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Wegweisend auf mehreren Ebenen: Der FC Basel spielt gegen Eindhoven nicht nur für sich selbst

Kommt der FC Basel gegen PSV Eindhoven weiter, ist er fix europäisch vertreten. Scheitert er, hat das weitreichende Folgen. Für die ganze Liga.
Céline Feller
Ein Teil der jungen, im Vergleich zur letzten Saison billigeren Abwehr: Sommer-Neuzugang Omar Alderete. (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Ein Teil der jungen, im Vergleich zur letzten Saison billigeren Abwehr: Sommer-Neuzugang Omar Alderete. (Daniela Frutiger/Freshfocus)

Intensiv. Es ist eines der meistgenannten Worte der letzten Tage und Wochen rund um den FC Basel. Die Vorbereitung war intensiv. Der Saisonauftakt mit der Auswärtsreise nach Eindhoven war es. Ebenso das Spiel an sich in Eindhoven und das dortige Laufpensum. Und intensiv, ja, das wird auch das heutige Spiel werden.

Das Rückspiel des FC Basel gegen PSV Eindhoven wird aber vor allem auch eines, das weitreichende Folgen haben wird - sowohl bei positivem als auch bei negativem Ausgang. Die Ausgangslage ist gut, die Basler haben auswärts zwei Tore erzielt. Ein 1:0 würde reichen und der FCB wäre weiter. Und vor allem: Er wäre fix in der Gruppenphase der Europa League. Es würde dem Klub planungstechnisch eine immense Sicherheit geben. Sowohl finanziell als auch kadertechnisch. Eine fixe Teilnahme am europäischen Geschäft garantiert Millioneneinnahmen und es ist ein gutes Argument, um abwanderungswillige Spieler von einem Verbleib überzeugen zu können.

Der drohende Ausverkauf beim Ausscheiden

Die Folgen sind aber auch weitreichend, wenn der FCB scheitert. Dann muss er weitere zwei Runden überstehen, um in die Europa Legaue und an die von dort bereits budgetierten Einnahmequellen von rund acht Millionen zu kommen. Es geht um immens viel für den FCB. Ohne diese acht Millionen wird der Spardruck noch heftiger.

«Es ist möglich, dass wir aus finanziellen Gründen Spieler verkaufen müssten.»

Dies wiederum hätte Konsequenzen in der Kaderplanung. «Das Weiterkommen gegen Eindhoven ist sehr wichtig. Auch, damit wir nicht zu viele Spieler abgeben müssen», spricht Ruedi Zbinden am Sonntagabend im Pay-TV deutliche Worte. Droht also ein Ausverkauf beim FCB, wenn die Garantie des europäischen Geschäfts dahin ist? «Es ist möglich, dass wir aus finanziellen Gründen Spieler verkaufen müssten, ja», gibt der FCB-Sportchef zu.

Kandidaten gäbe es, die Geld bringen würden. Jonas Omlin ist begehrt, ebenso Silvan Widmer, Noah Okafor oder Albian Ajeti. Letzterer wurde von West Ham und West Brom gescoutet. Sein Abgang ist «durchaus möglich. Gerade, wenn das Angebot mit dem richtigen Preis kommt», so Zbinden. Der finanzielle Druck war selten so gross. Umso paradoxer, dass der FCB sich bei der Qualifikation für Europa und auf dem Weg zu den grossen Geldtöpfen ausgerechnet auf zwei sehr junge Spieler in der Innenverteidigung verlassen muss: Eray Cömert, 21 Jahre jung, und Omar Alderete, nur ein Jahr älter.

Mit der Sparvariante zu Millionen

Spieler, die einen Stammplatz innehaben, weil man sich einerseits mit Marek Suchy nicht auf eine Verlängerung einigen konnte. Die finanziellen Konditionen, die man ihm bot, waren zu schlecht. Und andererseits weil Carlos Zambrano zu teuer gewesen wäre, hätte man ihn fix verpflichtet. Mit der Sparvariante sollen die Millionen geholt werden. Mit weniger Ausgaben als in früheren Jahren wieder an die selben Einnahmequellen kommen wie früher – ein Pokerspiel.

Gerade wenn man sieht, wie viel Stabilität Suchy der Abwehr in der Rückrunde gab und wie unsicher die neue Kombination in den ersten drei Saison-Spielen ab und an noch wirkte. Von bisher sechs Gegentoren wären fünf zu verhindern gewesen. Nur muss dazu besser, fokussierter und kompakter verteidigt werden. Cömert sagt selber, dass die Abstimmung noch nicht immer stimme. Aber: «So schlecht klappt das nicht.»

Ohne Punktelieferant FCB rutscht die Schweiz ab

Gegen PSV muss es heute aber mehr als «nicht so schlecht» funktionieren. Die Holländer haben eine immens starke, wirblige und temporeiche Offensive. Wenn der FCB diese nicht stoppt, ist ein Weiterkommen fast unmöglich. Und eine europäische Qualifikation des FCB wäre nicht nur für den Klub, sondern für die ganze Schweiz wichtig. Die Basler holten die Hälfte aller Punkte, welche Schweizer Klubs für die Fünfjahreswertung gesammelt haben.

Ohne europäische Teilnahme des FCB in der letzten Saison rutschte die Schweiz von Rang 12 auf 17 ab, aktuell steht sie gar nur noch auf Rang 20. Die Folge sind nur noch ein Platz in der Champions-League-Quali plus nur noch drei weitere Plätze in der Europa-League-Quali. Früher waren es vier. Die europäische Zukunft der Super League hängt auch am FCB. Und für den FCB selber hängt von heute so viel ab wie selten von einem Spiel. Bei einem Aus werden die nächsten Tage intensiv. Mental in der Verarbeitung für die Spieler. Und für Ruedi Zbinden, weil er wird versuchen müssen, das Team zusammen zu halten.

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