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Unschöne Konkurrenz im Land: Skispringen Engelberg und Langlauf Davos termingleich

Die beiden Schweizer Höhepunkte des nordischen Weltcups finden für einmal gleichzeitig statt. Langlauf-Chef Hippolyt Kempf spricht von «der dümmstmöglichen Konstellation für Swiss Ski». Man habe beim internationalen Verband (FIS) bis zum Schluss dagegen gekämpft, «aber letztlich ohne Erfolg».
Rainer Sommerhalder und Cyril Aregger
Simon Ammann beim letztjährigen Weltcup-Skispringen auf der Titlis-Schanze in Engelberg. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (17. Dezember 2017))

Simon Ammann beim letztjährigen Weltcup-Skispringen auf der Titlis-Schanze in Engelberg. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (17. Dezember 2017))

Der Langlauf-Weltcup in Davos und das Skisprung-Wochenende in Engelberg sind seit Jahren die unbestrittenen Schweizer Highlights im Saisonkalender. Die Fans des nordischen Skisports wissen: Am zweiten Dezember-Wochenende gibt es Dario Cologna zu sehen, eine Woche später Simon Ammann – unsere beiden erfolgreichsten Winter-Olympioniken. Doch in diesem Winter ist alles anders. Es heisst: Dario oder Simi.

Der Grund liegt darin, dass Davos Nordic im Kalender eine Woche nach hinten rutscht. Weil das französische La Clusaz aus ­finanziellen Gründen als Weltcuport ausfällt, übernimmt Beitostølen in Norwegen. Weil die FIS die Athleten nicht von Lillehammer nach Davos und danach zurück in den Norden schicken wollte, haben die Bündner Organisatoren zugebilligt, ihren Anlass mit Beitostølen zu tauschen.

Dario Cologna beim 15-Kilometer-Skating-Rennen am Davos Nordic. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (20. Dezember 2017))

Dario Cologna beim 15-Kilometer-Skating-Rennen am Davos Nordic. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (20. Dezember 2017))

«Das ist definitiv nicht unsere Wunschkonstellation», sagt Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann. «Es bedeutet für uns viel Stress und Extraaufwand – etwa beim Verhandeln mit Sponsoren oder betreffend TV-Produktion.» Deshalb versuche man derzeit mit Hochdruck, dass diese interne Konkurrenzsituation eine Ausnahme bleibt. Lehmann sagt aber auch, dass die Schweiz beim wiederkehrenden Gerangel um den Saisonkalender insgesamt ein Gewinner der letzten Jahre sei: «Ich denke an die Schweizer Destination der Tour de Ski oder den Ski-Weltcup in Crans-Montana.»

Langlauf-Rennen der Frauen findet früher statt

Nicht allzu tragisch sieht man die neue Situation bei den Veranstaltern. Martha Bächler, Co-Präsidentin des Weltcups in Engelberg, sagt: «Grundsätzlich gehen wir nicht davon aus, dass sich die beiden Anlässe stark konkurrieren.» Ihre Davoser Amtskollegin Barbara Flury meint: «Man kann aus einem Problem auch eine Stärke machen: Das wird unser Nordisch-Knallerwochenende.»

Ganz problemlos verläuft das Miteinander aber nicht. Weil das sonntägliche Skisport-TV-Programm unter anderem mit dem Springen in Engelberg belegt ist, finden beide Langlauf-Rennen am Morgen statt. «Ich befürchte, dass es beim Start der Frauen um 9.30 Uhr noch nicht viele Zuschauer vor Ort hat», sagt Flury.

Wettkampfzeiten diktieren FIS und TV-Stationen

Auf die Wettkampfzeiten haben die Veranstalter keinen Einfluss. Diese diktieren die FIS und die TV-Stationen. Dass man sich gegenseitig Zuschauer wegnimmt, glauben die beiden Organisationskomitees nicht. Dennoch bedauern sie die Überschneidung: «Als Wintersportfan finde ich es schade, dass zwei grosse nordische Sportanlässe in unserem Land am selben Datum stattfinden. Aus organisatorischer Sicht ist es zumindest ein Vorteil, dass sich die Spitzennationen im Skispringen und Langlauf nur zum Teil überschneiden», sagt Peter Schmidli, der Medienverantwortliche in Engelberg.

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