Heftige Vorwürfe
Kam es zu einigen Absprachen? – Olympia-Vergabe an Pyeongchang unter Verdacht

Bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 an Pyeongchang soll es zu Absprachen gekommen sein. Mehrere IOC-Mitglieder sollen mit Vertretern von Pyeongchang über ihre Stimme verhandelt haben. Es geht um viel Geld und einen Grosskonzern: Samsung.

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Das olympische Dorf in Pyeongchang hatte für die Sportler einiges zu bieten.

Das olympische Dorf in Pyeongchang hatte für die Sportler einiges zu bieten.

KEYSTONE

Es sind Vorwürfe, die es in sich haben: Für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang soll es zu Absprachen gekommen sein, wonach Vertreter über ihre Stimme verhandelt haben sollten.

Pyeongchang hatte 2011 in Durban/Südafrika mit 63 Stimmen den Zuschlag vor München (25) und Annecy (7) erhalten.

Silber für die Streithähne Jenny Perret und Martin Rios gehen auf dem Eis nicht zimperlich miteinander um. Auf den Erfolg des Duos, das einst auch privat ein Paar war, hat der raue Umgangston keinen Einfluss. Der Glarner und die Seeländerin gewannen bei der olympischen Premiere des Mixed-Curlings Silber und bescherten der Schweiz die erste Medaille an diesen Spielen.
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Bronze statt Gold Beat Feuz war in der Abfahrt als Favorit angetreten und hatte sich selber Gold zum Ziel gesetzt. Entsprechend kam die Freude über die Bronzemedaille beim Emmentaler erst mit Verzögerung. Für den Olympiasieg war Feuz 18 Hundertstel zu langsam.
Das unerwartete Silber 24 Stunden nach der Abfahrt war die Gefühlswelt von Beat Feuz eine ganz andere. Die Silbermedaille im Super-G kam auch für ihn überraschend. Dass ihm diesmal nur 13 Hundertstel zu Gold fehlten, war dem Abfahrts-Weltmeister völlig egal.
Shiffrin bezwungen, Silber gewonnen Endlich hatte sie Mikaela Shiffrin in einem Slalom wieder einmal bezwungen. Zu Gold reichte es Wendy Holdener trotzdem nicht. Die nach dem ersten Lauf führende Schwyzerin gewann mit fünf Hundertsteln Rückstand auf die Schwedin Frida Hansdotter Silber. Mikaela Shiffrin verpasste als Vierte sogar die Podestplätze.
Der erste Hattrick Nach dem enttäuschenden 6. Rang im Skiathlon zeigte Dario Cologna über 15 km allen den Meister. Der Münstertaler sicherte sich seine insgesamt vierte olympische Goldmedaille, die dritte in Folge über diese Distanz. Das hatte vor ihm noch keiner geschafft.
Der doppelte Coup Sarah Höfflin und Mathilde Gremaud sorgten im Slopestyle-Wettkampf für einen veritablen Coup. Die Genferin und die Freiburgerin gewannen Gold und Silber. Die teaminterne Entscheidung fiel im dritten und letzten Durchgang, in dem Sarah Höfflin ihre Kollegin noch zu übertrumpfen vermochte.
Trumpf Bischofberger stach Die Schweizer Skicross-Fahrer waren als starkes Quartett angereist, dem bei optimalem Verlauf jedem etwas Grosses zugetraut worden war. Gestochen hat der Trumpf Marc Bischofberger. Die Silbermedaille ist ein weiteres Indiz für die Leistungssteigerung des Appenzellers in diesem Winter. Zwei seiner drei Weltcup-Siege errang er in der aktuellen Saison.
Silber für den Grössten Der Grösste war im Slalom völlig unerwartet der Zweitbeste. Der zwei Meter lange Ramon Zenhäusern lieferte eine Leistung ab, die ihm noch vor wenigen Wochen nur seine Begleiter im engsten Umfeld zugetraut hatten.
Fast wie in St. Moritz Ein Jahr nach dem Doppelerfolg an der WM in St. Moritz räumten Michelle Gisin und Wendy Holdener in der Kombination erneut ab - diesmal allerdings in geänderter Reihenfolge. Michelle Gisin, die WM-Zweite, wurde Olympiasiegerin, Wendy Holdener, die Weltmeisterin, gewann Bronze.
Nach der Enttäuschung Bronze In Sotschi war ihr lediglich der 7. Rang geblieben, nun holte Fanny Smith im Skicross Versäumtes nach. Die Waadtländerin gewann nach einem packenden Duell im Final gegen die schwedische Favoritin Sandra Näslund die Bronzemedaille.
Bronze nach Sieg gegen Kanada Das Schweizer Curling-Quartett vom CC Genève sicherte sich Bronze in grossem Stil. Im Spiel um Platz 3 bezwangen Valentin Tanner, Peter De Cruz, Claudio Pätz und Benoît Schwarz Kanada. Es war die bereits siebente Schweizer Medaille seit Wiederaufnahme der Sportart ins olympische Programm vor 30 Jahren.
Der Lange war der Grösste Bei der Premiere des alpinen Team-Events war der Grösste der Grösste. Ramon Zenhäusern führte die Schweizer Equipe, zu der auch Daniel Yule, Denise Feierabend und Ersatzmann Luca Aerni gehörten, zusammen mit Wendy Holdener zu Gold. Der Walliser und die Schwyzerin entschieden alle vier Duelle für sich.
Sechs souveräne Schritte zum Gold Vier Jahre nach Silber in Sotschi wollte Snowboarder Nevin Galmarini im Riesenslalom Gold - und er gewann Gold. Der Engadiner tat dies in beeindruckender Manier. Galmarini, der schon in der Qualifikation der Schnellste war, spulte seine sechs Läufe souverän ab und blieb unangetastet.

