Stefanie Vögele

Drei Siege in drei Partien

Roger Federer wurde seiner Favoritenrolle gegen Devin Britton (6:1, 6:3, 7:5) sicher gerecht. Marco Chiudinelli (7:6, 7:6, 6:0 gegen Potito Starace) und Stefanie Vögele (6:7, 6:1, 6:3 gegen Alberta Brianti) kamen gegen Italiener zu wichtigen Erfolgen.

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Stefanie Vögele

Stefanie Vögele

Keystone

Marco Keller, New York

Gegen den Junioren-Finalisten des Vorjahres war Federer stets ungefährdet und gewann bei seinem 50. Match in Flushing Meadows (Bilanz 46:4) die wichtigen Punkte, ohne ans Limit gehen zu müssen. Sein junger Widersacher zeigte phasenweise gute Ansätze, war aber natürlich insgesamt der Schwierigkeit der Aufgabe gegen den grossen Champion in einer für ihn ungewohnten Ambiance nicht gewachsen.

Immerhin darf der couragierte Britton für sich in Anspruch nehmen, Federer den Aufschlag zweimal abgenommen zu haben, im zweiten Satz führte er sogar ganz kurz 3:1, ehe der Meister einen kurzen Zwischenspurt einlegte. Und im Schlusssatz fehlte ihm nur ein Punkt zum Erreichen des Tiebreaks. Dank des Sieges hat Federer die Marke von 50 Millionen US-Dollar an Preisgeld übertroffen.

Chiudinelli weiter im Aufwind

Qualifier Chiudinelli (ATP 161), der als erster Mann überhaupt in die 2. Runde einzog, verdiente sich den Erfolg gegen den Italiener Starace redlich: In den ersten beiden Tiebreaks gab er gegen den Neapolitaner nur fünf Punkte ab (7:3, 7:2) und danach erteilte er dem frustrierten Starace, der sich in die Niederlage schickte, noch die Höchststrafe.

Für den Baselbieter war es der dritte Erfolg in einem Grand-Slam-Hauptfeld, nachdem er beim US Open vor drei Jahren schon einmal die 3. Runde erreicht hatte. Sein nächster Gegner ist der frühere US-Open-Halbfinalist Michail Juschni (ATP 60), der den einstigen Gstaad-Sieger Paul-Henri Mathieu überraschend deutlich besiegte.

Vögele wider die Umstände

Vögele musste sich den ersten Sieg in einem Major-Hauptfeld hart erdauern: Die Aargauerin legte bis zum 4:0 mit 16:2 Punkten einen Blitzstart hin und führte dann auch noch 5:3, ehe sie zu passiv wurde und der Italienerin die Rückkehr ins Spiel ermöglichte. Brianti gewann dann das Tiebreak 12:10, nachdem Vögele zwei Satzbälle nicht genutzt hatte.

Die 19-Jährige liess sich aber vom Missgeschick nicht beirren: In den nächsten beiden Sätzen war sie wieder die klare Chefin und verdiente sich so ein Rendez-Vous mit Francesca Schiavone (It/26), gegen die sie befreit antreten kann. «Es ist schön, dass ich trotz diesen Umständen gewinnen konnte», sagte Vögele.

So oder so ist das US Open für die Fedcup-Spielerin ein Erfolg und dies nicht nur wegen des bislang grössten Karriere-Schecks von 31 000 Dollar: Wegen Handgelenkproblemen und Krankheit war lange nicht klar gewesen, ob sie überhaupt würde antreten können. Fünf Tage hatte sie in der Vorwoche nicht Tennis gespielt, zwei Tage lag sie nur im Bett und musste auch das Turnier in der Bronx streichen. «Da hatte ich schon ein wenig Angst, dass ich vielleicht nicht würde in Flushing Meadows spielen können», so Vögele, die sich nun aber täglich besser fühlt.