Olympia

Warum kostet die Bratwurst 12 Franken? – Nachgefragt beim Direktor des House of Switzerland

Manuel Salchli, Direktor des House of Switzerland, über hohe Preise und die fast unscheinbare Werbung für «Sion 2026».

Rainer Sommerhalder
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Manuel Salchli.

Manuel Salchli.

EDA/Schweiz

Manuel Salchli, warum braucht es ein House of Switzerland?

Manuel Salchli: Mit dem House of Switzerland wird die Marke Schweiz im Ausland gepflegt. Wir sind eine starke Marke in der Welt: dank unseren Firmen im Ausland, dank unserem Export, dank den Investitionen in der Schweiz und beispielsweise auch dank Roger Federer. Hier in Pyeongchang nutzen wir das House of Switzerland, um die Schweiz als Winterdestination zu promoten. Etwa um Touristen in die Jungfrau-Region zu locken oder den Menschen den Wintersport näher zu bringen, indem wir mit ihnen Ski fahren oder Eishockey spielen. Generell pflegen wir mit dem House of Switzerland das Image der Schweiz im Ausland. Das entspricht dem Auftrag des Bundesrats.

GOLD: Dario Cologna holt mit seinem Sieg im 15 Km Skating in PyeongChang seine vierte Olympische Goldmedaille. Damit ist er mit Simon Ammann der erfolgreichste Schweizer an Olympischen Winterspielen.
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Cologna schreibt Langlaufgeschichte: Er ist der erste Langläufer in der Geschichte der Winterspiele, der dreimal in Folge in der gleichen Disziplin (15 km) Gold gewinnen konnte.
GOLD: Sarah Höfflin freut sich über ihre Goldmedaille im Slopestyle. Es ist erst die zweite Olympische Goldmedaille für die Schweiz in dieser Disziplin.
Höfflin zeigte zum Abschluss einen Switched Double Cork Nine, einen Sprung mit zweieinhalb Rotationen und holte sich damit den Sieg.
GOLD: Michelle Gisin gewinnt vier Jahre nach ihrer Schwester Dominique Gisin ebenfalls Olympisches Gold, aber in der Alpinen Kombination.
Gisin fährt ein super Slalom und kann Michaela Schiffrin mit fast einer Sekunde Vorsprung vom Siegertreppchen stossen.
SILBER: Martin Rios und Jenny Perret gewinnen mit ihrem zweiten Platz im Curling, die erste Medaille für die Schweiz in PyeongChang.
Das Curling-Duo, bekannt für seine Zankereien während dem Spiel, spielte im Final «mit zu viel Harmonie».
SILBER: Beat Feuz gewinnt völlig unerwartet die Silbermedaille im Super-G.
Feuz zweiter Rang ist erst die dritte Olympische Medaille im Super-G für die Schweiz.
SILBER: Wendy Holdener gewinnt in ihrer Paradedisziplin Slalom die Silbermedaille.
Holdener ist damit die erste Schweizerin seit Vreni Schneider vor 24 Jahren, die im Slalom der Frauen wieder eine Olympia-Medaille gewann.
SILBER: Mathilde Gremaud holte sich überraschend die Silbermedaille im Slopestyle.
Der Doppelsieg mit Sarah Höfflin ist erst der zehnte Schweizer Doppelsieg an Olympischen Winterspielen.
SILBER: Marc Bischofberger fuhr mit seiner sensationellen Fahrt auf den Zweiten Rang im Ski Cross.
Bischofberger stürzte im Training zwei Mal, konnte dann aber im Final vollgas geben.
SILBER: Ramon Zenhäusern arbeitet sich im zweiten Lauf des Slalom von Rang 9 auf das Podest.
Zenhäuserns Silber ist erst die dritte Slalom-Medaille eines Schweizers an Olympischen Spielen überhaupt. Und die erste seit 1980.
BRONZE: Beat Feuz fährt in der Abfahrt auf den dritten Rang.
Feuz Ziel war wohl die Goldmedaille, aber er freut sich über Bronze denn eine Medaille ist nie eine Selbstverständlichkeit.
BRONZE: Wendy Holdener freut sich über ihren dritten Rang in der Alpinen Kombination.
Holdener, die Kombi-Weltmeisterin konnte sich im zweiten Lauf vom 9. Rang aufs Podest fahren.

GOLD: Dario Cologna holt mit seinem Sieg im 15 Km Skating in PyeongChang seine vierte Olympische Goldmedaille. Damit ist er mit Simon Ammann der erfolgreichste Schweizer an Olympischen Winterspielen.

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Was war der Auslöser für das House of Switzerland?

Zwei Jahre nach der Gründung von Präsenz Schweiz im Jahr 2000 gewann Simon Ammann in Salt Lake City Doppelgold bei den Olympischen Spielen. Damals betrieb Swiss Olympic bereits im kleinen Rahmen ein House of Switzerland. Aus Ammanns Siegen wurde praktisch weltweit eine riesige mediale Geschichte. In der Folge übernahm Präsenz Schweiz von Swiss Olympic die Projektleitung des House of Switzerland. Mit dem Ziel, nicht nur ein Treffpunkt für unsere Athleten und die Medaillenfeiern zu sein, sondern Landeskommunikation zu betreiben und damit ein internationales Publikum anzusprechen.

Wieso kommt die Kandidatur für «Sion 2026» beim House of Switzerland derart unscheinbar daher?

Der Grund sind die sehr strengen Regelungen des IOC. Die potenziellen Olympia-Kandidaten dürfen sich im entsprechenden Nationenhaus auf maximal 20 Quadratmetern – ohne Visibilität gegen aussen – präsentieren. Wir wurden effektiv vom IOC kontrolliert und mussten in Folge unser Schild «House of Sion 2026», das wir am Gebäude angebracht hatten, entfernen. Es ist zwar von aussen eine bescheidene Präsenz, aber es ist uns mit einem Film gelungen, unsere Ideen der nachhaltigen Spiele und des Zurückholens von Olympia in ein traditionelles Wintersportland dennoch zu vermitteln.

Was kostet der Schweizer Auftritt hier in Pyeongchang?

Der Bundesrat hat einen Kredit von 3,3 Mio. Franken bewilligt. Mit der Auflage, dass ein Drittel des Betrags von Dritten finanziert wird. Deshalb arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen, die sich hier präsentieren. Mit Shell und Mercedes sind erstmals auch zwei Firmen vertreten, die nicht aus der Schweiz stammen. Die Kosten für den Bund belaufen sich letztlich auf gut 2 Mio. Franken.

Und wer bezahlt diese Kosten?

Das Budget des Eidgenössischen Aussendepartements wird um diesen Betrag aufgestockt. Es ist letztlich also der Steuerzahler, der bezahlt.

Will man mit Preisen von 12 Franken für eine Bratwurst der Welt zeigen, wie teuer die Schweiz ist?

Das ist natürlich nicht die Idee. Die Preise widerspiegeln vielmehr die Schweizer Qualität beim Service und den Speisen. Wir bieten zum Beispiel ausschliesslich Schweizer Wein an. Entsprechend fallen Transportkosten an. Aber die Preise sind im Vergleich zu den anderen Nationenhäusern durchaus im Rahmen. Ein Beispiel: Rugenbräu stellt uns das Bier kostenlos zur Verfügung. Aber mit Transport und Importzöllen kostet uns eine Büchse dennoch 3.30 Franken.