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VOLTIGIEREN: Ein Hobby, mit Leidenschaft betrieben

Für einmal standen in Dagmersellen nicht die Springreiter im Fokus, sondern eher eine unbekannte Sportart. Sie hat aber viel zu bieten.
Theres Bühlmann
Die Fördergruppe Ruswil (oben) in voller Aktion. Links: Deborah Hermann richtet sich auf dem Pferderücken auf. Rechts: die Clowns von Rottal II. (Bilder: Corinne Glanzmann (Dagmersellen, 2. Juli 2017))

Die Fördergruppe Ruswil (oben) in voller Aktion. Links: Deborah Hermann richtet sich auf dem Pferderücken auf. Rechts: die Clowns von Rottal II. (Bilder: Corinne Glanzmann (Dagmersellen, 2. Juli 2017))

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

Ein Handstand, ein Spagat, eine Standwaage, Liegestütze und ein Schulterhang, das alles auf einem galoppierenden Pferd und ein Flic-Flac als Abgang – Voltigieren nennt sich diese Sportart, gepaart mit Eleganz und Harmonie. Dies alles gab es am Sonntag beim 13. Rottaler Voltigetag in Dagmersellen zu sehen, bei dem rund 80 Athleten im Alter von 5 bis 20 Jahren ihr Können präsentierten. Wobei das weibliche Geschlecht klar die Mehrheit stellte.

Erst einmal hiess es die Frisuren richten, einen Zopf flechten, hochstecken und mit Blumen schmücken. Als Nächstes folgte das Aufwärmen, versehen mit den letzten Tipps der Trainerin. Einmarschieren, Aufstellung nehmen, tief durchatmen, und dann kamen die zahlreichen Zuschauer in den Genuss vielfältiger Vorführungen, Einzel und in Gruppen, vom Anfänger bis zu den Routiniers.

Einmal international dabei sein

Zwei, die diese Sportart beherrschen und für ihre Vorführungen viel Applaus ernteten, sind Liana Loosli (17) aus Willisau und die gleichaltrige Deborah Herrmann aus Emmen, beide gehören der Voltigegruppe Ruswil an und trainieren bei Miriam Kuhn. Graziös, mit viel Ausdruckskraft, technischer Versiertheit und Harmonie zeigten sie auf dem 10-jährigen Holsteinerwallach Caragon ihr Einzel-Pflicht- und Kürprogramm. Seit 2005 betreibt Liana Loosli diese Sportart, «ich finde es schön, mit einem Pferd zusammenzuarbeiten und mit der Trainerin und den Kollegen ein Team zu bilden», sagte sie, während sie zusammen mit Deborah Herrmann, einer ehemaligen Geräteturnerin, Caragon für den Auftritt vorbereitete. Da wurden dessen Vorderbeine einbandagiert, Schweif und Mähne zurechtgezupft und am Schluss noch den Rücken mit Haarspray besprüht, ­damit die Unterlage für den Voltigiergurt auf dem Pferderücken besser haftet, «zumal Caragon ein glattes Fell hat», wie sich Liana Loosli ausdrückte. «Voltigieren ist ein Hobby, welches ich mit grosser Leidenschaft betreibe», sagte Deborah Herrmann. Alles in allem kommt das Duo auf zehn Stunden Training in der Woche.

In Dagmersellen wurden keine Noten vergeben, dafür gab es jeweils ein Feedback vom Richter. «Bei der Musikinterpretation haben wir noch Spielraum», lautete das Fazit von Trainerin Miriam Kuhn. Dies werde nun in den Trainings ausgefeilt. Sowohl Deborah Herrmann als auch Liana Loosli setzen in ihrer Sportart Ziele: «Wir möchten gerne einmal an einer Schweizer Meisterschaft teilnehmen, oder vielleicht sogar an einem internationalen Anlass.»

Die Dernière in Dagmersellen

Mit etwas Wehmut verfolgte Leonie Hersche (Menznau) von der organisierenden Voltigegruppe Rottal diesen Anlass – es war eine Derniere, diese Voltigegruppe, die ihre Trainings in Dagmersellen und Grosswangen abhielt, löst sich auf. Sie war zusammen mit ihrer Schwester Antonia Brusa jahrelang als Trainerin und Longenführerin tätigt. Es sind persönliche und familiäre Gründe, die zu diesem Schritt führten. «Das Engagement war sehr zeitintensiv», sagte sie, «und kam einem 20-Prozent-Job nahe, aber ich habe ihn sehr gerne und mit viel Herzblut gemacht.» Nachfolgerinnen konnten nicht gefunden werden. Zum allerletzten Mal wird sich die Gruppe Rottal bei den Pferdesporttagen in Dagmersellen (12. bis 16. Juli) präsentieren.

Voltigierer trainieren nicht nur ausschliesslich auf dem Pferd, «wir haben jeweils im Winter in den Turnhallen Spezialtrainings eingeschoben, um die turnerischen Elemente zu verfeinern», sagte die Trainerin. Nicht nur die Voltigierer werden sukzessive an diese Sportart ­herangeführt, dies gilt auch für die Vierbeiner. «Es braucht eine zweijährige Ausbildung, bis die Pferde so weit sind», so Leonie Hersche. Und welche Eigenschaften zeichnen denn ein Voltigierpferd aus? «Ruhe und Ausgeglichenheit, kinderlieb, und es muss über gute körperliche Voraussetzungen verfügen.»

Deborah Hermann richtet sich auf dem Pferderücken auf. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzerner Zeitung))

Deborah Hermann richtet sich auf dem Pferderücken auf. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzerner Zeitung))

Die Clowns von Rottal II. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzerner Zeitung))

Die Clowns von Rottal II. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzerner Zeitung))

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