Skispringen
Simon Ammann trainiert hart für kommende Saison

Simon Ammann, der vierfache Olympiasieger im Skispringen, trainiert hart im Studio. Er macht sich fit für die kommende Saison und hat an Muskelmasse zugelegt.

Simon Steiner, Einsiedeln
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Simon Ammann hat diesen Frühling viel Zeit im Kraftraum verbracht. Jean-Guy Python/FreshFocus

Simon Ammann hat diesen Frühling viel Zeit im Kraftraum verbracht. Jean-Guy Python/FreshFocus

«Ich habe in diesem Frühling extrem hart trainiert», sagt Simon Ammann. Unzählige Stunden verbrachte der 30-jährige Toggenburger im Kraftraum, mehr als je zuvor in seiner Karriere. Die Schinderei war nicht vergebens: Knapp zwei Kilo Muskeln hat Ammann seit dem Winter zugelegt, vor allem an den Beinen.

Damit darf der vierfache Olympiasieger auch in der nächsten Saison mit der maximalen Skilänge springen. Weil der Internationale Skiverband FIS im Kampf gegen magersüchtige Athleten die Spielregeln geändert und den Grenzwert für das Körpergewicht im Body-Mass-Index um einen halben Punkt von 20,5 auf 21 erhöht hat, stand das natürliche Leichtgewicht Ammann vor der Wahl: Entweder zunehmen oder mit verkürzten Ski springen.

Der Schweizer Skisprung-Star nahm die Herausforderung an und entschied sich dafür, sein Körpergewicht durch gezielten Muskelaufbau anzuheben. Damit machte Ammann aus der Not eine Tugend. Er kann im Flug nicht nur weiterhin auf die volle Tragfläche seiner 2,50 Meter langen Sprung-Ski zählen, sondern verfügt auch über zusätzliche Power beim Absprung.

Diese soll Ammann helfen, der Konkurrenz im kommenden Winter Paroli bieten zu können. Insbesondere gegenüber Thomas Morgenstern lag der Schweizer in der letzten Saison beim Absprung entscheidend im Nachteil. Sowohl bei der Vierschanzentournee als auch im Gesamtweltcup blieb Ammann hinter dem Kraftspringer aus Österreich nur der zweite Rang.

Heikle Umsetzung auf der Schanze

Glück hatte Ammann insofern, als sein Körper die zusätzliche Belastung bisher gut verkraftete. Anders als im letzten Sommer, als ihn lange Zeit Rückenprobleme plagten, konnte er das happige Programm voll durchziehen. Von den Stabilisationsübungen, mit denen er seinen Rücken seit damals gezielt stärkt, konnte er nun sogar noch zusätzlich profitieren. «Wenn Simon diese nicht schon im letzten Jahr gemacht hätte, hätten wir das Krafttraining nicht so stark steigern können», sagt Trainer Martin Künzle.

Bis die Arbeit im Kraftraum auch auf der Schanze zum Tragen kommt, braucht Ammann noch Geduld. Der leicht veränderte Körperschwerpunkt verlangt einerseits Anpassungen bei der Materialabstimmung, andererseits wirkt er sich auf den sprungtechnischen Ablauf aus. Der intensive Muskelaufbau ging fürs Erste zudem auf Kosten der Schnelligkeit.

Ein erster Vergleich in Einsiedeln

«Ich fühle mich so fit wie noch nie», sagt Ammann, der Anfang Juni das Training auf der Schanze wieder aufgenommen hat. «Aber ich hatte noch nicht so viele gute Sprünge, wie ich mir das wünsche.» Von seinem Auftritt beim Sommer-Grand-Prix am Sonntag in Einsiedeln erwartet er deshalb noch nicht allzu viel. «Ich bin gespannt auf den Vergleich mit den anderen Athleten.»

Topfavorit ist Morgenstern, der diesen Sommer bereits vier GP-Wettkämpfe für sich entschieden hat. In Einsiedeln nicht am Start ist die Nummer zwei im Schweizer Team: Marco Grigoli kämpft mit Rückenproblemen und legt zurzeit eine einmonatige Trainingspause ein.

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