VOLLEYBALL: Heftiger Knall - Frauenteam geht freiwillig in NLB

Volley Top Luzern kann für die nächste Saison nicht mehr zwei Teams finanzieren. Der Entscheid des Vorstandes löst im NLA-Team der Frauen Betroffenheit, aber auch Verständnis aus.

Turi Bucher
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Luzerner Frauen-Volleyball in der NLA (links Milton Taylor): Das wird es bald nicht mehr geben.

Luzerner Frauen-Volleyball in der NLA (links Milton Taylor): Das wird es bald nicht mehr geben.

Josef Wicki (55, Bild), Präsident von Volley Top Luzern, zeigt sich selber enttäuscht, dass die Chefetage des Vereins diesen Entscheid fällen musste. Vergangene Woche wurde Dario Bettello, dem Trainer des NLA-Frauenteams, der Entscheid des freiwilligen Rückzugs in die NLB per nächste Saison kommuniziert, am Montag wurde der Vertrag mit dem Coach aufgelöst. «Ein Vertrag, der nur für die NLA Gültigkeit hatte», wie Josef Wicki erklärt. Tags darauf musste der Vorstand vor seine Spielerinnen treten und die schlechte Nachricht verkünden. Es habe, so Wicki, bei den NLA-Spielerinnen neben Betroffenheit und emotionalen Reaktionen auch Signale von Verständnis und Sportsgeist gegeben.

Aus sportlicher Sicht ist dieser Rückzug für die Zentralschweizer Volleyballszene ein herber Rückschlag. Wicki sagt dazu: «Um Fortschritte zu erzielen, muss man manchmal auch einen Rückschritt akzeptieren.» Für den seit Juni 2016 im Amt agierenden Präsidenten ist aber klar, dass eine weitere Saison mit zwei NLA-Teams finanziell und organisatorisch nicht machbar gewesen wäre: «Wir haben die Planung zwar an die Hand genommen, doch am Schluss war es eine Frage der Wirtschaftlichkeit und ein Entscheid der Vernunft.»

Der Rückzug des Damenteams erfolgt letztlich aus sportlichen, organisatorischen und finanziellen Überlegungen. Laut Wicki fiel der Entscheid gegen das Frauen- und für das Männerteam, «weil uns auch erste Zusagen für die ­Finanzierung des Männerteams vorliegen». Die Luzerner Volley-Top-Frauen spielen seit vier Jahren in der NLA, die Männer seit zwei Jahren. Trotz Marketingmassnahmen und regem Publikumsaufmarsch in dieser Saison konnten in der kurzen Zeit nicht genügend Mittel für zwei Teams für die nächste Saison beschafft werden. In seiner Medienmitteilung erwähnt Volley Top Luzern, dass sich «das aus mehrheitlich jungen Schweizer Spielerinnen bestehende Team in den vergangenen vier Jahren in der NLA nicht zu etablieren vermochte». Präsident Wicki sagt: «Offen bleibt, ob sportlicher Erfolg auch bessere Finanzierungsmöglichkeiten erwirkt hätte.»

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch