Kommentar

Wer sollte Martin Grab sabotieren?

Auch die B-Probe des zurückgetretenen Top-Schwingers Martin Grab (39) ergab ein positives Resultat. Die vielen Fans werden ihm auch jetzt wieder den Rücken stärken und weiterhin an Sabotage glauben.

Claudio Zanini
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Die B-Probe hat Klarheit gebracht, der Schwingsport erlebt seinen sechsten Dopingfall in der Geschichte: Dem Rothenthurmer Martin Grab konnte die Einnahme einer verbotenen Substanz nachgewiesen werden. Es handelt sich dabei um das Medikament Tamoxifen. Frauen nehmen es zur Prävention oder Therapie von Brustkrebs ein. Bei Männern kommt es zum Einsatz, wenn die Nebenwirkungen von Anabolika gedämpft werden sollen. Anders gesagt: Bevor ein Mann zu Tamoxifen greift, hat er unerlaubte muskelaufbauende Präparate genommen.

Wie es zu diesem eindeutigen Resultat kam, bleibt Grab weiterhin ein Rätsel. Analog seiner Reaktion nach der positiven A-Probe ist er «erschüttert», «betroffen» und kann sich nach wie vor nicht erklären, wie Tamoxifen in seinen Körper kam. Da niemand in seiner Familie an Brustkrebs leidet, ist das Medikament nicht im Haushalt vorhanden. Ein Versehen liegt also nicht vor.

Die vielen Fans von Martin Grab werden ihm auch jetzt wieder den Rücken stärken und weiterhin an Sabotage glauben. Doch warum sollte jemand einem alternden Athleten, der mit der Konkurrenz immer weniger mithalten kann, ein solches Medikament unterjubeln? Macht das Sinn? Zudem hilft Grab die Tatsache nicht, dass er wenige Tage nach der Dopingkontrolle aus heiterem Himmel ein Kranzfest gewann und zwei Wochen später zurücktrat, obwohl die wichtigen Wettkämpfe erst folgten.

Die Disziplinarkammer von Swiss Olympic wird Grab nun möglicherweise den Titel vom Zuger und den Kranz vom Schwyzer Kantonalen aberkennen. Eine Sperre könnte er auch bekommen. Sie wäre verkraftbar für einen, der bereits zurückgetreten ist. Auf den Gang an den Internationalen Sportgerichtshof verzichtet er.

Die Affäre nagt am legendären Schwyzer Schwinger, das bezeugen auch seine Schlafprobleme, von denen sein Umfeld berichtet. Ob uns Grab alles gesagt hat, was er über diese Geschichte weiss, darf bezweifelt werden. Dass er trotz dem Dopingfall in der Schwingergemeinde willkommen ist, war vor einer Woche auf dem Brünig zu sehen, als Grab unter den Zuschauern weilte.

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Positives Dopingergebnis: Martin Grab streitet weiterhin ab

Der sechste Dopingfall im Schwingen und der vierte eines Eidgenossen ist der mit Abstand spektakulärste. Er betrifft Martin Grab, einen Schwinger, der zusammen mit seinen Altersgenossen Jörg Abderhalden und Arnold Forrer eine Epoche geprägt hat.
Peter Lerch (SDA)