Volleyball
Gelingt Luzern mit Interimstrainer Jorge Garcia eine Reaktion?

Volley Luzern steht nach dem Trainerwechsel vor einer wegweisenden Woche. Gleich dreimal heisst der Gegner TSV Jona.

Stephan Santschi
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Zwei Wochen sind seit der 1:3-Niederlage gegen Näfels und der Trennung von Trainer Alessandro Lodi vergangen. Zwei Wochen, in denen die NLA-Volleyballer Luzerns keinen Ernstkampf mehr bestritten haben. «Die Atmosphäre im Team ist viel besser geworden», sagt Dominik Fort, der tschechische Aussenangreifer in Diensten von Volley Luzern. Interimistisch hat der spanische Assistenztrainer Jorge Garcia die Chefrolle übernommen und gemäss Geschäftsstellenleiter Richard Gehrlach wird er dies auch bis zum Ende der Saison tun. «Für ihn ist es eine herausfordernde Situation», sagt Gehrlach, «etwa so, als ob er sich mit Schwimmflügel in Kindergrösse über Wasser halten muss. Doch Jorge macht das sehr gut, arbeitet mit einem Lächeln im Gesicht.»

Lodi: Fachlich unbestritten, im Umgang schwierig

Was hat sich konkret verändert, was hat unter Lodi nicht funktioniert? Keiner in Luzern zweifelt an den fachlichen Fähigkeiten des Italieners, der im letzten Sommer Erfolgscoach Liam Sketcher ersetzt hatte. Im Umgang mit Menschen allerdings offenbarte Lodi nicht zum ersten Mal in seiner Karriere Probleme. «Alessandro liess keine andere Optionen zu», sagt Fort. Auch Dinge, die funktionierten, habe man nicht beibehalten, wenn sie nicht in sein Konzept passten. «Die Kommunikation war nicht auf einem guten Level.» Garcia hingegen sei offen für andere Meinungen, spreche mit allen Spielern. «Jorge sorgt für neuen Spirit, für positives Denken», erklärt Fort. Und Gehrlach hält fest:

«Wir befinden uns in einer Konsolidierungsphase. Es geht darum, Plausch am Volleyball zu haben und nach vorne zu schauen.»

Ob die Veränderung an der Seitenlinie auch die Leistung im Wettkampf fördert, muss sich allerdings erst noch zeigen. Am Samstag beginnt für die Luzerner eine wegweisende Woche, gleich dreimal treffen sie auf den TSV Jona. Zweimal in der NLA, heute in Jona (18 Uhr, live auf Youtube), am Mittwoch in Luzern. Und schliesslich noch am übernächsten Sonntag im Cup-Viertelfinal in Luzern. «Diese Spiele sind sehr wichtig, wir können zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind», betont Fort. In der Meisterschaft liebäugelt Luzern trotz fünf Zählern Rückstand auf Tabellennachbar Jona mit der Verbesserung auf Platz sechs, um im Playoff-Viertelfinal nicht auf eines der überragenden Teams aus Amriswil oder Chênois zu treffen.

Teamleader Dominik Fort wird erstmals Vater

Noch wichtiger aber ist die Partie im Cup, mit dem Einzug in die Halbfinals könnte eine komplizierte Saison aufgehübscht werden. «Aktuell sehe ich die Chancen bei 60:40 für Jona», so Fort – im Wissen, dass sich diese Ausgangslage zu Luzerns Gunsten verändern kann.

«Wir kennen den Gegner nicht, wir haben bisher noch nicht gegen Jona gespielt. Es dürfte aber ein enges Duell geben.»

Wie es nächste Saison weitergeht, weiss Fort nicht, generell sind in einer turbulenten und unter massiven Coronaeinflüssen stehenden Spielzeit noch keine Zukunftsgespräche geführt worden. Zu den persönlichen Plänen befragt, sagt der 31-jährige Teamleader: «100 Prozent sicher ist nur, dass ich weiterhin Volleyball spielen werde. Im Juni werden meine Freundin und ich erstmals Eltern. Noch ist offen, ob wir in der Schweiz bleiben oder möglicherweise in die Heimat nach Tschechien zurückkehren.»