Von «Gebt ihm eine Chance» bis «Ich entferne meinen Autowimpel» – Reaktionen zu Sforzas Ernennung zum FCB-Coach

Der neue Trainer des FC Basel lässt die Emotionen hochgehen. Die Verpflichtung Sforzas passt nicht allen Fans am Rheinknie. Doch es gibt auch positive Voten.

Alessandro Crippa
Drucken
Teilen
Ciriaco Sforza löst kontroverse Diskussionen aus.

Ciriaco Sforza löst kontroverse Diskussionen aus.

Keystone

Am Mittwochabend um 19.00 Uhr war die Katze aus dem Sack: Ciriaco Sforza wurde beim FC Basel als Trainer vorgestellt, nachdem zuvor sein alter Arbeitgeber, der FC Wil, die Verhandlungen bestätigt hat. Dem Vernehmen nach müssen die Basler rund 300'000 Franken Ablöse bezahlen, weil sie Sforza aus einem laufenden Vertrag heraus verpflichten.

Die Positiven

Die Emotionen im Netz gehen hoch. Viele Fans schlagen auf der Facebook-Seite des FC Basel einen ähnlichen Ton an. Sie finden, Ciriaco Sforza habe eine Chance verdient. Er könne schliesslich gut mit jungen Spielern arbeiten und das wolle der Klub ja.

Ein User wünscht Sforza viel Erfolg.

Ein User wünscht Sforza viel Erfolg.

Screenshot / facebook.com
Auch auf Instagram erfährt der neue Coach Zustimmung.

Auch auf Instagram erfährt der neue Coach Zustimmung.

Screenshot / instagram.com

Die Positiven, die gegen die Führung schiessen

Aber nicht alles ist Friede, Freude, Eierkuchen am Rheinknie. Viele Fans finden zwar die Verpflichtung Sforzas in Ordnung, rechnen aber mit der Chefetage des Klubs ab. Mit dem Hashtag #burgenerout machen einige von ihnen ihrem Unmut gegenüber dem Basler Präsidenten Luft.

Die Negativen

Ciriaco Sforza ist ein «Ur-Hopper». Mit 16 Jahren kam er zum Schweizer Rekordmeister, nutzte die Nationalliga A als Sprungbrett für die Karriere im Ausland. Das löst bei den eingefleischten Basel-Fans keine Freude aus. Das ist nichts Neues, auch die später abgefeierten Christian Gross und Urs Fischer wurden bei ihrer Vorstellung nicht gerade offenherzig begrüsst. Gleiches widerfuhr Marcel Koller. Auch er ist ein GC-Urgestein.

Die Medien

Auch die Schweizer Medienlandschaft verfolgt den FC Basel mit grossem Interesse. Sforzas Ernennung zum Cheftrainer finden nicht alle Journalisten eine gute Sache. So schreibt zum Beispiel François Schmid-Bechtel, Sportchef bei CH Media, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für Sforza als FCB-Trainer ist (siehe Kommentar unten). Der «Blick» hingegen findet, Sforza sei kein geschliffener Verkäufer seiner Person, der sich aber in den letzten Jahren zu einer souveränen Persönlichkeit entwickelt habe.

Der «Tagesanzeiger» meint, dass es Sforzas letzte Chance sei, sich in der Super League zu beweisen. Fünf Jahre nach seinem kurzen Engagement beim FC Thun wird Sforza nun Cheftrainer bei Basel. Es sei ein Club, bei dem es «drunter und drüber» gehe. Beim FCB lässt sich gar vom Mut der Verzweifelten reden.

Die Karriere des Ciriaco Sforza in Bildern:

1987: Ciriaco Sforza kommt bei den Grasshoppers in die 1. Mannschaft.
13 Bilder
1994: An der WM in den USA spielt Ciriaco Sforza für die Schweiz im Mittelfeld – hier gegen den legendären Kolumbianer Carlos Valderrama.
1995: Auf die Saison 95/96 hin wechselt Sforza zum grossen FC Bayern München. Seine erste Station im Ausland war der 1. FC Kaiserslautern.
1996: Sforza im Dress von Inter Mailand.
1999: Ciriaco Sforza mit der Nummer 10 in der Schweizer Nationalmannschaft.
1998: Als Captain wird Sforza mit Aufsteiger Kaiserslautern Deutscher Meister.
2001: Nach Kaiserslautern gibt es für Sforza auch eine zweite Zeit beim FC Bayern München.
2006: Sforza wird Trainer beim FC Luzern. Es ist seine erste Station als Trainer im Profigeschäft.
2009: Ciriaco wird von seinem Jugendklub GC als Trainer engagiert.
2012: Am 13. April gibt Ciriaco Sforza seinen Rücktritt als Trainer von GC bekannt. Danach nimmt er sich eine Auszeit.
2014: Sforza wird Trainer beim FC Wohlen, wo er ebenfalls als Jugendlicher gespielt hat, und führt diesen auf Rang drei in der Challenge League.
2015: Er heuert im Berner Oberland an. Nach nur drei Monate endet das Engagement als Trainer von Thun.
2019: Sforza wird Trainer beim FC Wil in der Challenge League und besticht dabei insbesondere mit der Förderung von jungen Talenten.

1987: Ciriaco Sforza kommt bei den Grasshoppers in die 1. Mannschaft.

Walter Bieri / Keystone
Mehr zum Thema