Vorboten der Universiade an der Langlauf-SM in Realp

Am Wochenende steht in Realp Teil eins der Langlauf-SM an. Es ist ein erster Testlauf für die Winteruniversiade 2021.

Roland Bösch
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Die Engelbergerin Lea Fischer ist aus Zentralschweizer Sicht das weibliche Aushängeschild an den Schweizer Meisterschaften. Ihre Mutter Helen Fischer amtet in Realp als Personalchefin.

Die Engelbergerin Lea Fischer ist aus Zentralschweizer Sicht das weibliche Aushängeschild an den Schweizer Meisterschaften. Ihre Mutter Helen Fischer amtet in Realp als Personalchefin.

Bild: Julian Fischer (Engelberg, 29. Januar 2020)

Die Zentralschweizer Langlaufmeisterschaften am vergangenen Samstag in Realp waren eine kleine Kostprobe, was die über 160 Athletinnen und Athleten beim ersten Teil der Langlauf-Schweizer-Meisterschaften an diesem Wochenende an der gleichen Stelle erwartet. «Ich habe die SM-Strecke genau studiert. Die Aufstiege sind noch einmal länger. Das Ganze wird schon sehr hart», sagt die neue Regionalmeisterin Lea Fischer.

Fischer als weibliches Aushängeschild der Zentralschweiz

Morgen Samstag stehen im Urserntal die Einzelrennen in der klassischen Technik auf dem Programm, am Sonntag die Revanche bei der Verfolgung in der freien Technik. Fischer ist aus Zentralschweizer Sicht das weibliche Aushängeschild des ersten Teils der nationalen Meisterschaften. Diese Rolle dürfte die Engelbergerin auch an den Langlaufrennen rund um die Universiade Ende Januar 2021 einnehmen. «Es wäre mir eine Ehre, die Schweiz zum zweiten Mal bei diesem Grossevent vertreten zu dürfen», erzählt Fischer. Bei der letzten Universiade in Krasnojarsk im Jahr 2019 stand die C-Kaderathletin von Swiss-Ski bereits auf der Start­linie. Der zweitgrösste Sportanlass nach Olympia hat bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen. «Die Russen haben bei der Organisation mächtig Gas gegeben und alles sehr pompös auf die Beine gestellt. Der Stellenwert der Universiade ist riesig. Die einheimischen Medaillengewinner wurden beispielsweise von Vladimir Putin nach Moskau eingeladen.»

Zentralschweizer Gemeinschaftswerk

Die 30. Winteruniversiade rund um Luzern wird mit über 2500 Teilnehmern ebenfalls etwas Einzigartiges. Ganz so pompös wie in Russland dürfte es nicht werden. Dennoch hat beispielsweise das lokale OK in Uri bauliche Massnahmen ergriffen, um in Realp bei den Langlaufrennen eine noch attraktivere und anspruchsvollere Strecke präsentieren zu können. Für die 21-jährige Fischer ist wichtig: «Wir müssen uns nicht an Russland messen, sondern mit viel Herz sympathische Schweizer Spiele präsentieren.»

Bei der Erreichung dieser Zielsetzung spielt auf dem Wettkampfgelände von Realp die Mutter von Lea Fischer eine zentrale Rolle. Als Personalchefin ist Helen Fischer für die Rekrutierung der Helfer zuständig. Diese sind das Gesicht der Universiade. «Ich bin begeistert, wie viele Helfer wir für die Schweizer Meisterschaften und auch die Universiade in einem Jahr bereits zusammenhaben», freut sich Helen Fischer. «Viele Volunteers kommen aus dem Urnerland. Aber auch aus allen anderen Kantonen der Zentralschweiz dürfen wir auf kompetente Unterstützung zählen.» Die Langlaufförderin betont, dass die SM und die Universiade ein Zentralschweizer Gemeinschaftswerk seien.

Morgen Samstag und am Sonntag können sich die Helfer gegenseitig besser kennen lernen. Der zweite Teil der SM Ende März gilt dann als Testwettkampf für die Universiade. Eine Delegation des Internationalen Hochschulsportverbandes (FISU) wird das OK auf Herz und Nieren testen. «Die Anforderungen der FISU sind im Vergleich zu nationalen Rennen sehr hoch. Wir werden teilweise mehr als 100 Helfer im Einsatz haben», so Helen Fischer. Sie benötigt für einmal auch Helfer in der Doping-Kontrolle, bei der Medienkonferenz, in der Stadion- und Container-Aufsicht oder im Ordnungsdienst. Aus der Ruhe bringt dies Helen Fischer nicht. Sie kann auf jahrelange Erfahrung und ein grosses Netzwerk zurückgreifen.

Premiere für Cyril Fähndrich

Janik Riebli und Avelino Näpflin mit weiteren Innerschweizern

Für die Athleten des BKW Swiss-Cup steht einer der Höhepunkte der Wettkampfserie bevor. Am Wochenende treten sie an zwei Wettkämpfen in Realp zum ersten Teil der Schweizer Meisterschaften an. Zugleich werden die Titelkämpfe des Schweizerischen Akademischen Skiclubs ausgetragen. Eine breit aufgestellte Delegation des Swiss-Ski-Kaders sowie Gäste aus Japan, Brasilien, Australien, Frankreich, Deutschland und Estland werden erwartet. Das Aufgebot der Frauen von Swiss-Ski führt Alina Meier aus Davos an. Der Horwer Cyril Fähndrich, der Führende in der Gesamtwertung des Swiss-Cups, steht erstmals an nationalen Titelkämpfen bei der Männer-Elite am Start. Mit dem 36-jährigen Davoser Toni Livers ist zudem ein Routinier dabei. Und mit dem Giswiler Janik Riebli und dem Nidwaldner Avelino Näpflin werden zwei weitere Innerschweizer Kader-Athleten am Start in Realp erwartet. (rb)