CHALLENGE-LEAGUE-FUSSBALL
Krienser Diogo Costa: Vom Wellness zurück im Abstiegsstress

Der SC Kriens empfängt am Samstag (18.15) Stade Lausanne-Ouchy. Die Krienser müssen im Abstiegskampf dringend punkten. SCK-Aussenläufer Diogo Costa weiss jetzt schon, was kommt.

Turi Bucher
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Ist überzeugt vom Klassenerhalt des SC Kriens: Diogo Costa.

Ist überzeugt vom Klassenerhalt des SC Kriens: Diogo Costa.

Dominik Wunderli (Kriens, 30. März 2021)

Das letzte Challenge-League-Spiel im Kampf gegen den Abstieg hat der SC Kriens auswärts in Wil mit 2:0 gewonnen. Das ist zwei Wochen her. Dazwischen lag die Meisterschaftspause, weil die europäischen Nationalmannschaften ihre Länderspieltermine wahrnehmen mussten. Beispielsweise Portugal, das in Serbien in der Nachspielzeit um Cristiano Ronaldos Siegtreffer betrogen wurde, weil es bei der WM-Qualifikation tatsächlich keinen Videobeweis gibt.

Das alles hat der 26-jährige Kriens-Fussballer Diogo Costa mit ein wenig Verzögerung mitbekommen. Costa, mit portugiesischen Wurzeln in Luzern geboren und in Kriens wohnhaft, bediente am letzten Wochenende in Sachen Fussball den Off-Schalter. «Ich habe mir zusammen mit meiner Freundin ein Wellness-Weekend in Baden geleistet», erzählt Costa. Wie sein Namensvetter Diogo Jota gegen Serbien zwei Tore erzielte, wie Ronaldo eben in der Nachspielzeit seine Captainbinde auf den Rasen schmiss und das Spielfeld vorzeitig verliess, hat Costa erst im Replay mitbekommen. Dann war auch schon das nächste Training in Kriens angesagt.

Gerardo Seoane war sein Trainer

Diogo Costa ist in Hochdorf aufgewachsen, wechselte von den C-Junioren der Seetal-Auswahl zum FCL, spielte dort im Nachwuchs unter den Trainern Christian Brand und Gerardo Seoane. Während Costas Schwester immer noch in Hochdorf lebt, sind seine inzwischen pensionierten Eltern im vergangenen November in die Heimat zurückgekehrt. Zum Jahreswechsel hat Costa seine Eltern in Chaves, eine Stunde von Porto entfernt, besucht.

Seit sechs Jahren trägt Diogo Rafael Ferndandes Costa, wie er mit vollem Namen heisst, das Dress des SC Kriens und war Teil der Mannschaft, die 2018 in La Chaux-de-Fonds in die Challenge League aufstieg. «Ich kann mir gut vorstellen, weiter für den SC Kriens zu spielen», sagt Costa, dessen Vertrag mit dem SCK per Saisonende ausläuft.

Costa gehört zu jenen Kriens-Spielern, die neben dem Fussball beruflich tätig sind. Er wird in rund zwei Wochen eine neue Stelle als Grafiker bei Mövenpick in Baar antreten. «Deshalb würde ich auch beim SC Kriens bleiben, wenn wir nicht mehr in der Challenge League spielen.» Costa möchte aber betont wissen: «Ich bin mir absolut sicher, dass wir oben bleiben, nicht absteigen werden.»

Dass der SCK in eben diesem Abstiegskampf steckt, sei, so Costa, einerseits der im Sommer ziemlich neu formierten Mannschaft geschuldet, andererseits «hatten wir das Glück zu selten auf unserer Seite». Aber: «Wir haben nie miserabel gespielt, nie hoch verloren, nie ein Spiel mit Dutzenden von gravierenden Fehlern abgeliefert.» Und: «Gegen Wil haben wir eine Reaktion gezeigt. Wir haben der Liga signalisiert: Wir sind da, wir wollen diesen Ligaerhalt.»

Wer muss am Schluss in den sauren Apfel beissen?

Costa hat beim SC Kriens auf der linken Seite schon alle Positionen gespielt. Als Aussenverteidiger, im Mittelfeld, unter Trainer Bruno Berner ganz zu Beginn sogar als Flügelstürmer. «Am besten gefällt es mir als Aussenverteidiger. Mit Anlauf und Tempo nach vorne zu sprinten, das passt mir.» Dass Stade Lausanne-Ouchy (SLO), welches am Samstag nach Kriens kommt, nicht unbedingt der SCK-Lieblingsgegner ist, zeigt die Statistik: Der letzte Sieg (3:0) gegen die Westschweizer ist auf November 2019 datiert, seither resultierten ein 2:2, ein 0:2 und diese Saison ein 1:2 sowie erneut ein 0:2. Schmerzhaft in Erinnerung bleibt auch das 2:3 im letztjährigen Cup-Wettbewerb, dies nach einer 2:0-Pausenführung.

SLO ist vielmehr so etwas wie ein Angstgegner. Costa sagt: «Wir wissen, was kommt. Stade Lausanne-Ouchy hat, nimmt man die Anzahl Gegentore als statistischen Wert, die beste Verteidigung der Liga. Und mit 40 Treffern in 25 Spielen immerhin den viertbesten Wert in der Offensive. Wer in diesem Spiel weniger Fehler macht, wird gewinnen.»

Und was gibt Costa die Gewissheit, dass sein Klub im Dreikampf mit Chiasso und Neuchâtel Xamax zuletzt nicht in den sauren Apfel beissen muss? «Ich kenne meine Teamkollegen», sagt er überzeugt, «wir gehen immer positiv ins nächste Spiel. Was passiert ist, können wir nicht ändern. Was zählt, ist das nächste Spiel.» Also: Jenes vom Samstag – auch wenn es nicht der Lieblingsgegner ist – gegen SLO.

Kriens-Trainer Berner: "Fokussiert und konzentriert sein"

«Mein Team fragte mich ein paar Minuten vor unserer letzten Partie in Wil nach der Mannschaftsaufstellung des Gegners», erzählt Kriens-Trainer Bruno Berner. «Ich antwortete: Wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Sonst bleiben wir in der Theorie stecken. Wir gehen raus auf den Platz, raus in die Praxis.» Das gilt für Kriens auch am Samstag gegen Stade Lausanne-Ouchy, selbst wenn dies ein Gegner anderen Kalibers ist, einer, der nicht nur mit der Super League liebäugelt, sondern seine Aufstiegsbereitschaft unterdessen offizialisiert hat. «Für uns hat sich nach den letzten Niederlagen und auch nach dem Sieg in Wil nichts geändert. Wir bleiben konsequent auf unserer Spur, fokussiert und konzentriert», sagt Berner. Kriens spielt gegen SLO ohne den gesperrten Patrick Luan und ohne den verletzten Bahadir Yesilcayir. (tbu.)