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WEIHE: BTV feiert Weihe der neuen Fahne

Grosser Moment für den BTV Luzern: Er feierte gestern die Weihe seiner neuen Fahne. Laut Sporthistoriker Michael Jucker sind Vereinsfahnen nach wie vor ein wichtiges Symbol.
Daniel Wyrsch
Bischof Felix Gmür (Zweiter von links) weiht in der Jesuitenkirche die Fahne des BTV Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 16. November 2017))

Bischof Felix Gmür (Zweiter von links) weiht in der Jesuitenkirche die Fahne des BTV Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 16. November 2017))

Nach 38 Jahren Einsatz der alten Fahne hat der 1910 gegründete Bürgerturnverein Luzern eine neue Fahne bekommen. Sie steht gemäss Fahnengötti Alois Stalder und Fahnengotte Elsbeth Schnarwiler für Dynamik, Kraft, Bewegung, Zusammenhalt und Offenheit für Neues. Der Luzerner Designer Daniel Brunner setzte sich in einem Wettbewerb mit seiner dynamischen und farbigen Idee durch. Das Kunstwerk wurde von der Firma Heimgartner in Wil von Hand gewoben. Kostenpunkt: 30 000 Franken. Gönner haben für die Finanzierung gesorgt.

Die Fahnenweihe fand gestern in der Luzerner Jesuitenkirche statt. Das einstige BTV-Jugendriegemitglied, Bischof Felix Gmür, führte den Gottesdienst und weihte die Fahne. Die Festansprache hielt Regierungsrat Paul Winiker, der früher beim BTV Handball spielte. Freude an der schönen Flagge sowie an den von den Bürgerturner-Jodlern und der Kleinformation der Feldmusik Luzern umrahmten Feierlichkeiten durfte Präsident Beni Boos haben. Er vertritt über 900 BTV-Mitglieder und «einen der besten und erfolgreichsten Turnvereine der Schweiz», wie Alois Stalder betonte.

Zusammenhang mit dem Militär

Unsere Zeitung wollte vom Sporthistoriker Dr. Michael Jucker wissen, welche Bedeutung hinter den Vereinsfahnen steckt und ob sie heute in den Schweizer Sportklubs immer noch so wichtig sind wie in den vergangenen Jahrzehnten. Jucker sagt, dass neben den Turnern und Schützen auch Radfahrervereine, Hornusserclubs sowie Arbeitersportvereine Vereinsfahnen hatten und teilweise bis heute haben. «Die Vereinsfahnen sind aber bei Sportarten, die keine Umzüge oder Fahnenweihen durchführen, weniger in der Öffentlichkeit präsent.»

Beim Schützenwesen oder auch beim Turnen gebe es nur einen indirekten Zusammenhang zum Militär. «Man wollte mit diesen Sportarten im 19. und im 20. Jahrhundert die Wehrhaftigkeit stärken», sagt Jucker. Der Sporthistoriker stellt fest: «Die Vereinsfahne ist heilig, sie symbolisiert zuerst mal Zugehörigkeit und ermöglicht Stolz und Abgrenzung.» Bei Umzügen würde sie gerne mitgetragen. «Fahnen sind immer auch mit Ehrvorstellungen verbunden. Das gilt seit dem Mittelalter. Wer eine Fahne beschmutzt, beleidigt den zugehörigen Verein, die militärische Einheit oder ein Land», erklärt der Privatdozent und wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Luzern.

Bekanntlich haben Fussball- und Eishockeyklubs eigene Vereinswappen, aber keine eigene Fahne. Doch Ausnahmen gibt es, wie Jucker weiss: «Beispielsweise hat der EHC Visp eine Vereinsfahne und diese auch von der Kirche segnen lassen, anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums.»

In der deutschen Fussball-Bundesliga haben die Vereine vor ungefähr 20 Jahren bei Spielanfang so genannte Schwenkfahnen mit den Klubfahnen auf dem Spielfeld präsentiert. «Das hat sich aber nicht durchgesetzt», so Michael Jucker.

Bei Fans sind die Fahnen nicht nur Ausdruck der freudigen Unterstützung, sondern symbolisieren auch Vereinstreue und je nach Fahne eine Zugehörigkeit zu Fangruppierungen. Jucker erklärt: «Wird beispielsweise eine Zaunfahne geraubt, hat das Konsequenzen, die Gruppierung muss sich auflösen.»

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

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