Ski nordisch

Eine unschöne Konkurrenz: Die beiden Schweizer Höhepunkte der nordischen Skifans finden gleichzeitig statt

Am zweiten Dezember-Wochenende gibt es Dario Cologna zu sehen, eine Woche später Simon Ammann – unsere beiden erfolgreichsten Winter-Olympioniken der Geschichte. In diesem Winter ist alles anders. Es heisst: Dario oder Simi.

Rainer Sommerhalder und Cyril Aregger
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Simon Ammann oder Dario Cologna: Man wird sich entscheiden müssen, welchem Schweizer Sportstar man zuschauen möchte.

Simon Ammann oder Dario Cologna: Man wird sich entscheiden müssen, welchem Schweizer Sportstar man zuschauen möchte.

Keystone

Langlauf-Chef Hippolyt Kempf spricht von «der dümmstmöglichen Konstellation für Swiss Ski». Man habe beim internationalen Verband (FIS) bis zum Schluss dagegen gekämpft, «aber letztlich ohne Erfolg».

Der Langlauf-Weltcup in Davos und das Skisprung-Wochenende in Engelberg sind seit Jahren die unbestrittenen Schweizer Highlights im Saisonkalender. Die Anhänger des nordischen Skisports wissen: Am zweiten Dezember-Wochenende gibt es Dario Cologna zu sehen, eine Woche später Simon Ammann – unsere beiden erfolgreichsten Winter-Olympioniken der Geschichte.

Dario oder Simi?

In diesem Winter ist alles anders. Es heisst: Dario oder Simi. Der Grund liegt darin, dass Davos Nordic im Kalender eine Woche nach hinten rutscht. Weil das französische La Clusaz aus finanziellen Gründen als Weltcuport ausfällt, übernimmt Beitostølen in Norwegen. Und weil die FIS die Athleten nicht von Lillehammer nach Davos und danach zurück in den Norden schicken wollte, haben die Bündner Organisatoren zugebilligt, ihren Anlass mit Beitostølen zu tauschen.
«Das ist definitiv nicht unsere Wunschkonstellation», sagt Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann. «Es bedeutet für uns viel Stress und Extraaufwand – etwa beim Verhandeln mit Sponsoren oder betreffend TV-Produktion des Schweizer Fernsehens.»

Deshalb versuche man derzeit mit Hochdruck, dass diese interne Konkurrenzsituation eine Ausnahme bleibt. Lehmann sagt aber auch, dass die Schweiz beim wiederkehrenden Gerangel um den Saisonkalender der FIS insgesamt ein Gewinner der letzten Jahre sei: «Ich denke da an die Schweizer Destination der Tour de Ski oder den Ski-Weltcup in Crans-Montana.»

FIS und TV-Stationen diktieren

Nicht allzu tragisch sieht man die neue Situation bei den Veranstaltern. Martha Bächler, Co-Präsidentin des Weltcups in Engelberg, sagt: «Grundsätzlich gehen wir nicht davon aus, dass sich die beiden Anlässe stark konkurrieren.» Und ihre Davoser Amtskollegin Barbara Flury meint: «Man kann aus einem Problem auch eine Stärke machen: Das wird unser Schweizer Nordisch-Knallerwochenende.»

Ganz problemlos verläuft das Miteinander aber nicht. Weil das sonntägliche Skisport-Fernsehprogramm unter anderem bereits mit dem Springen in der Innerschweiz belegt ist, finden beide Langlauf-Rennen am Morgen statt. «Ich befürchte, dass es beim Start der Frauen um 9.30 Uhr noch nicht viele Zuschauer vor Ort hat», sagt Flury. Auf die Wettkampfzeiten haben die Veranstalter keinen Einfluss. Diese diktieren die FIS und die TV-Stationen.