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Vor Duell gegen Ex-Klub FC Luzern: Pajtim Kasami sucht nach Konstanz

Pajtim Kasami hat schon viel gesehen im Fussball, richtig glücklich wurde er bisher nie. Nun spielt er in Sion, wo zuletzt immerhin ein Aufwärtstrend zu sehen ist. Am Samstag trifft er auf einer seiner vielen Ex-Vereine, den FC Luzern.
Raphael Gutzwiller
Pajtim Kasami im Duell mit St. Gallens Andreas Wittwer. (Pascal Muller/Freshfocus (St. Gallen, 4. November 2018))

Pajtim Kasami im Duell mit St. Gallens Andreas Wittwer. (Pascal Muller/Freshfocus (St. Gallen, 4. November 2018))

Wer zum ersten Mal mit Pajtim Kasami spricht, der kriegt keine langen Reden zu hören, sondern knappe, dafür klare Antworten. Der Spieler des FC Sion sagt, dass er lieber seine Leistung auf dem Platz zeigen wolle, statt sich mit Journalisten darüber zu unterhalten. Was die Presse über ihn schreibt, sei ihm egal. Er möchte sich nur zum bevorstehenden Duell mit Luzern äussern. «Über die Vergangenheit will ich nicht reden», sagt er.

Dabei hätte Kasami einiges zu berichten. Mit 26 Jahren hat er von der Fussballwelt so viel gesehen, wie andere in einer ganzen Karriere nicht. 2009 wurde er U17-Weltmeister, er spielte in der Premier League und in Italien, er wurde zweimal griechischer Meister mit Olympiakos. Nur wenige Schweizer Fussballer haben so viel Talent wie er. Kasami ist torgefährlich, zweikampfstark, technisch brillant, sein Körper ist eine Waffe. Doch im besten Fussballeralter spielt er beim FC Sion.

Abwechslung von Weltklasse und Durchschnitt

Mit den Wallisern steigt er am Samstag gegen den FC Luzern ins Duell zweier Tabellennachbarn. «Beide Teams brauchen einen Lauf, es wird ein hartes Spiel», sagt Kasami, der eine Schlüsselrolle einnehmen will. Ihm lief es zuletzt wieder besser. Als Murat Yakin das Traineramt in Sion übernahm, musste Kasami vorerst auf die Bank. Überraschend stand er aber im Cup-Achtelfinal gegen St. Gallen in der Startelf. Kasami rechtfertigte die Nominierung mit zwei Toren. «Mein Job ist es immer zu performen», sagt er. «Ich habe an mir gearbeitet.» Aus Walliser Kreisen ist zu vernehmen, dass Kasami auch darum spielt, weil sich Präsident Christian Constantin für ihn einsetzt. In den letzten vier Spielen schoss Kasami vier Tore.

Nicht nur diese Quote zeigt, wie talentiert der einstige Junior des FC Winterthur ist. Und doch ist das Abenteuer Sion für Pajtim Kasami nicht von Erfolg gekrönt. Seine Leistungen wechseln zwischen Weltklasse und Durchschnitt ab. Es passt, dass er im Interview mehrfach das Wort «Konstanz» nennt. Als Kasami zu Sion kam, wollte er eine Leaderrolle einnehmen. Er ging mit Leistung voran, schnell wurde er Captain. Doch es lief nicht. Sion steckte im Abstiegssumpf, der Druck wurde grösser, auch für Kasami. Zuerst wurde er für einige Tage supspendiert, daraufhin verlor er die Captainbinde. Im Sommer wollte ihn der FC Basel. Constantin forderte fünf Millionen. Zu viel für den FCB.

Und so blieb Pajtim Kasami noch in Sion. Schon bei elf Vereinen war er, lange glücklich wurde er nirgends. Mit 16 ging er von GC zu Lazio Rom. Bei Fulham hatte er eine gute Zeit, ebenso bei Olympiakos. Dort wäre er gerne geblieben. Doch der Trainer setzte auf andere. Angeblich soll Kasami daraufhin bei der AC Milan im Gespräch gewesen sein. Stattdessen landete er im Herbst 2017 beim FC Sion.

Auch in der Nationalmannschaft lief es Kasami nie so richtig. Nur zwölfmal spielte der Schweizer mit mazedonischen Wurzeln für die Schweiz. Sowohl vor der WM 2014 als auch vor der EM 2016 wurde er kurz vor dem Turnier aus dem Kader gestrichen.

Machte einst 16 Spiele für den FC Luzern

Beim FC Luzern hatte er einst ebenfalls Halt gemacht, 2013 bestritt er als 20-Jähriger 16 Partien für die Innerschweizer, erlebte eine turbulente Zeit mit drei Trainern (Ryszard Komornicki, Interimscoach Gerardo Seoane und Carlos Bernegger). Fulham hatte Kasami an den FCL ausgeliehen. In Luzern habe es ihm gut gefallen, erinnert sich Kasami. «Mit dem Sportchef Alex Frei und Carlos Bernegger verstand ich mich sehr.» In Luzern war er gelandet, weil sein Transfer von Fulham zu Pescara in der Serie A scheiterte, die Transferfrist wurde um zwei Minuten verpasst. Kasami twitterte: «Warum läuft immer alles gegen mich?»

Es ist eine Frage, welche seine Karriere bis heute begleitet. Gegenüber der NZZ sagte er im Frühling dieses Jahres: «Im Fussball ist es oft schwierig. Manchmal braucht man Glück. Aber ich hatte bisher sehr viel Pech.» Constantin meinte: «Vielleicht will er zu viel, denkt zu viel nach.»

In den sozialen Medien postet Kasami Sinnesprüche und Bilder aus seinem Privatleben. Er spricht sechs Sprachen, möchte neben dem Fussball noch ein Fernstudium in Wirtschaft machen. Ob er noch lange bei Sion spielt, weiss er nicht. Darauf angesprochen meint er: «In den letzten drei Spielen der Vorrunde wollen wir viele Punkte holen. Danach analysieren wir.»

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