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Wenn der Cup im französischen Fussball Reisefieber auslöst

Über 7000 Teilnehmer, davon welche aus Überseegebieten wie Réunion, Guadeloupe oder Mayotte: Frankreich stellt wohl den weltweit grössten Cup-Wettbewerb. An diesem Wochenende wird die siebte Runde ausgetragen.
Daniel Gerber, Mulhouse
Mulhouser La-Réunion-Touristen: Captain M’tir (mit Kappe), Club-Legende Andrieux und Vizepräsident Daverio (rechts). Bild: Daniel Gerber (Mulhouse, 28. Oktober 2018)

Mulhouser La-Réunion-Touristen: Captain M’tir (mit Kappe), Club-Legende Andrieux und Vizepräsident Daverio (rechts). Bild: Daniel Gerber (Mulhouse, 28. Oktober 2018)

Während im Schweizer Cup als Nächstes bereits die Viertelfinals anstehen (Ende Februar 2019), ist man davon in Frankreich noch weit entfernt. Hier wartet am 17. und 18. November die siebte Cuprunde, welche dem 1⁄128-Final entsprechen würde.

Während in den meisten grossen Fussballländern Europas mit sechs bis neun Cuprunden operiert wird, werden in der Grande Nation 14 Durchgänge benötigt, um den Sieger des Pokals zu ermitteln. Vergessen wird dabei niemand: Auch die Überseedepartemente sind vertreten. Je zwei Mannschaften aus Guadeloupe, Guayana, Martinique und La Réunion sind dabei, sowie je ein Vertreter aus Mayotte, Neukaledonien und Polynesien finden sich im Starterfeld.

Schon eine Woche vorher nach La Réunion gereist

Ab der siebten Runde beginnt somit das Reisefieber für und in die Überseegebiete, in denen 11 verbliebene von gesamthaft 256 Mannschaften des siebten Cup-Durchgangs zu Hause sind. Die Kosten (für 20 Personen) werden vom französischen Fussballverband übernommen. Die Festlandclubs können sich bewerben, um einem der elf «Outre-Mer»-Teams zugelost zu werden.

Doch ein Verein in der Nähe der Schweiz, der FC Mulhouse, der in der Liga «National 3» antritt (der fünfthöchsten Spielklasse Frankreichs), schaffte das Kunststück, in der Saison 2016/17 gleich zweimal einem Übersee-vertreter zu begegnen. Zuerst besiegte der FCM in seinem Stade de l’Ill das Team US Matoury aus Guyane mit 3:0; ehe die Equipe auswärts bei AS Excelsior auf der Insel La Réunion im Penaltyschiessen verlor.

Captain Malik M’Tir erinnert sich: «Die Temperatur war ganz anders als hier.» Vom französischen Winter ging’s Anfang Dezember 9400 Kilometer Luftlinie in die Wärme des Indischen Ozeans. Malik M’Tir:«Um uns anzuklimatisieren, reisten wir eine Woche früher hin; denn elf Stunden im Flieger spürt man in den Beinen», schmunzelt Clublegende Marc Andrieux, der damals als Assistenztrainer dabei war und der 1989 bis 1993 mit Mulhouse in der Ligue 1 und Ligue 2 antrat. «Eine solche Reise ist eine grosse Sache, sie schweisst das Team zusammen, man vergisst das nie», blickt M’Tir zurück. Und normalerweise rentieren solche Begegnungen auch sportlich. «Man geht davon aus, dass man gewinnen wird – aber in unserem Fall haben wir verloren.» Marc Andrieux weiss, warum sich manche Clubs für diese Rencontres bewerben: «Das Niveau ist etwas tiefer, man kann weiterkommen.»

Auf der Insel La Réunion erlebte das Team eine andere Welt. Es dauerte rund zwei Stunden, bis der Bus vom Airport kommend halbwegs in den Verkehr eingefädelt war. Malik M’Tir: «Dann explodierte der Motor und wir standen eineinhalb Stunden da, bis uns ein anderer Bus weiterbrachte.» An diesem Tag regnete es dazu heftig, «und das Dach des Busses war nicht dicht…»

Francis Daverio, der Vizepräsident der Mulhouser Fussballer, sagt, einfach sei es nicht, überhaupt an ein solches Spiel zu gelangen: «Man muss zuerst in der siebten Runde überhaupt noch dabei sein. Und wenn das gelingt, muss man auch noch ausgelost werden.» Und nach der Reise, so Daverio, «kommt man zurück in den Schnee».

Ligue 1 schreitet in der 9. Runde ein

Der französische Cup dürfte mit über 7000 Teilnehmern (bisheriger Rekord: 7656 in der Saison 2012/13), die sich in 14 K.o.-Runden gegenüberstehen, der weltweit grösste Club-Wettbewerb sein. Die ersten sechs Runden werden in den Regionalverbänden ausgetragen. In der siebten Runde (1/128-Finals) steigen neben den 145 Siegern der 6. Runde die 20 Vertreter der Ligue 2 ein, sowie elf Mannschaften aus Übersee. In den 1/32-Finals (der 9. Runde) stossen die 20 Teams der Ligue 1 dazu. 763 Mannschaften in England In England, wo mit dem FA-Cup der älteste Fussball-Wettbewerb (seit 1871/72) überhaupt ausgetragen wird, beträgt die Rekordbeteiligung 763 Mannschaften (2011/12). In Italien werden acht Runden gespielt (mit 78 Teams), in Russland neun Runden (98 Teams), in Spanien acht Runden mit 83 Teams und in Deutschland sechs Runden mit 64 Clubs. (dgo)

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