VOLLEYBALL: Steinhausen startet mit hohen Zielen

Der VBC Steinhausen steht vor dem Start in die NLB-Spielzeit. Trainiert wird das Team von Thomas Böbner (30). Der «Feuerwehrmann» des vergangenen Frühjahrs geht neue Wege.

Michael Wyss
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Thomas Böbner hat klare Vorstellungen, wie er das Team in die Playoffs führen will.

Thomas Böbner hat klare Vorstellungen, wie er das Team in die Playoffs führen will.

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

«Das Ziel ist, dass wir die Playoffs schaffen.» So lautet die Ansage von Steinhausens Trainer Thomas Böbner. Er weiss, dass es für den Abstiegskandidaten der vergangenen Saison nicht leicht wird, unter die besten vier zu kommen. «Es wird ein steiniger Weg mit vielen Herausforderungen. Wir geben aber alles, um dieses Unterfangen zu schaffen», sagt der 30-Jährige aus Sins. Er ist in Hausen am Albis aufgewachsen und verdient seinen Lebensunterhalt als Werkstattleiter in Baar. Böbner, der zuvor als Assistenztrainer im mittlerweile aufgelösten NLA-Frauenteam von Volley Top Luzern tätig gewesen war, stiess bereits im vergangenen März zu den Steinhauserinnen. Er wurde als «Feuerwehrmann» für die Abstiegsrunde geholt, nachdem der Trainer Pedro Carolino überraschend den Rücktritt erklärte, wie der Verein kommunizierte. Steinhausen schaffte den Verbleib – die Abstiegsrunde musste wegen Aufstiegsverzichtens erst gar nicht gespielt werden.

NLB wichtig für die Szene

Warum das Engagement bei Steinhausen? Böbner: «Nachdem sich das Frauenteam von Luzern in der NLA aufgelöst hatte, suchte ich in der Region nach einer neuen Herausforderung auf hohem Niveau. In Steinhausen wurde ich nun fündig.» Das Team sei gut aufgestellt, die Spielerinnen ergänzten sich ausgezeichnet. «Die verschiedenen Charaktere stärken den Teamspirit. Ich bin guten Mutes, dass uns eine erfolgreiche Meisterschaft gelingt», glaubt der neue Chef an der Seitenlinie.

Die NLB-Zugehörigkeit sei für Steinhausen und die Region von grosser Wichtigkeit. Böbner sagt: «Dass Steinhausen eine NLB-Equipe stellt, ist ein Glücksfall. Für den Kanton Zug, aber auch die gesamte Region. Es ermöglicht vielen Spielerinnen das Ausüben des Hobbys auf hohem Niveau. Jede Mannschaft in der Nationalliga B stärkt auch die gesamte Volleyballszene in der Schweiz. Die Liga ist eine grosse Challenge für viele talentierte Akteurinnen. Die Teams der NLB sind auch Ausbildungsvereine, das darf man nicht vergessen.»

In der Zentralschweiz sind in der NLB nur vier Frauenteams vertreten. Nebst Steinhausen sind dies Volleya Obwalden, Fides Ruswil und Volley Luzern. Deshalb nimmt Steinhausen, was das Einzugsgebiet anbelangt, einen wichtigen Standort ein. Für Spielerinnen aus den Kantonen Zug, Aargau und Zürich ist Steinhausen eine Anlaufstelle.

Böbner ist sich auch bewusst, dass er in einer Randsportart um Ansehen kämpft. «Leider, daher ist die Entwicklung auch nur langsam, aber ich schaue positiv nach vorne. Volleyball ist sehr attraktiv, denn es ist sehr vielseitig. Die grosse Nachfrage in Steinhausen, vor allem auch im Nachwuchs zeigt und bestätigt, dass dieser Sport gefragt ist.»

Böbner, der mit zwölf Jahren mit Volleyballspielen begann und bis zur 1. Liga aktiv war, hat einige Frauenteams in den unteren Ligen trainiert und zuletzt in Luzerns Trainerstab viel Erfahrung sammeln können. Er hat im vergangenen Sommer ein Probetraining in Steinhausen durchgeführt, um den schmalen Kader zu erweitern (Ausgabe vom 19. September). «Sinn und Zweck war es, allen Interessierten die Möglichkeit zu geben, zu zeigen, was sie können, und eventuell einen Platz im Team zu ergattern. Das Training war ein Bedürfnis. Wir haben dadurch viele Spielerinnen für die NLB-Meisterschaft rekrutieren können», erklärt er.

Saisonstart mit Heimspiel

Auf dem Weg in die Playoffs treffen die Steinhauserinnen in der NLB-Gruppe Ost in der Qualifikationsphase auf den VBC Züri Unterland, Raiffeisen Volleya Obwalden, VBC Glaronia, Volley Luzern, Giubiasco Volley, Volley Toggenburg und den VBC Aadorf. Steinhausen startet am Samstag, 14. Oktober, gegen Aadorf in die neue Saison (14.30, Sunnegrund). Das Eigengewächs Mara Betschart (17), seit 2010 im Verein und seit vergangener Spielzeit im NLB-Kader, blickt der Saison wie ihr Trainer positiv entgegen: «Ich denke, dass wir die Playoffs schaffen können. Das muss auch das Ziel jeder Spielerin sein. Ich kann mit dem Erreichen der Abstiegsrunde ja nicht zufrieden sein.»

Boom stellt den Verein vor Probleme

VBC Steinhausen Die Volleyballerinnen stellen mit 140 Mitgliedern den zweitgrössten Sportverein in der Gemeinde hinter den Fussballern. Die Präsidentin Miriam Hasenmaile (31) sagt: «Wir erleben einen echten Boom. Die Entwicklung ist sehr erfreulich. Mit dem Nationalliga-B-Team als Aushängeschild geniesst der Volleyballsport im Dorf einen hohen Stellenwert. Wir haben bei unseren Heimspielen manchmal gegen 200 Fans, die aus Steinhausen und den benachbarten Regionen kommen.» Ein Luxusproblem stellt die stetige Nachfrage im Nachwuchsbereich dar. «Bald haben wir mit personellen Problemen zu kämpfen. Wir haben nicht mehr genügend Trainerinnen und Trainer für die Zukunft», weiss Hasenmaile. «Wir haben viele Anfragen, denn wir sind auch als ein Breitensportverein vertreten. Wir können so für jede interessierte Volleyballerin etwas anbieten.

Im Breitensport wird es auch immer schwieriger, Sponsoren zu finden. Das kennt man auch im VBC Steinhausen. «Geldgeber fallen keine vom Himmel. Es ist immer wieder ein Knochenjob, die Sponsoren zu halten und neue Geldgeber zu gewinnen.» Dank des grossen Engagements und der guten Beziehungen der Sponsoringverantwortlichen sei man aber derzeit gut aufgestellt, sagt Präsidentin Hasenmaile. Allerdings: Es fehlt ein Hauptsponsor. (mwy)