Silber für die Streithähne Jenny Perret und Martin Rios gehen auf dem Eis nicht zimperlich miteinander um. Auf den Erfolg des Duos, das einst auch privat ein Paar war, hat der raue Umgangston keinen Einfluss. Der Glarner und die Seeländerin gewannen bei der olympischen Premiere des Mixed-Curlings Silber und bescherten der Schweiz die erste Medaille an diesen Spielen.

JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Bei Untersuchungen im Falle des ehemaligen südkoreanischen Staatschefs Lee Myung Bak soll eine Liste mit 27 Namen von IOC-Vertretern aufgetaucht sein, die ihre Unterstützung in Aussicht gestellt und dafür Verträge mit dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung geschlossen haben sollen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung, die sich dabei auf den südkoreanischen Sender SBS beruft.

Die mysteriöse Liste soll in einer Korrespondenz zwischen Samsung-Vertretern und Papa Massata Diack entstanden sein. Diack und sein Vater Lamine, langjähriger Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, werden auch verdächtigt, an Absprachen für die Vergabe der Sommerspiele 2016 an Rio und 2020 an Tokio beteiligt gewesen zu sein. Papa Massata Diack wird von Interpol per Haftbefehl gesucht.

Nach Recherchen sollen zwölf der 27 Wahlmänner aus Afrika kommen. Der bestens vernetzte Diack junior soll den Samsung-Managern zugesichert haben, die IOC-Vertreter von der Wahl Pyeongchangs überzeugen zu können. Samsung gehört seit Jahren zu den Großsponsoren des IOC.

Samsung wies alle Vorwürfe zurück. "Die Behauptung des koreanischen Fernsehsenders SBS, Samsung Electronics habe illegale Lobbyarbeit betrieben, um die Olympischen Winterspiele zu gewinnen, ist unbegründet", teilte der Konzern auf Anfrage der deutschen Sportinformation mit.

Es habe nur legitime Vereinbarungen für das offizielle Sport-Sponsoring gegeben, "und jede Vereinbarung wurde einer vollständigen Überprüfung unterzogen."

Das IOC nahm ebenfalls Stellung zu den Vorwürfen. "Mit Blick auf jegliche Informationen zu Herrn Lamine Diack werden diese in die Untersuchungen der IOC-Ethikkommission einfließen", teilte der Ringeorden dem SID mit.

Diack senior wurde bereits die IOC-Mitgliedschaft entzogen, auch, weil der Senegalese in seiner Amtszeit Dopingfälle vertuscht haben soll. Die französische Justiz hatte 2015 gegen den Afrikaner ein Verfahren wegen Geldwäsche und Bestechlichkeit eingeleitet.

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