Bald zurück zum FC Aarau? Jungtrainer Sven Christen will in die grossen Stadien

Bald zurück zum FC Aarau? Jungtrainer Sven Christ will in die grossen Stadien

Sven Christ trainiert gegenwärtig den 1.-Ligisten Cham. Eineinhalb Wochen vor dem Cuphit gegen den Super-League-Klub Thun gibt er optimistisch und sagt: «Ich habe die Berner beobachtet. Wir sind nicht chancenlos.»

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«Ich will in die grossen Stadien»

«Ich will in die grossen Stadien»

Aargauer Zeitung

Ruedi Kuhn

Man muss kein Prophet sein, um die Rückkehr von Jungtrainer Sven Christ zum FC Aarau vorauszusagen. Die Frage lautet: Wann? Der Aarauer Vizepräsident Roger Geissberger machte sich schon im Frühling dieses Jahres stark für den langjährigen FCA-Innenverteidiger. Geissberger und Christ sind seit geraumer Zeit Kollegen und treffen sich hin und wieder zum Gedankenaustausch.

Geissberger war auch mit dabei, als sich Christ im Juni mit Präsident Alfred Schmid und Sport-Koordinator Urs Bachmann zu einem Gespräch traf. Die Aarauer waren damals auf der Suche nach einem Trainer fürs Team Aargau U21 und einem Assistenzcoach für die erste Mannschaft. Christ nahm auch Kontakt mit Chefcoach Ranko Jakovljevic und Nachwuchs-Chef Jürg Widmer auf. Zu einem Vertragsabschluss kam es indes nicht. Die Aarauer entschieden sich letzten Endes für Thomas Binggeli, den langjährigen Weggefährten von Kulttrainer Hanspeter Latour.

Unschöner Abgang

Trotzdem: Christs Gespräche mit den Aarauer Klubverantwortlichen waren nicht erfolglos. Sie hatten in erster Linie versöhnlichen Charakter. Vor gut zwei Jahren kam es zwischen Christ und der Führungscrew zu Unstimmigkeiten. Damals beschloss die Geschäftsleitung mit Sportchef Fritz Hächler an der Spitze, dem langjährigen Captain keinen neuen Vertrag mehr anzubieten. Dies zum Leidwesen von Christ, der sich als 34-Jähriger noch nicht zum alten Eisen zählte und seine aktive Karriere gerne um ein, zwei Jahre verlängert hätte.

Lehrjahre in der 1. Liga

Der Abwehrspieler war enttäuscht und machte aus seiner Unzufriedenheit kein Geheimnis. Statt mit dem Schicksal zu hadern, setzte Christ im Sommer 2008 konsequent auf seine Trainerkarriere. Nach einem erfolgreichen Jahr bei Sursee wurde er beim
1.-Ligisten Schötz entlassen. Im Juni dieses Jahres übernahm Christ das Amt des Chefcoaches beim SC Cham in derselben Spielklasse. Mit den Zen-tralschweizern steht der in Küttigen wohnhafte dreifache Familienvater vor einem ersten Highlight der noch jungen Saison. Am übernächsten Wochenende empfangen die Zentralschweizer im Cup den FC Thun, das Überraschungsteam der bisherigen
Super-League-Saison.

Hoffnung auf einen Cup-Coup

An Sachverstand, Ehrgeiz und Schlitzohrigkeit fehlt es Christ nicht. Die Taktik gegen die Berner Oberländer hat er sich längst zurechtgelegt. Verraten will er sie nicht. «Ich weiss genau», so Christ mit einem verschmitzten Lächeln, «wie ich mein Team gegen Thun spielen lasse. Die Mannschaft von Trainer Murat Yakin ist zwar stark, aber nicht unschlagbar.» Als Spieler hat Christ Höhen und Tiefen erlebt, als Trainer möchte er hoch hinaus. Wie sagt er so schön: «Irgendwann will ich in die grossen Stadien.»