VOLLEYBALL: Fides Ruswil: Hoffnung keimt auf

Bisher kam Fides Ruswil in der NLB-Abstiegsrunde nicht auf Touren. Der 3:0-Sieg über Cheseaux weckt bei den Rottalerinnen wieder Hoffnung auf den Ligaerhalt.

Ruedi Vollenwyder
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Der Angriffsball der Ruswilerin Esmée Böbner (vorne rechts), beobachtet von Belinda Bühler (hinten), landet im gegnerischen Block. (Bild: Nadia Schärli (Ruswil, 4. März 2017))

Der Angriffsball der Ruswilerin Esmée Böbner (vorne rechts), beobachtet von Belinda Bühler (hinten), landet im gegnerischen Block. (Bild: Nadia Schärli (Ruswil, 4. März 2017))

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Im Match gegen Cheseaux stand für Fides Ruswil sehr viel auf dem Spiel. «Diesen Match dürfen wir auf gar keinen Fall verlieren. Sonst ist ein Abstieg wohl unumgänglich», mahnte Fides-Trainer Peter Marti noch kurz vor Spielbeginn. Und seine Worte wurden von seinen Frauen denn auch zu Herzen genommen. 3:0 gewann Ruswil den packenden und über weite Strecken ausgeglichenen Match gegen einen aufsässigen Gegner aus Cheseaux.

Der erste Satz stand bis zum 20:20 auf Messers Schneide, ehe der Satz mit 25:21 auf die Seite der sehr konzentriert spielenden Ruswilerinnen kippte. Das gleiche Bild auch im zweiten Spielabschnitt. Nach einem 20:20 wurde es beim Spielstand von 23:22 nochmals eng. Doch dann sorgten die stark spielenden Esmée Böbner und Eveline Limacher für die beiden nötigen Satzgewinn-Punkte. Im dritten Satz passte dann alles zusammen. Mit guten Servicebällen wurde Cheseaux unter Druck gesetzt. Die Blockarbeit griff, und auch bei den Annahmen klappte es bestens, sodass Passeuse Andrea Niederberger die Mitspielerinnen auf den Aussenpositionen mit sauberen Zuspielen «füttern» konnte. Mit anderen Worten: Der 25:17-Satzgewinn war das Werk einer starken kollektiven Teamleistung.

Klar, dass sich die Ruswile­rinnen über diesen ersten Voll­erfolg in dieser Abstiegsrunde mächtig freuten. «Dieses 3:0 ist für uns Spielerinnen ein Riesenaufsteller», meinte Luisa Böbner abgekämpft, aber glücklich. Den Frauen war vor diesem Fight bewusst, was auf dem Spiel steht. Luisa Böbner: «Wir haben uns teamintern denn auch intensiv mit diesem Schicksalsmatch beschäftigt. Analysiert, was wir im Gegensatz zu den letzten Partien besser machen müssen.» Mit der Erkenntnis, «dass wir unsere manchmal legere Einstellung einer voll fokussierten Trainingsarbeit entgegenstellen müssen».

Differenz zu Rang drei beträgt nur drei Punkte

Das Ruswiler Ziel ist klar: Das Team um Peter Marti will auch in der nächsten Spielzeit in der NLB mitmischen. Doch dazu braucht es weitere Erfolge. Für die 20-jährige Luisa Böbner sind Siege das Mass aller Dinge. «Niederlagen ärgern mich gewaltig. Auch noch Tage danach grüble ich über die Gründe, weshalb wir als Verlierer vom Platz mussten.»

Bei der Ursachenforschung, weshalb Fides Ruswil vor diesem souveränen Auftritt (bisher nur 2 Punkte nach 2:3-Niederlagen) nicht auf Touren kam, sichtet Trainer Peter Marti schon ein paar Baustellen. «Zum einen war unsere Inkonstanz eines der Übel. Dazu brachten diverse Verletzungen und Krankheiten grosse Unsicherheit ins Spielsystem. Zum anderen kam mein Team mit dem auferlegten Druck des Siegenmüssens bislang nicht zurecht.» Peter Marti hofft, dass dieser Druck nach dem ersten Sieg nun endlich wegfällt. Und dass sein Team, wie gegen Ende der Qualifikationsrunde, «als wir wirklich super gespielt haben, nun auf die Erfolgsstrasse zurückfindet».

Dank diesem guten Auftritt ist Fides Ruswil im Kampf gegen den Abstieg «wieder bei den Leuten». Denn die Differenz zum 3. Rang beträgt nur drei Punkte. «Wir haben es nun wieder selber in der Hand, dem Abstieg zu entgehen», meldet Peter Marti kämpferisch. Mit dem gleichen überzeugenden spielerischen und kämpferischen Engagement wie beim Sieg über Cheseaux ist dies eine absolut machbare Aufgabe.

Frauen, NLB

Abstieg. 5. Runde: Giubiasco – Val-de-Travers 3:0. Steinhausen – Genève 0:3. FC Luzern II – Köniz II 3:0. Ruswil – Cheseaux II 3:0. – Vorgezogenes Spiel: Giubiasco – Cheseaux II 3:1. – Rangliste: 1. FC Luzern II 5/18 (15:0). 2. Genève 5/14 (12:5). 3. Giubiasco 6/12 (11:10). 4. Val-de-Travers 5/9 (9:8). 5. Köniz II 5/6 (7:9). 6. Steinhausen 5/6 (6:10). 7. Ruswil 5/6 (7:12). 8. Cheseaux II 6/4 (4:17).

Fides Ruswil – Cheseaux II 3:0

Neue Dorfhalle. – 100 Zuschauer. – Spieldauer: 64 Minuten. – Sätze: 25:21, 25:22, 25:17. – Fides Ruswil: Esmée Böbner, Luisa Böbner, Bühler, Limacher, Niederberger, Seiler, Bättig (Libera); Kesten, Baumann, Furrer, Seghers, Bogosavljevic (Libera).