Wird Sion im Europacup nun gesperrt oder nicht? - Warten mit Christian Constantin

Ein seit langem hängiger Rekurs des FC Sion gegen den Uefa-Entscheid soll im März endlich behandelt werden.

Ralf Streule
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Christian Constantin (Bild: KEY)

Christian Constantin (Bild: KEY)

Wie war das schon wieder mit der Europacup-Sperre des FC Sion? Die Sache ist schon fast vergessen, in den kommenden Wochen soll aber wieder Bewegung in die Causa kommen. Die Uefa hatte 2018 eine Sperre gegen die Sittener verhängt. Für die Saisons 2018/19 und 2019/20 wurde das Team von Präsident Christian Constantin vom Europacup ausgeschlossen, weil eine 2014 fällige Transferzahlung des FC Sion an Sochaux drei Jahre verspätet bezahlt wurde.

Dazu brummte die Uefa den Wallisern eine Busse von 235 000 Euro auf. Constantin legte Rekurs beim Sportgerichtshof CAS ein. Ein Jahr ist das nun her, ein Entscheid ist seither nicht gefallen, wie eine Nachfrage beim CAS zeigt. Die Auskunft ist spärlich, man beruft sich auf das laufende Verfahren. Bis Ende März soll aber entschieden werden.

Constantin: «Die Diskussion ist derzeit müssig»

Was das Verfahren derart in die Länge zieht, lässt sich nicht herausfinden. Auch Constantin wundert sich, scheint der Sache aber nur kleine Priorität einzuräumen. Es sei müssig, über eine Europacup-Sperre zu sprechen, solange der FC Sion ohnehin auf dem siebten Platz stehe, macht er deutlich. Gut möglich also, dass die Strafe die Sittener am Ende aus sportlicher Sicht überhaupt nicht berührt. Denn bereits im vergangenen Jahr hatten sich die Walliser nicht für den Europacup qualifiziert.

Und dennoch: Sollte der CAS die verhängte Strafe der Uefa stützen, würde dies die Ausgangslage in der Super League für einige Mittelfeld-Vereine interessanter machen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass ein fünfter Platz für eine Europacup-Qualifikation ausreichen könnte. Belegt der Cupsieger am Ende der Saison einen der vier ersten Plätze, erbt der Fünftplatzierte einen Europacup-Platz. Sollte nun zudem ein allenfalls europäisch gesperrter FC Sion in der vorderen Tabellenhälfte der Super League landen, hiesse dies, dass auch der Sechstplatzierte zum europäischen Handkuss käme.

Viel Wenn und Aber zwar, aber dennoch: Die Aussichten, in die europäischen Kränze zu kommen, sind heuer definitiv besser als auch schon. Und mit Sicherheit besser, als sie in den kommenden Jahren sein werden: Ab übernächster Saison nämlich werden aufgrund der Uefa-Fünfjahreswertung nur noch vier europäische Plätze an die Schweizer vergeben: An den Meister, den Cupsieger sowie den Zweit- und Drittplatzierten.