamburg), Perkovac, Smiljkovic (beide Luzern Nachwuchs), Trösch (Köniz). – Abgänge: Linda Kronenberg (Franches-Montagnes), Jasmin Bieri (Rücktritt), Gabi Schottroff (Volero Zürich), Esther Rohrer (Auszeit).

Volley Top Luzern: Männer

Kader: Nick Amstutz (SUI/1993/Mitte), Noah Eichenberger (SUI/1987/Diagonal), Jörg Gautschi (SUI/1984/Libero), Tim Häfelfinger (SUI/1995/Aussen), Marcel Häflinger (SUI/1988/Mitte), Peer Harksen (SUI/1995/Passeur), Ben Hensler (SUI/1994/Mitte), Gerrard Lipscombe (AUS-CZE/1992/Aussen), Luca Müller (SUI/1993/Aussen), Frederic Wicki (SUI/1998/Aussen), Luca Widmer (SUI/1997/Pass), Jonas Wigger (SUI/1997/Libero), Reto Willimann (SUI/1991/Diagonal). – Trainerin: Lauren Bertolacci (bisher).
Zuzüge: Häfelfinger (Gelterkinden), Hensler (Einsiedeln), Lipscombe (Grand Canyon University, USA), Müller (Schönenwerd), Widmer, Wigger (beide Emmen Nord). – Abgänge: Michael Suter, Luca Ulrich (Lausanne), Lorenz Eichhorn (Amriswil), Gianni Meier, Florian Keller, Raphael Zurgilgen.