«Wer kann diese Mannschaft stoppen?»

Der Jubel in den Schweizer Medien über die unbesiegbaren Schweizer Eishockeyaner an der WM in Stockholm ist gewaltig – ein Überblick.

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Jubel bei Nati-Coach Sean Simpson. (Bild: Keystone)

Jubel bei Nati-Coach Sean Simpson. (Bild: Keystone)

Für das Online-Portal von «Le Matin» zählt der gewonnene WM-Viertelfinal gegen Tschechien zu den zehn grössten Exploits von Schweizer Sportlern in den letzten 25 Jahren. In einer entsprechenden Umfrage mit zehn Vorschlägen von grandiosen Schweizer Sport-Leistungen stellten die User nur gerade den Gewinn des U17-Fussball-WM-Titels 2009 in Nigeria über den aktuellen Erfolg der Eishockey-Nationalmannschaft.

Der allgemeine Tenor der Schweizer Medien nach dem Halbfinal-Einzug lautet: «Wer kann diese Mannschaft stoppen?»

«Tages-Anzeiger»: «Es ist nicht mehr das Nationalteam, das man von früher kennt, das sich darauf konzentriert, gegen die Grossen den Schaden in Grenzen zu halten. Sondern eines, das aktiv und mutig spielt, das erinnert an den ZSC in der Champions League 08/09, als er Europa eroberte. Es ist kein Zufall, dass der Coach mit Sean Simpson der gleiche ist. Der Kanadier wagte mit dem Nationalteam den nächsten Schritt und riskierte, damit abzustürzen. Nach zwei verpassten WM-Viertelfinals stand sein Job infrage, inzwischen ist er das Gesicht des Schweizer Siegeszugs, der die Entwicklung des helvetischen Eishockeys in den letzten zehn Jahren spiegelt.»

«NZZ»: «Die Fülle der Siege machte den Schweizer Auftritt in Stockholm speziell und historisch. Die Schweizer gewinnen, weil Martin Gerber mit 38 Jahren im Tor spielt, als wäre das Alter nicht mehr als zwei Ziffern. Sie gewinnen, weil Denis Hollenstein skort, als hätte er mit 23 Jahren noch nie etwas anderes getan. Sie gewinnen, weil Roman Josi in der Verteidigung die Fäden zieht, als wäre er nicht erst 22, sondern seit Jahren im Nationalteam. Die Schweizer gewinnen vor allem, weil sie als Mannschaft auftreten.»

«Blick»: «Die Erde ist in diesen Tagen keine Kugel. Sondern eine Scheibe. Zumindest für die Schweiz. Mit welcher Selbstverständlichkeit die Hockey-Nati in diesen Tagen auftrumpft, entzückt breite Massen. Und mit welcher Kaltblütigkeit man in den Halbfinal eingezogen ist, begeistert weit über die Eishockey-Gemeinschaft hinaus. Man hat nicht nur die Gunst der Stunde genutzt, sondern man ist auf Augenhöhe mit den ganz grossen Hockeynationen angelangt. Ja, der WM-Titel ist für die bisher erfolgreichste Mannschaft des Turniers greifbar.»

«Aargauer Zeitung»: «Alles stimmt. Weltklasse-Goalies, so gute Verteidiger wie noch nie, vier Linien, die produktiv sein können, die richtige Mischung, die richtige Taktik. Und dazu mit Sean Simpson ein Coach mit Fortune. Die Eisgenossen haben sich oft störrisch internationalen Modetrends verweigert und als Einzige in Europa konsequent die Zahl der ausländischen Spieler in der nationalen Meisterschaft begrenzt. Um Platz für die Ausbildung der eigenen Talente zu haben. Aber zugleich suchen die Schweizer die Herausforderung im Ausland. Auch und gerade deshalb ist der Erfolg von 2013 möglich geworden.»

«Die Südostschweiz»: «Im Schweizer Team gibt es keine Stars, der Star ist die Mannschaft. Das ist ihr grösster Trumpf und macht sie so unberechenbar.»

«Der Landbote»: «Das ist schon jetzt der grösste Erfolg überhaupt im Schweizer Eishockey. Wer kann diese Mannschaft stoppen, wann stösst sie an ihre Grenze?»

«Berner Zeitung»: «Sean Simpson ist es gelungen, die gute Mischung aus WM-Neulingen und Routiniers, aus kampfstarken und kreativen Spielern zusammenzustellen.»

«Corriere del Ticino»: «Unglaubliche, fantastische Schweizer. Mit Entschlossenheit und Opferbereitschaft ringen die Schweizer ein superpotentes Tschechien nieder.»

«Tribune de Genève»: «Dieses Mal hat das Schweizer Team sein Rendezvous mit der Geschichte nicht verpatzt.»

Die Schweizer Spieler jubelen nach dem Schlusspfiff. (Bild: Keystone)
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Die Schweizer Spieler singen die Nationalhymne nach Spielschluss. (Bild: Keystone)
Denis Hollenstein (zweiter von links) trifft zum 1:0, Blindenbacher, Furrer und Cunti jubeln. (Bild: Keystone)
Roman Josi schiesst das 2:0. Erster Gratulant: Reto Suri und Ryan Garnder (oben). (Bild: Keystone)
Riesiger Jubel nach dem Schlusspfiff bei Trainer Sean Simpson (hinten mitte) und Patrick Fischer sowie den Spielern Martin Plüss, Simon Moser, Matthias Bieber, Thibaut Monnet, Luca Cunti und Patrick von Gunten. (Bild: Keystone)
Die Schweizer Spieler bedanken sich bei den mitgereisten Schweizer Fans. (Bild: Keystone)
Radim Vrbata von den Tschechen (links) im Duell mit dem Schweizer Torhüter Martin Gerber. (Bild: Keystone)
Martin Plüss komtm zum Abschluss. Torhüter Ondrej Pavelec hält. (Bild: Keystone)
Julian Walker (links) versucht Ladislav Smid zu stoppen. (Bild: Keystone)
Nino Niederreiter kommt zum Abschluss gegen Torhüter Ondrej Pavelec, Jakub Nakladal und Tomas Hertl (rechts) kommen zu spät. (Bild: Keystone)
Jubel bei den Schweizern Diaz, Suri, Ambühl, Josi und Gardner (von links) nach dem 2:0. (Bild: Keystone)
Roman Josi (links) gegen Petr Hubacek. (Bild: Keystone)
Rafael Diaz und Martin Gerber (rechts) blockieren einen Schuss, hinten Tschechiens Martin Hanzal. (Bild: Keystone)
Zug-Stürmer Reto Suri gegen den tschechischen Torhüter Ondrej Pavelec. (Bild: Keystone)
Viel Verkehr vor Martin Gerber. (Bild: Keystone)
Rafael Diaz bremst Jiri Tlusty, beobachtet von Tomas Fleischmann. (Bild: Keystone)
Vor dem Spiel schwören sich die Spieler ein. (Bild: Keystone)

Die Schweizer Spieler jubelen nach dem Schlusspfiff. (Bild: Keystone)