HCK-Trainer Goran Perkovac vor dem letzten Spiel des Jahres: «Wenig Fehler – oder besser gar keine»

Der HC Kriens-Luzern will heute (17.00) bei Suhr Aarau den goldenen Herbst krönen.

Roland Bucher
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HCK-Trainer Goran Perkovac gewährt seinem Team zwei Wochen Weihnachtsferien.

HCK-Trainer Goran Perkovac gewährt seinem Team zwei Wochen Weihnachtsferien.

Bild: Boris Bürgisser (Kriens, 20. Oktober 2019)

Dass der HC Kriens-Luzern in der Qualifikation auf Rang 3 überwintern würde – nein, damit hatte eigentlich niemand gerechnet. Dass er unerwartet weit vorpreschte, ist angesichts der in den vergangenen Wochen immer umfangreicher gewordenen Absenzenliste (Hofstetter, Papez, Ramseier, Eicher, Delchiappo, Rellstab) umso erstaunlicher – und gereicht der HCK-Belegschaft durchaus zu einem grösseren Kompliment. «Ich spüre, wie wir an Ansehen gewonnen haben», sagt Trainer Goran Perkovac, «wie unsere Leistungen honoriert und geschätzt werden, wie wir den Fans wieder Spass machen.»

So soll es weitergehen. Indes: Der letzte Eindruck vor der Weihnachtspause bleibt haften, und da stellt sich den Kriensern eine durchaus unangenehme Gegnerschaft in den Weg. Suhr hat sich in seiner Spielarithmetik ziemlich exzessiv der Defensive verschrieben, kassierte in dieser Saison erst 368 Gegentreffer (23 im Schnitt pro Spiel) und fordert Perkovacs Truppe in der taktischen Einstellung heraus: «Es ist sehr schwer, gegen diesen Widersacher zu spielen», weiss der Trainer. «Und auf den einfachsten Nenner gebracht: Wir dürfen nur ganz wenig Fehler begehen. Oder besser gar keine.» Suhrs Wand heisst Dragan Marjanac. «Er hat in den letzten Partien unglaublich gut gespielt», hat Perkovac in den Videosessions erkannt. «Unsere Aufgabe ist, den Goalie von der ersten Sekunde an nie ins Spiel kommen zu lassen.» Ausgedeutscht: Eine perfekte Chancenauswertung der Krienser Angreifer ist vom Chef gefordert.

Bis auf Hofstetter sind wieder alle an Bord

Ein guter Handball-Herbst sei es für Kriens bisher gewesen, zufrieden sei er, betont Perkovac. Und gelänge zum Abschluss auch noch der Sieg bei Suhr, «dann wäre die Zwischenbilanz nichts als top. Wir haben wirklich das Bestmögliche aus unserem Potenzial herausgeholt. Und darauf bin ich stolz.» Inzwischen sind mit Ausnahme von Captain Tom Hofstetter wieder alle an Bord, sogar Ersatzkeeper Kayoum Eicher darf nach neunwöchiger Pause (Bänderriss) an ein Comeback denken. «Wenn alle gesund sind», erklärt Perkovac, «dann ist unser Kader durchaus tauglich, auch im Frühjahr das zu bestätigen, was wir in den letzten Monaten versprochen haben.» Also den Einzug in den Playoff-Final anzupeilen. Doch der erfahrene Olympiasieger mit Kroatien denkt, wie es seinem fordernden Naturell entspricht, über die Nasenspitze heraus: «Wir müssen wachsam sein, wir werden uns für die nächste Saison weiter verstärken müssen, wenn wir einen Schritt nach vorne tun wollen.»

Vertragsgespräche sind auf gutem Weg

Die nächsten Traktanden indes sind die Vertragsverlängerungen mit Filip Gavranovic, dem Kreisläufer und Abwehrturm, der immer wuchtiger und wertvoller wird, sowie dem internationalen Rechtsflügel Severin Ramseier. Man sei auch in dieser Beziehung auf gutem Wege, sagt Perkovac, der seinen Leuten nach dem Suhr-Match zwei Ferienwochen gewährt. Er selber wird in Luzern, dieser Stadt, welche «die schönste auf der Welt» sei, mit seiner Familie diesen und jenen Spaziergang machen und jedem Handballfreund, der ihm begegnet, unter die Nase reiben: «Wir sind wieder wer beim HCK. Ich bin glücklich, dass sich unsere Arbeit jetzt auszuzahlen beginnt.»